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Central-Verein-Zeitung · 1937-01-07 · 1 (7.1.1937) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
1 (7.1.1937)
Date
1937-01-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Zeitschriftenschau Die arabische Frage In einem . umfassend angelegten Aufsatz „Arabien" („Deutsches Volkstum", 18. Jahrgang, Nr. 11) weist Professor Dr. Richard Hartmann u. a. auf die innere Zwiespältigkeit des arabischen Nationalismus hin: „Wenn von der arabischen Frage vor und nach dem Weltkrieg so viel die Rede war, so verstand man darunter meist etwas Grösseres, viel Umfassenderes: die Frage der Einheit und Selbständigkeit der Länder arabischer Zunge. Unter dem Einfluss abendländischer Ideen hatten ja gerade die geistig regsten Kreise im arabischen Orient begonnen, sich als Glieder einer durch eine grosse einheitliche Kultur und Tradition verbundenen, alle arabisch Redenden umfassenden nationalen Einheit zu fühlen. Dass dieses arabische Nationalbewusstsein von dem dem Leben näherliegenden Gefühl einer engeren landsmannschaftlichen Verbundenheit der Bewohner der einzelnen Länder wie Syrien und Irak vielfach durchkreuzt wurde, dass eine klare Abgrenzung fehlte, tat der Begeisterung für die Idee von der arabischen Einheit und Freiheit, bei der man zunächst an die arabisch redenden Provinzen des Osmanenreiches dachte, keinen Abbruch. Nicht Realpolitiker waren ja ihre Träger, sondern romantische Schwärmer oder Verschwörer. Von Syrien waren diese Gedanken ausgegangen, hatten sich auch im Irak zu verbreiten begonnen; und es war selbstverständlich, dass man die Bewohner der arabischen Halbinsel, die doch die echtesten der Araber, ja vielleicht die einzig echten unter all den Arabisierien waren, mit einrechnete. Wie aber standen diese selbst dazu? Gewiss fühlten sie sich als Araber, fühlten sich als solche im Grunde nicht bloss den Ungläubigen, sondern auch den Türken überlegen; aber zu einem lebendigen Bewuestsein von einer nationalen Einheit aller Araber waren sie noch nicht erwacht. Und wenn die arabischen Fürsten — und nur die kamen ernstlich in Frage — gelegentlich mit den nationalistischen Bestrebungen in Syrien oder anderwärts liebäugelten, so doch nur, sofern sie daraus für ihre eigenen lokalen und dynastischen Interessen Nutzen ziehen Konnten. Ueb'er Stammesbewusstsem und dynastisches Empfinden erhob sich das Gemeinschaftsgefühl nicht. Noch im Weltkrieg, der dem nationalen Streben so starken Ansporn gab, war der erste wirkliche arabische Nationalist in Wahrheit — T. E. Lawrence, dessen zäher Arbeit es dann gelang, noch einen Mann zum arabischen Nationalisten zu machen, den Scherifen Faisal, den späteren König des Irak. So übernahm das Geschlecht der Scherife, auch Faisals Vater, der Grossscherif Husain, die Führung der arabischen Sache, die sie freilich im Grunde stets mit der Sache ihrer Dynastie gleichstellten." Jesuitenorden und Judenfrage In den „Nationalsozialistischen Monatsheften'* (7. Jahrgang, Nr. 81) hat Georg Albert seine Veröffentlichung über den „Jesuitenorden" fortgesetzt. „Für den Jesuiten", so erklärt u. a. Albert, „kann es keine Scheidung der Menschen nach Nationen und Rassen geben, für ihn gibt es nur Menschen, die unter der Fahne Luzifers