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Central-Verein-Zeitung · 1924-11-28 · 48 (28.11.1924) · p. Seite 744

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
48 (28.11.1924)
Date
1924-11-28
Page
Seite 744 (sequence 4)
Language
German
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744 ' Sfcrtttactt Insterburg Iserlohn A lpcr v w i tz. San.-Rat Dr. N o s e n 11) a l. Jülich- Gemeindehaus . . Königsberg u Pr. . . . Kreuznach, Hotel Kautzenburg Alfred W e y l. Dr. Ismar Freund (Berlin). Twrarzt Dr. Vogel. Leipzig, Ce nt r a l -Thea ter- Kammermusikfaal. Linz a. Nh.- . . Leob-chütz, Deutsches'Haus . . Liovstadt.. * Lätzen.. Lünen.. . Ludwiashafen ...... Lyck ... Magdeburg, Richards Festsäle Mannheim .,, . . Marien-burg. Gesellschaft sh-aus Mer gen! heim. Minden.. Mülheim a. d. Ruhr . . - . . Münster . Neustadt fO.-S.), Deutsches Hans Neuwied, Hotel Hohenzollern Oöcrhauscn ...... Ortelsburg ...... Osterode i.Pr. . . . . < PaDcrborrr ...... QuaLenbrück ..... Nastcubura . Dr. G o X b m n n n und Dr. G r a f. Dunau Hirsch. Lehrer L e v y. R ubin st ei n. Mar Littwa ck. Studiendirektor DD Bohner. Dr. Karl Kauf m a n n. Drieü S v l m s e n. Dr. Weil. Prediger H e l lm an n. Rechtsanwalt Dr. Stern. Wich. K a l l m a n n. Bcrthold H o r w itz. Kurt Sabatzky. Lehrer Trepp. Alfred L e w i n. Recklinghansett Remscheid . Biegen » * * s * s .• * * Simmern , . . » Boejt .«>:•••«!»*' Solingen. Speyer, Restaurant GambrinuZ Steele . * S *!ü * * S t Tost (O.-S.) , * , Ulm . . S S S . * Huna *»??«.«f*§ BloLhS .»«**« » .. * WÄrrrLo-Eickcl Warburg Wesel Witten.. . - s Lehrer Lehmanrt- William gianfenfieiifPi Rechtsanwalt W i Ich. Frip R o s e n t h a ll Ministerialrat Hirschch Stuttgart. Lehrer Lewh. k Die Kundgebungen am 27, November. Dresden * . 2 , * , s > Frau Dormitzer und Rapp ap o r t. Weinheim x - . Dr. Hans Götzel (Mannheim). Die Kunvgek'rügen an: 1. Dezember. Breslau, Kammermufiksaak, .Dr. Tarnowski, Dr. FrSn-! e l und Frau I n ft 131 a t DUenborj. Neidenburg * r > ,• , f * Kreisrabbiner, Dr. Neufeld (Insterburg). Hrgsn K?Ksrrh§§rfchaft unö FranZssercherrschaft. EchLrsste ALlehn««g Ser SeutschmaLionaken SchmShimge«. — „Die Parole der Derrlschrrattor-.alerr vierrt den IufLrnkLcn Der niederen Masse." — 5000 Menschen zur Stelle. — Tausende finden keiner! Einlatz. — Die Parallelversammlnng ist überfüllt. „ Stimmungsbild. Sehr. Verl i n, den 24. November 1924. Mehr als ein Dutzend öffentlicher Versammlungen haben -'gestern in Groß-Verlin Aufklärung in die Wühlermassen bringen wollen. Alle Parteien, von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken, hatten ihre besten Redner aufgeboten, um die Säle zu füllen. War angesichts dieser Hochflut von VersammlungZlätigkeit eine öffentliche P r o t e st v e r s a m m l u n g des C e n t r a l - V e r b a n d e s nicht ein großes Wagnis? Wer gestern abend Zu den „S p i ch e r n f ä l e n" pilgern wollte, brauchte nicht ortskundig zu fein. Die Spichernstraße durchflutete schon kurz nach 7 Uhr ein M e n s ch e n st r o m. Man brauchte nur an den Ufern dieses Stromes entlangzugehen, um das Versammlungslokal zu finden. Wer nach 714 Uhr kam, mußte schon ein guter Ringkämpfer sein, wenn er siegreich aus dem Kampfe mit dem Saalschutz hervorgehen wollte. Wer später eintras, scheiterte an einer Mauer von Schupoleuten, die undurchdringbar war. Unter Führung freundlicher junger Mädchen des Centralvereinsburesus wurden die abgedrüngten Massen in die Aula des B ismarck - G y m n a s i u m 8 geleitet, das in der Pfalzburger Straße, etwa zehn Minuten von den Spichernsälen entfernt, liegt. Auch hier ein Ansturm, wie inan ihn während der Wahlbewegung in Berlin nur selten