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Central-Verein-Zeitung · 1924-12-19 · 51 (19.12.1924) · p. Seite 820

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
51 (19.12.1924)
Date
1924-12-19
Page
Seite 820 (sequence 8)
Language
German
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820 Nahlnachklänge. Schon in unseren Wahlbetrachtungen in der letzten Nummer ist übereinstimmend Zum Ausdruck gekommen, daß die Parlamentarische Niederlage des Hakenkreuzes den Centralverein nicht im geringsten veranlassen darf, den Kampf gegen den Judenhaß e ii n Z u st e l' len oder auch nur einZu s>ch r ü n k eu. Drei nicht jüdische Freunde unserer Bestrebungen haben uns aus eigenem Antriebe Betrachtungen über die Wahl geschickt, in denen sie übereinstimmend Zu dem Ergebnis gelangen, daß nur nicht ausruhen dürfen, sondern werter kämpfen und weiter Aufklärung gegen den Judenhaß verbreiten müssen. Wir 'lassen im folgenden die drei Einsender selbst zn Worte kommen. Die S ch r i s t l ei 1 n n g. Lehrer M. Nosler Ores-en) schreibt: Eine Schlacht gegen völkischen R a d i? a l i s m u s ist g e w o n n e n! Nicht zuletzt durch den zähen Kampf des C. V. xtiib der ihm ethisch gleichwertigen Organisationen. Eine gewonnene Schlacht ist aber nicht gleichzusetzen mit einem errungenen Sieg! Noch ist der Sieg nicht unser! Deshalb eine eindringliche Mahnung an alle, die den Kampf gegen den völkischen Ungeist führen und unterstützen. Es war immer so und ist auch begreiflich, daß nach erfolgreichem Kampfe sich bei den unmittelbar Beteiligten oft ein Gefühl des R u h.ebed ü r fn i fs.es durchzn setzen droht, obwohl jeder -gute Feldherr weiß, daß er die augenblickliche Niederlage des Feindes! sofort auZuützen, daß er n u n e r st recht Nachstößen muß. Wir wißen- — leider —, daß auch 'in uuserew Nochenr, in den Scharen nichtjüdischer und jüdirscher Deutscher, die den Antisemitismus als eine ekle Krankheit am Volksrörper empfinden, oft eine gewisse Oberflächlichkeit in der Beurteilung von Erfolgen vorherrscht, die leicht dazu führen könnte, daß der Kampfei f-er erlahmt. „Was wollen Sie denn noch? Sie sehen ja, daß die Judenhetze zurückgeht. Diese völkischen Schreibereien glaubt ja kein vernünftiger Mensch mehr. Wozu denn noch Ber- Mumlungen, wozu Gegenschriften, wozu diese ewigen Geldsammlungen? Ich kann wem Geld jetzt bester anwenden. Sie machen die Leute^ ja erst aufmerksam. Schonen Sie doch Ihre Nervenkraft." Ä v tauten die Einwünde, die man gerade jetzt zu hören bekommt, wenn man Material verbreitet, Versammlungen veranstalten, Aufklärung schaffen will. Wohl richtig, wenn gesagt wird, daß kein vernünftiger Mensch die völkischen Schreibereien liest und glaubt; aber wie viele vernünftige Menschen gibbs denn! Gerade von der Dummheit hatten' ja bisher diese völkischen Schmieranten gelebt; oder besser gesagt: Die Massen sind noch nicht geheilt, sie tragen sicher noch lange die Disposition zu Rückfällen in sich, gegebenenfalls wieder alles Dumme und Verlogene, das von völkischer Seite Verb reitet wird. Zu glauben und danach zu handeln. Die Fritsch, Dr n ter, Kunze, M ülle r-H-au se n, Bartels, Quindel, Not h und W u l l e und alle die Trabanten, die geschäftlich und politisch aus der SudeMche der angeführten Giftmischer lebten, sind noch: immer -da. Gerade die wollen nach alter Gewohnheit 'weiterleden, wollen weiter mit der Dummheit der Massen ihre trüben Geschäfte machen. Was kümmert sie das, wenn ihre Lügenbücher gründlich widerlegt sind, wenn „kein vernünftiger Mensch mehr" ihr Zeug liest und glaubt. D i e werden hemmungslos neue Lügen erdenken und niederschreiben, die werden weiter fälschen und weiter agitieren, werden „sich weiterhin der völkischen Bewegung widmen", das heißt versuchen, Volksteile in Siedehitze gegen die Juden zu bringen. Das muß verhindert werden. Wer aber das verhindern'will, der darf jetzt nicht ruhen? Wir müssen ohne Pause weiter arbeiten, weiter aufMreu! Aufklärung ist alles! Wir müssen aktiv bleiben! Dazu iroch ein Wort an die Inaktiven: Auch sie müssen helfen-! Sie müssen die u n e n tbe h x - Itdjen Mittel schaffen, mit denen die Abwehrorgamsationen sich ausbauen und erhalten können, sie müssen das Geld bringen, damit das