kämpfen, und Menschen, die unter der Fahne Christi streiten . . . Die nationalsozialistische Rassenlehre muss deshalb beim Jesuitenorden ebenso auf entschiedenen Widerstand stossen wie der Antisemitismus. Der Stifter der "Gesellschaft Jesu, der zwar nicht selbst Jude war, trat immer und überall für die Juden ein. ,Eines Tages, als wir mit anderen zu Tische sassen, kam das Gespräch gelegentlich auch auf Ignatius, und er gab zu verstehen, er würde es für eine besondere Gunst unseres Herrn ansehen, falls er von jüdischer Abstammung wäre. Und er fügte den Grund hinzu, indem er sagte: Wie? Sollte das nicht ein grosses Glück sein, wenn ein Mensch Blutsverwandter sein könnte unseres Herrn und Unserer Lieben Frau, der Allerseligeten Jungfrau Maria?' erzählt Pater Ribadeneira. Und Don Pedro Zarate gegenüber, der ihm von der Notwendigkeit der Reinerhaltung des spanischen Blutes sprach, äusserte Ignatius, er würde eine ganz besondere Gnadenbezeigung Gottes darin sehen, wenn er jüdischer Abkunft wäre. Denn man müsse sich vom religiösen Standpunkt aus über nationale Engherzigkeit zu •erheb'en trachten. — Und wenn es auch später einmal im Jesuitenorden so etwas Aehnliches wie einen Arierparagraphen gegeben hat, so ist doch die heutige Gesellschaft Jesu zum Standpunkt des hl. Ignatius wieder ziemlich zurückgekehrt, und die Ueberreste dieses Arierparagraphen, die zudem für die mütterliche Abstammung keine Gültigkeit haben, sind heute im wesentlichen nur mehr eine Formalität. Da es der Gesellschaft Jesu aber ebenso klar ist wie dem Nationalsozialismus, dass die Bande von Blut und Boden die erste Voraussetzung für jede nationale. Einstellung und das stärksfe Hindernis für alles internationale Denken sind, geht sie planmässig daran, in den jungen Jesuiten diese Bande, von Blut und Boden zu zerschneiden und zu vernichten." F. F. Vor 300 Jahren Hugo Grotius zur Ritualmordbeschuldigung Am 19. September 1636 fragte der Protestant Jerzy v. Slupecky aus Lublin bei Hugo Grotius, dem Begründer des modernen Völkerrechts und Verfasser des berühmten Werkes „De jure belli et pacis" (Das Recht des Krieges und des Friedens) an, wozu Juden Christenblut gebrauchten und warum sie nur Knaben und keine Mädchen abschlachteten. Slupecky selbst glaubte zwar nicht an die Richtigkeit dieser Anklage und behauptete, sie sei eher erdacht als nachgewiesen, insbesondere da kein Jude — trotz der furchtbarsten Folter — je eine solche Tat eingestanden hatte. Dennoch sah er sich zu seiner Anfrage durch einen in Lublin anhängigen Ritualmordprozess veranlasst. Hugo Grotius erklärte in seinem lateinischen Antwortschreiben vom Dezember 1636, er glaube nicht an das Ritualmordmärchen, welches mehr aus Hass gegen die Juden als aus Ueberzeugung in Szene gesetzt werde. Dass die Beschuldigung sich nicht auch auf den angeblichen Mord an Mädchen erstrecke, erkläre sich daraus, das« man in früheren Zeiten Knabennuaufi ULgamngBaaBBMBgg .....nnwwmrirTtmwPi SCHLEUDER Januar 1937 Teweth 5697 2. Sonnabend 19. Wochenabschnitt: Schemoth 2.B. M. 1,1-6,1 Haftara: Jer. 1,1-2,8 9. Sonnabend 26. Wochenabschnitt: Waera 2. B. M. 6,2-9,35 Haftara Ez- 28,25-29,21 Neumondsweihe 12. Dienstag 29. Jörn Kippur Katan Schewat 5697 13. Mittwoch 1. Rosch Chodesch IS. Sonnabend 