Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 49 (4.12.1924)
- Date
- 1924-12-04
- Page
- Seite 778 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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778 Aber aus dem Hm-tergrund der Heiligkeit Gottes erhebt sich im Alten Testament um 'so heller und leuchtender' das Herzstück der alttestamentlichen Gottesoffenbarung: die Barmherzigkeit^ Gottes. Schon Mose wurde diese innerste Sette im Gottesb-ilde offenbart. Er durfte durch einen Spalt die Herrlichkeit Gottes von hinten sehen. Der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und ries: „Herr, Herr, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue! Der da bewahret Gnade in tausend Glieder und vergibt Mt sie tat, Ueber tretun g und Sünde und vor welchem niiernund mrschnldig ist." , 2. Mose 34,5—7. Das sind nicht vereinzelte Aeuszerun-g-en, sondern das Zieht sich durch die Geschichte Israels in ergreifender Wirklichkeit und Wahrheit hindurch und ftraifyü herüber zu den heidnischen Völkern. Man denke nur an die Schilderung der Barmherzigkeit Gottes in Psalm 103 In einzelnen völkischen Kreisen wird die Auffassung vom „racheschnaubenden Judengvtt" als sicheres Ergebnis der Wissenschaft weiter getragen. Wir bitten alle, die solche Urteile fällen, erst einmal selbst an die Quelle zu -gehen und mit Nutze zu prüfen, ob der Gott des Alten Testamentes ein „a* ctcheschuaubeoder Judengott" ist. Freilich, wer die weichlichen. rationalistischen Gedanken „vom lieben Gott" in sich hegt, der wird die herbe Größe des alttestamentlichen Gottesgedanteus nicht verstehen. Er versteht dann aber auch nicht den „Vater unsers Herrn-Jesu Christi", der nur auf dem Hintergrund des „Heiligen in Israel" erfaßt werden kann, lieber den G e d a n k c n d c r A u s e r no ähltheit des jüdischen Volkes äußert sich Lie. Wiel an dt in einem kleinen Heft: „Fort mit dem Alten Testament?" (Evang. Pressedienst.) Im Munde eines heutigen Juden mag es hochmütig sein. Uebrrgens teilen solchen Hochmut auch christliche Völker, wie das englhcho^ aber auch diejenigen deutschen Brüder, die gelegentlich das deutsche Volk für auserkoren gehalten haben. Dergleichen freilich ist blinde Selbstüberschätzung. Aber das ist Tatjache, daß Gott seine Gaben an die Einzelnen wie die Völker verschieden verteilt. Man sehe nur die ganz verschiedene Begabung der Hauptvolker des Altertums an. Der Reichtum der alten Israeliten an religiös-sittlichen Führern ist ganz ausfallend; kein Bott hat entfernt dergleichen. Ebensowenig" hat ein Volk eine solche Geschichte durch alle Rot und allen Trost hindurch gehabt. Das sollte wirklich keine besondere göttliche Führung und' Erziehung gewesen sein? Aber dabei muß noch eines hervorgehoben werden. Diese „Erwählung" war keine Erwählung zuin eigenen Genuß, sondern Zum Dienst an der Menschheit. „Aus allen Geschlechtern auf Erden habe ich euch allein erkannt," spricht Gott bei Auws, „darum will ich euch auch heimsuchen in aller eurer Missetat." (3, 2.) Und so auch die anderen Propheten. Es ist . . . etwas Großartiges, wie sich diese gottbegeisterten Führer Israels rücksichtslos gegen jede Sünde, auch der Mächtigsten, aussprachen, und ein glanzendes Zeugnis für die religiöse Aufrichtigkeit des Alten Testamentes, daß es alle Sünden und ihre Strafen offen erzählt. „Kein anderes Literaturwerk des Altertums geißelt die religiöse Untreue und die sittlichen Verirrungen mit solchem Ernst, wie das algebraische Schrifttum/ (E. König „Israels Religion nach ihrer Stellung in der Geistesgefchichte der Menschheit." Gütersloh 1919.) Völkische Fiihrer. Im Verlage Viktor Engel, Leipzig, Bayerische Straße 1, erscheint soeben eine Broschüre „Deutschvölkische Führer, 50 Heldenbilder" von Heinz E i s g r u b e r , die eine Galerie besonderer Art darstellt. Für den Wahttämpf dürsten die Angaben, die über die „Prominenten" der völkischen Bewegung zu finden sind, recht wertvolle Dienste leisten. Mitarbeit zur Wahl. Von den verschiedensten Seiten in Groß-Berlin und aus dem Reiche gehen uns fortgesetzt Flugblätter und Klebezettel Zu, die meist der gegnerischen Seite entstammen. Wir sind für solche Mitarbeit sehr dankbar und bitten herzlichst, sie fortzusetzen, damit wir jederzeit über die neuesten, gegnerischen Druckerzeugnisse und deren Verteilungsort unterrichtet sind. Bei der Fülle solcher Ettraänge ist es leider unmöglich, jedem einzelnen der Einsender zu dünken. Wir bitten daher, auf diesem Wege allen unseren Freunden rurseren herzlichsten Dank mit der Bitte weiterer Mitarbeit anssprechen zu dürfen. Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. Dre Zudensegnerische Wahltsrresiporrdenz. In der Nr. 47 unserer „C. V.-Zenung" brachten mir unter dem Titel „Auch der Scherl-Verlag?" Mitteilungen /tus der Korrespondenz der Wirtschastüstelle (Wipro), welche ein abgeichmacktes, judengognerisches Zwiegespräch enthält. Wir hatten daran die Frage geknüpft, ob der Verlag August Scherl, der dre gleiche Adresse und die gleichen Telephonnummern mit der Wipro hat, diese geschmacklosen Anpöbeleien decken wolle. Die Wirtschafrsstelle der Provinzpresse E. m. b. H. (Wipro) übersendet uns nunmehr das folgende Schreiben: "3u Ihrer letzten Nummer vom 21. November bringen Sie unter der Usderjchrrft „Auch der Scherl-Verlag?^ eine Mitteilung, die angeblich der Wlpro-5<LrrespondenZ entnommen ist. Am Ende Ihrer Ausführungen stellen Sie die Frage, wie sich der Verlag August Scherl G. nt. b. Z. dazu stelle. Der Verlag August Scherl, der von dieser ganzen Angelegenheit erst durch Ihre Notiz Kenntnis erhalten hatte, fragt bei uns an, wie 'sich die Sache verhalte. Daraufhin haben wir die Auskunft erteilt, daß die in Frage stehende Notiz ohne unsere Kenntnisnahme tatsächlich—in einer Wahlmater enthalten gewesen sei, die bei uns gegen Drucklohn hergestellt wurde, aus deren Inhalt aber uns keinerlei Einflug zustehe. Gleichzeitig mit dein Druckauftrag fei uns auch von den Auftraggebern die Liste der Adressaten geschickt, an die diese Korrespondenz zu gehen habe. Daß die- Redaktion der Wipro sich mit dieser Notiz nicht identifiziert, mog schon daraus ersetzen werden, daß' diese Wahlrnater nicht an die Abonnenten der Wipro als solche geschickt wurde, sondern, wie gesagt, nur an jene Adressaten, dick vom Drnulaustraggeber ausdrücklich namhaft gemacht waren. Die Redaktion der Wipro, die ihre Korrespondenz an Blätter verschiedener Parteien verschickt, hat sich stets von konfessionellen Streitigkeiten ferngehalten, ein Grund mtz, an dem sie auch in Zukunft sesthalten wird. ■ Hochachtungsvoll Wipro, Wirtschaftsstelle der Provinzpresse G. -m. b. H." mm, Die Mutter die ihre Kinder mit Ramogen ernährt, gibt ihren die beste Grundlage fürs Leben: Kraft und Gesundheit Vorschriften frei und unverbindlich durch Deutsche SVlüchwerke Swingenberg (H.). ml äfenlei;w: A L; F£:R STR verblüffende Heilerfolge bei Mhma chronischem Bronchialkatarrh, Herzschwäche, Lungentuberkulose und Schlaflosigkeit. Mer auf sein Leiden zurücksehen will wie auf einen bösen Traum, der nie wiederkehrt, der nehme die Professor Pr. Auhnsche Maske. 2—5 mal täglich wenige Minuten lang ohne alle Umstände und ohne Berufsstörung anzuwenden. Tausendfach erprobt und glänzend begutachtet von medizinischen Autoritäten ersten Ranges. (Drei Größen, für Männer, Frauen, Rinder.) 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