Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 49 (4.12.1924)
- Date
- 1924-12-04
- Page
- Seite 765 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2277464-2277512--01665-2280936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mit SN SM WS Serlin, 4. Dezember 1924 HI. Jahrgang * Nr. 44 tinjrinuramer 10 Soldpfennig Kötter für Dratfctttam unötpdentiun. Monatssbonnement 40 Goldpfennig vryan des LatrotVerems Öcutsck^ StaatsdüryeriEcdrn VtauvenL^v. S^ll^sn^sir^s cjss Ou.ccksr^k^rris Verlag und Schrislleitung: Berlin SW 68, Lindenstr. 13. Fernsprecher: Amt Dönhoff 3594, 35S5. Bankkonto: Dresdner Bank, Wechselstube G, Berlin SW 68, Lindenstr.7 Alleinige Anr.eiaenannahme: Annoncen* Expedition Rudolf Mosse, Berlin 8^19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,75 Gvldmark für die 7 gespaltene Zeile nach Kudolf Mosses Normalzeilenmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder de- Central-Dereins 0,40 Goldmark, die 90 mm breite Reklamezeile 4 Goldmark Der große Entsiheiöungstag. Deutschlands Schicksal ist Euer Schicksal! In 241 deutschen Städten haben sich in diesen Tagen die deutschen Juden zusammengeschlossen, um einmütig ihr Bekenntnis zum deutschen Staate abzulegen und das Gelöbnis zu erneuern, ihre Kräfte in den Dienst positiver deutscher Arbeit zu stellen. Gegen die deutschnationale Parole „Gegen Juden- und Franzosenherrschast" ist nicht nur in zwei Massen- Versammlungen in Berlin, sondern allerorten im Reiche lauter Protest erhoben worden. Jetzt gilt es zu handeln! Der Worte sind genug gewechselt! Wir müssen in geschlossener Phalanx, mit allen zur Bersügung stehenden Stimmen in den großen Entscheidungskampf eintreten. Der 7. Dezember hat auf vier Jahre hinaus die Entscheidung darüber zu bringen, ob in Deutschland Ordnung und Ruhe herrschen und ehrliche Wiederaufbauarbeit ungestört verrichtet werden soll. Der 7. Dezember wird weiter darüber zu entscheiden haben, ob Deutschland, befreit von der Schmach des Judenhasses, sein Unsehen als Kulturvolk in der Welt behalten und stärken wird. Der 7. Dezember gibt uns deutschen Juden vielleicht die letzte Möglichkeit, durch den Stimmzettel sür die Gleichberechtigung der deutschen, Judenheit einzutreten. Denkt an die Anträge, die mit offener oder stiller Hilfe der Deutschnationalen Deutschvölkische zur Entrechtung der deutschen Juden im Reichstag und im bayerischen Landtage gestellt haben! Wollt ihr deutsche« Jude« in eurem deutsche» Vaterlande als Ausländer erklärt und behandelt werden? Wollt ihr von den freien Bernsen ausgeschlossen, in der freien Betätigung ans allen Gebieten behindert werde»? Soll Leib und Leben Der Juden in Deutschland nicht denselben Schutz geniesten wie das der übrigen Mitbürger? Die deutschen Juden kämpfen am 7. Dezember nicht nur sür ihr Recht, nicht nur für das Schicksal der deutschen Juden, sondern in erster Linie sür die Zukunft unseres deutschen Vaterlandes. Mögen alle deutschen Juden, Männer und Frauen, an diesem Tage eingedenk sein, daß sie die Verantwortung für die weitere Gestaltung unseres deutschen Schicksals tragen, daß sie selbst am 7. Dezember die Entscheidung in der Hand haben über Verfassung oder Entrechtung. Justizrat Dr. Julius B r o d n i tz. * Unsere 241 Kundgebungen. Am Sonntag, den 30. November, rief der C. V. seine Mitglieder und alle, die seine Arbeit unterstützen, zu 241 Kundgebungen im ganzen Reiche auf. Hier steht die Verfassung, die den friedlichen Aufbau des Vaterlandes sichert, dort steht die E n t r e ch t u n g, die Teile des deutschen Volkes in ehrabschneidender Verallgemeinerung gewaltsam aus diesem Aufbau ausfchalten will, und daraus folgt die Verpflichtung, am 7. Dezember mit der friedlichen, aber dennoch so schlagkräftigen Waffe des Stimmzettels aufzutreten gegen alle Verfassungs-, gegen alle Vaterlandsfeinde. Diese Gedankengänge durchzogen die Reden in allen Versammlungen, die, soweit uns Berichte vorliegvn, stark besucht und teilweise überfüllt waren und in denen Begeisterung und frohe Zuversicht herrschten. Uoberall fand die Treue zum Central-Verein herzlichen, ein- Leder muß lesen: Der GntscheidungStag. Von Zustizrai Vrodnih. Am was seht es am r.Dezember? Von Sans Seite 766. Erinnerungen eines Feldgeistlichen. Don Dr. M. Salomonsli. Seite 776. es deutl von Zustizrai Falk. Seite 77». Die Pflicht des deutschen Zudem