4. Wochenabschnitt :Bo2.B.M. 10,1-13,16 Haftara; Jer. 46,13-28 23. Sonnabend 11. Wochenabschnitt: Beschälach 2. B. M. 13,17-17,16 Haftara: Richter 4 ±-5,31 Schabbath Schirah 27. Mittwoch 15. Chamisch ah assarb'schewat Neujahrsfest der Bäume 30. Sonnabend 18. Wochenabschnitt: Jithro 2. B. M. 18-20 Haitara: Jes. 6,1-7,6 9,5-6 blut für ein Heilmittel gegen Aussatz gehalten hätte. Es sei Pflicht der Richter, die Zeugen genau auszuforschen, um sie nicht durch Folter zu falschen Aussagen zu zwingen, was schon unzählige Justizmorde zur Folge gehabt hätte. Grotius betont schliesslich „ubi res non plane liquet, tutiorum esse quamvis nocentis absolu'tionem, quam innocentia damnationem". „Wo die Sache nicht bewiesen ist, ist es Aufgabe der Schützer des Rechts, einen Beschuldigten freizusprechen und nicht einen Unschuldigen zu verurteilen." Alfred Eisfelder. HOTELS r.\n SANATORIEN SilafoTjüjn Grunewald"» BCTlin-Gru^ewaldr.Hatenstr.'39-47 > TeL H 9 7751 jj -fr>ijr c r S a pitorium Hcicoc Mcvcr — i Streng klinisches "Haus lmii allem ' - . ' . Klomiorl für ,innere und nervöse Leiden; i ';ukd,*Rekonv alesze""ritenÄ .Großer,- Park. -; ' \ Äerziliche Leit'u'ag;'Dr. B. 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J 2, 6770 Grundschule für Knaben und Mädchen Vl.-U. II. lyceal für Mädchen Sprechzeit täglich 10 bis 11 Uhr SSSKT MURREN ''lTTSm11 Devisen nach neu verlängertem Reiseabkommen erhältlich. Schönste Südlage iDmitten 14 Morgen eigenen Besitzes. Trockenes, nebelfreies Klima, intensive Höhensonnen- Bestrahlung / Schul-Unterricht / Wintersport / . Billige Preise / Erste Eeferenzen / Begleitung ab Deutschland. Frau Dr. ROSENFELD-FREDER KING langLstaatl.gepr. Schwester d.Kinderheüanst.Berlin-Buch Murren \ Postfach 9 / Telephon .4547 Bilanzator ■ Lehrgänge BuchfUbruntrskurse. Individ. Vorbereitung für die Praxis. Ludwig Stein, Buchsachverst., Berlin SW 61, Blücherstrasse 1. Ii Nicht ymschichtungsfihig! ü ^cht berufsreif? Hn Eignungsuntersuchung und -förderung durch ■ PsYchotechn. Laborat. Kuhn f n«"",ch,rS'ii Kinderheim Michendorf b. Berlin 1 An«ei8enichiusi Telefon: Michendorf 804 — Oliva 5354* Dienstag Lesen, um zu lernen: Buber. Ich und Du.....kart. 2,50 Buber, Königtum Gottes .....«;. T j. .? 9.5« Wölbe, Geschichte der Juden in Berlin und in der Mark..................5,50 Auerbach, Wüste und Gelobtes Land, 2. Teil (Geschichte Israels vom Tode Salomons bis Ezra und Nehemia).................10,01 Philo-Lexikon, Handbuch des jüdischen Wissens . . 4,80 Landsberger, Einführung in die jüdische Kunst . . 3,40 Stillschwelg. Die Juden Osteuropas in den Minderheitenverträgen ........."... kart. 5,08 Jüdische Gestalten und ihre Zeit. Eine Geschichte des jüdischen Geistes von Moses bis Mendelssohn ........' . . . . br. 3,60, Leinen 4,50 Wittelshöfer, Sozial, und Wirtschaftsrecht. Ausgewählt und bearbeitet für die Bedürfnisse der Juden in Deutschland.............. 3,89 Friedländer, Sittengeschichte Roms 4,80 Curtlus, Blüte und Verfall Griechenlands i . , i 4,80 Loon, Männer und Meere ....... v .-. s 7,50 Waetzold, Dürer und seine Zeit ..... s . . i 4,80 Zu beziehen durch Phiio-Verlas u. Buchhandlung G. m. b. H. Telefon 3 2,1375 BERLIN W 15 Pariser Str. 44

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