gesehen hat. In wenigen Minuten war die Aula des Gymnasiums so überfüllt, daß auch hier wieder viele Hunderte keinen Einlaß fanden, und eigentlich eine Parallelversammlung der Parallelversammlung notwendig gewesen wäre. Diese Begeisterung, diesen Kampseseifcr muß man gesehen und erlebt haben! Herrliche Stunden, die m i t d e m mannigfachen Herzeleid aussöhnten, das Gleichgültigkeit in unseren Reihen im Laufe der Jahre hie und da gerade in Berlin den Kämpfern im Centralverein bereitet hatte. Tr. G l a s e r f e l d, der Vorsitzende der Ortsgruppe Schöneberg, eröffnet die Massenversammlung in den Spichernsälen im Aufträge des Einberufers, des Verbandes G r o ß - B e r l i n e r O r t s - gruppen. Justizrat Brodnitz, der unermüdliche und unerschrockene, allzeit bereite erste Vorsitzende des Central Vereins, geht zum Rednerpult und hat bald die Anhörer in seinen Bann. Er spricht nicht nur deutsch, er i st deutsch. Selbst ein Kind der Provinz Posen,' in der die jüdische Bevölkerung die Bannerträgerin der deutschen. Kultur gewesen ist. weiß er aus eigenster Beobachtung, wie weh polnisches Unrecht tat. So hatte sein Protest gegen das Schandurteil im Falle Rathusius moralische Kraft und Stärke. Demonstrativer Beifall setzte bei diesen Ausführungen ein. Ein anderes Bild. Dr. Wiener, der Syndikus des Central^ Vereins, der gleich Direltor Dr. Holländer in ungezählten Aufklärungsversammlungen Licht und Wahrheit verbreitet hat, läßt die großen jüdischen Eeisteshelden Revue passieren. Dr. Regensburger, der zur Abwechslung den Präsidentensessel des Braunschweiger Parlaments mit einer Volksversammlungstribüne emtauschen mußte, zeigt sich sogleich als der politische Kämpfer, der unnachsichtlich mit Beleidigern und Verleumdern ins Gericht geht. Minutenlanger Beifall, der sich immer und immer wiederholt und schließlich nur durch die Glocke des Vorsitzenden gedämpft und beendigt werden kann, überschüttet den Redner für seine Ausführungen, die eine Tat bedeuten. Dr. Margarete Edelherm-Meseritz hat gleichfalls das Ohr der Versammlung, als sie in durchdachten, aus echt weiblichem Empfinden gesprochenen und daher eindrucksvollen Worten sich gegen die politische Gleichgültigkeit in den Reihen der jüdischen Frauen wendet. Die Aussprache ist recht lebhaft und dauert länger alZ zwei Stunden. Vertreter der verschiedensten politischen Parteien nehmen das Wort. und die Versammlung nimmt ganz den Charakter einer politischen Volksversammlung an. Rede und Gegenrede, Beifall und Widerspruch. Was eine echte und rechte Volksversammlung ist, muß jede freie Meinungsäußerung vertragen können! So wirkte die Aussprache belebend, zumal ave Redner einmütig erklärten, da^ der Kampsaufruf der Deutschnationalen gegen das deutsche Judentum nur ein M i t t e l zu dem Zweck sein toll, die Blicke der Massen von den deutschnationalen Ständen auf das Häuflein der deutschen Juden abzulenken. Noch einmal wissen Tr.- Regensburger und Justizrat' Brodnitz die Massen zu einer begeisterten Willenskundgebung für das stolze Panier des Centralvereins emporzureißen. Nichts von einstudierter Mache, wie man es oft rn deutschnatioualen Versammlungen findet, als der Vorsitzende die Versammlung schließt und sich die Anwesenden spontan erheben und den dritten Vers des Deutschlandliedes: „Einigkeit und Recht und Freiheit" singen. V§rharrDlrmgsLer?cht: Die Versammlung in den Spichernsälen wurde von ihrem Leiter, Herrn Dr. med. Glaserfeld, um 8 Uhr 10 Mm., für eröffnet erklärt. Sodann nahm als erster Redner das Wort Herr-Justizrat Dr. Julius Brodnitz, der erste Vo r sitzende des Eerrtrslver* eins, und führte etwa folgendes aus:

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