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Central-Verein-Zeitung · 1924-12-12 · 50 (12.12.1924) · p. Seite 803

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
50 (12.12.1924)
Date
1924-12-12
Page
Seite 803 (sequence 15)
Language
German
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803 — Nchkert,!u daZ Herz und in die Seele seiner GemeindemrLgkieder zu schauen, zw ragt ihn — wenn er seiner Ausgabe gemäß von menschlichem Sehnen sprechen will - in sich selbst zu schauen, von sich selbst zu reden. Will er dabei nicht unangebracht Persönliches hervorzerren, dann muß er das einzelne zum Allgemeinen erheben, muß aus dem Eigenen Theorie und Lehre ausbauen. Wir wollen uns hierbei aber nicht verhehlen, daß man bisher mit dieser Methode auch aus f eiten der G e nt e inde zufrieden war. Das Persönliche, aus der Gemeinde geholt oder für die Gemeinde gebracht, wurde peinlich empfunden: man wollte nicht getroffen sein und fühlt e .sich nicht getroffen. Lob bezog man allenfalls auf sich, Tadel oder Mahnung hingegen galt immer nur dem anderen. Und auch darüber wollen wir uns klar fein, daß in den letzten Jahrzehnten das TheoreLisch-Lehrhaste in den Predigten, wenigstens in den liberalen Gottesdiensten, angebracht war; denn die Kenntnis der Lehren des Judentums, die früher selbstverständlicher geistiger Besitz der Juden war, mußte mangels ausreichen, den Unterrichts und infolge ungenügender Wahrnehmung der sonstigen Belehrungsmöglichkeiten von der Kanzel aus Der» breitet werden. Und schließlich hat die an Parteibildungen so reiche Zeit des letzten .Menschenalters den Rabbiner gezwungen, von der Kanzel aus zu dem einen oder anderen Grundsatz Stellung zu nehmen, zu der einen oder der anderen Richtung sich zu bekennen: all dies war ohne theoretische und lehrhafte Auseinandersetzung kaum möglich, und so mag es manchenorts dahin gekommen sein, daß das Herz der Geweindemitglieder leer ausging, während der Geist angesüllt wurde. Aber nicht die Frage, wo dies so war und wieweit dies so war, ist von Bedeutung: von Bedeutung ist vielmehr die Tatfache, daß ein N o tsch r ei zu u ns dr in gt. daß ein Sehnen nach A end e. rung. nach Neuerung zu uns rurt. Eine Mische Frau spricht es aus wir wollen nicht die Fülle guter Worte, wir brauchen da s gütige Wortl Die Frau unserer Zeit Ms müde, auch im Gottesdienst sich den Kopf zu beschweren mit theoretisch-begrifflicher Belehrung. sie will vielmehr sich das Herz erleichtern durch lebensbLbreistiche Erhebung. Das Gedanklich-Geistige ist hart und unerbittlich, ist männlich Viele Frauen waren in den letzten Jahrzehnten durch die veränderte Lebenslage auf dieses Gebiet gezwungen worden, mehr Frauen hatten ohne Not - säst nn Sport - auf dieses Gebiet gewechselt. Aber das Wort Lichtenbergs scheint immer noch ein Stück Wahrheit zu enthalten .Die Natur hat die Frauenzimmer so geschaffen, daß sie nicht nach Prtnzrpren sondern nach Empfindungen handeln sollen." Die Geistigkeit brrngt die Frau m die Gefahr, ihr Bestes, ihre Natur, rhre Natürlichkeit zu verlieren, und dadurch büßt die Männerwelt die notwendige Ergänzung, das Gut der warmen, beweglichen Empfindung ein. Und diese ist im religiösen Leben doch ganz unentbehrlich In Zeiten der Verkehrung der Frau zu diesem falschen Zielstreben tmri> der Mann empfindungshart, kalt, oder er wird?"r Entartung der fehlenden Ergänzung weibischhaltlos. Die Zeit, die rechte Frauen hat hat auch rechte M ö n ti | r. Und so ist der Ruf dieser Frau nach dem gütigen Wort vielleicht nicht sowohl Ausdruck einer weiblichen Sehnsucht, als Ausdruck einer Sehnsucht unserer Zeit, ist Bestätigung des Lessing-!chen Wortes: „Es gibt gewisse Dinge, wo ein Frauenzimmer immer chärser fleht als hundert Augen der Mannspersonen." Der Glaube ist wieder individuell geworden, er verlangt nach persönlichem Glaubenswort, der Egoismus der Religiosität rst aus der seelischen Not der Zeit wiedergeboren und sucht das erlösende gütige Wort. Lehrprinzipren biete das Lehrhaus parteilich zergliederndes Bekenntnis die Versammlung, verbindend erlösendes, befreiendes Wort der Erheb un g sprecheimTempel k Ein gesundes Sehnen verlangt Umkehr zur Natur. Dankbar hören wir die Kunde des ersten Boten. Werden viele folgen? Rabbiner Dr. S. Levi Mainz). Wahlen Mm Pverrtzischerr Landesverband jüd. Gemeinden. Wir machen dringend darauf ansmertsam, daß die Wählerlisten am 31. Dezember geschlossen werden! Männer und Kranen, deren Namen noch nicht in den Listen stehen, rnstsserr ihre Eintragnng rrnverzüg- Lich bewirken. AnweLdeformnlare sind Ln Berlin bei den KasteAanen der Synagogen und im GemeLndeSurean (Oranienburger SLratze 2&i30) ertMMch. Ehren kreuz Wie» 1906. Gegründet 1900. Dresdner Stollen f* SuLLMria-lR0rino«"Stollen, I. Sone...Pinrrd M. 2,5» . MüNDsLstollen, k. Sorte...Pfund M. 2,5» W. Surtirnm-KrssiNen-StolLen. II. Sorte.. Plrmd M. 1.8» ff. Mübustollen, sekr beliebt.....Pfund M. 2,— Spekulatius ff. rheinisches Gebäck '...Pfund M. 3.— Honigkuchen aus garaniierr reinem Bienenhonig, wie Kleine, runde Ofeffernüffe. .Pfund M. i.— SchokoLadenwitzerr .. . ........Pfund M. 2.— Nutzhonigkuchen. ....Pfund M. 1,6» Mau^eLhouLqkucherr.. ..Pmnd 3N. t,60 SchoLolaDsuhourKku-Äen.Pfund M. 1,6» Makrou?uhonigZachen. Pfund M. 2,— alles ernschlienlrch Verpackung ab hier per Nachnahme. vis-ä-vis ßr Fernsprecher: Prima Qualität. Lahrnanns Sanatorium. Amt Loschwitz 941 nnd 793. Soraialrigsre Bedienung. W i Der Ideal-Büstenhalter für die starke Dame! Flacht jede stärkere Büste in überraschender Weise ab und überbrückt starken Magen sowie Fettpolster in Taiile :: und Rücken :t Ges. geseb, ZU EINEM „SKI - BÜSTENHALTER“ GEHÖRT EIN 5$. Paul Dor-ff K G. m. b. H. 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