geistige Rüstzeug wahrheitstreu und stahlhart hergestellt werden kann. Damit bringen die Geldgeber des Abwehrkampses beiweitem nur die kleineren Opf,er. Das können wir am besten beurteilen, die wir m bn „Drecklinie" stehen und u ns mit ir nf e r em gute n N am e n it n d -u nse r e r Personeiusetzen gegen die a ntis emiiischvölkische Sch m u tz w e l l e. Das muß einmal mit aller Deutlichkeit sestgestellt werden. Auch für manchen von uns aktiven Kämpfern wäre es leichter und viel, viel bequemer, die Sache „mit Geld abZumachen". Wir wissen aber, daß jeder, der den Ehrenschild des deutschen Volkes vom Schmutz des Antisemitismus gereinigt haben will, sich auf den Platz zu stellen hat, von dem -aus er am erfolgreichsten wirken kann, auch wenn er Nichtjude ist, G e - rade w i r nichtj irdischen Deutschen empfinden den Antisemitismus als doppe lte Schm a ch u m uns eres D e u t s ch t um s w -i l l e n. Nun erst recht stellen wir unsere Aktivität in den Dienst der Wwehrbewegung und überlassen'den Inaktiven mit nachdrücklicher Bitte um ausgiebige Unterstützung! ihrer Abiwehrorganisationerr die ebenso wichtige Teilaufgabe, die nötigen Geldmittel nicht nur zu Mahlzeiten', sondern jederzeit reichlich und schnell mHubringeu! Kerne Ausreden'! Wir brauchen euch! Nun erst recht! Ircm Lenka v. Noerber (Leipzig) schreibt r Wenn man bedeukt, mit welchem Mangel au Mitteln und tnmrer Spaltung die Völkischen iu dieser Wahlperiode zu kämpfen hatten, dazu den ungeheuren Geldaufwand der Maiwahlen ins Auge saßt, so erscheint es noch immer schlimm genug, daß sie trotzdem wieder 14 Mandate erlangten-. Sieht man sich dabei kleine Ortschasten, wie z. B. einige in Thüringen, cm-, m denen noch allzu viele Anhänger der Antisemiten' unbelchrt blieben, so erkennt man, daß zu einem Optimismus Zunächst kenr Anlaß ist. Da sind Orte, wie AP feist a d t mit: Sog. 25, DeutschuaL. Dp. 56, Völkische 119 und Dem. 9; S t o t L e r h e i m : Soz. 37, Deutschna't. Vp. 56, Völkische 127, Dem. 6 Stimmen. Gewiß haben auch andere thüringische Dörfer bessere Ergebniste aufzuweisen, aber gerade in kleinen Ortschasten, wo es lediglich auf die Agitationvon Mund zu Mund ankommt, setzen sich die völkischen Schlagworte unheilvoll fest. In den großen Städten haben viele Antisemiten die Deutschn-a'tionale Partei gewählt. Dort wird der Kamps klügere Formen ann-chrmn, als bei den völki-schm Nadanbrtr-devn, und Zugleich wesentlich gefährlichere, zumal die Ilnwissenheit der Mitläufer aller völkischen Lager erschreckend.groß ist. Die Aufklärungsarbeit muß viel intensiver betrieben werden, denn es herrscht in der Judenfrage immer noch eine Unkenntnis unter den deutschen Nichtj-udcn', wie sie innerhalb eines Kulturvolkes nicht geduldet werden kann. Zwei verschiedene Weltanschauungen herrschen zu gleicher Zeit iw Deutschland: Auf der einen Seite der slawische Einfluß des östlichen Deutschtums, der mit seiner minoerwerttgen Auffassung dem Antisemitismus günstig ist,; -auf der anderen Seite im Rheinland jenes fortschrittliche Denken, das allein dem Einzelmenschen int Interesse der Gesamtheit gerecht werden kann, und deshalb keinen günstigen Boden für den Judenhaß bildet. Zwei Mos ist das Kulturniveau, der Ostjuden von dem der Westjuden erheblich verschieden, aber es bleibt dabei doch die krasse Ungerechtigkeit, daß selbst irr den Zeiten wildester Auswirkung der Ostmarke n p o l i Li k den kulturell weit zu rücksteh e nden Polen mehr Achtung Zugesprochen wurde, als den tüchtigste n I u den. Das deutsche Volk muß in der Judou-srage objektiv denken lernen m\b ehrlich Für und Wider prüfen. Hier liegt eine Aufgabe der jüdischen sowohl als der christlichen Mütter. Die Kinder jüdischer Eltern müssen dazu erzogen werden, an der Aufklärungsarbeit ihren Anteil zu nehmen. Wenn sich die jüdischen Kinder grundsätzlich zurückzichen, ist das ebenso falsch, als daZ heftige Streiten der verhetztenvölkischen Jugend. Feruhalten können Oer Ideal-Büsterrkalter kür die starke Dame! Flacht jede stärkere Büste in überraschender Weise ab und überbrückt starken Magen sowie Fettpolster in Taille und Rücken. Ges. gesch. ZU EINEM „SKI-BÜSTENHALTER“ gehört eia SKI-KORSETT! 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