Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 44 (31.10.1924)
- Date
- 1924-10-31
- Page
- Seite 670 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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670 Bericht -es Jü-isch-thet>Logischerr Seminars FraenckcLscher Stiftung für die Jahre 1922 und 1923. Wissenschaftliche Beilage: „Die Anlehnung." Ein Kapitel aus der habachischen Exegese von Professor Dr. Michael Gnttmann. Die vorliegende Studie ist in hebräischer Sprache geschrieben und wendet sich an einen gelehrten Kreis. Sie gibt aber willkommene Gelegenheit, auch ein größeres Publikum auf das Lebenswerk ihres Verfassers hinzuweisen. Professor Gnttmann hat es unternommen, ein Sachwörterbuch des Talmuds unter dem Titel „Masteach Hatalmud" 31t schreiben, von dem bereits Zwei Bände vorliegen. Darnit wird zum ersten Male eine erschöpfende und zuverlässige Sammlung des ungeheuer reichen Stoffes, den der Talmud bringt, gegeben werden. Keine Wissenschaft hat vielleicht so sehr wie die talmudische bisher unter einem Mangel an erschöpfender Uebersicht des Stoffes, Genauigkeit und Sorgfalt in der Verwertung zu leiden gehabt. Einseitige und unvollständige Darstellungen über ihn sind die Quelle für die Jrrtümer und Verleumdungen, die über ihn im Umlauf sind. Erst, das Werk Professor Guttmanns wird die Grundlagen schaffen, auf denen wir 31t einer Untersuchung der Religion, der Ethik, des Rechts, des Nachrichtennraterials und der Methode des Talmuds Vordringen werden, die sich aber von jeder Art von Apologetik wie auch von Unterschätzung ihres Gegenstandes wird freimachen müssen. Das Werk Professor Guttmanns, von dem, soviel wir wissen, die bisher erschienenen Bände bereits vergriffen sind, wird mit amerikanischen Mitteln weitergedruckt. Die deutsche Judenheit aber darf stolz sein, diesen Gelehrten von internationalem Ruf jetzt zu den Ihrigen zu zählen, und wird sich oft seines sachkundigen Rates erfreuen können. , .E r n st Jacob. „Meine Herren, öie Lerche!" Wohl wenige wissen, woher die Redensart stammt: „Meine Herren: die Lerche!" — Der Antisemit Stöcker gehörte zu den deutschen Sieben, die den Juden nicht lieben, und hielt in Münster nach der großen Judendebatte in der Sitzung des Preußischen Abgeordnetenhauses vom 22. November 1880 eine Brandrede. Er fuhr die fossilsten Geschütze aus: die Inden bekämen heimlich Steine in die Särge, 'um nach dem Tode, falls sie Christen begegneten, sie bombardieren zu können! Wer einmal im Leben eine Jüdin geküßt hätte, sei int Blute verdorben, denn das jüdische Gift dringe so^ct durch die Poren ein! Schaddei heiße Teufel und sei deshalb der Gott Abrahams! Der Meineid würde von seiner Sippe bis henke als. Religion gefordert, zu Nitualgebrauchen verpflichtet, die einen Christen schaudert auszusprechen! „Der internationale Mädchenhandel ist ihre Domäne! Versippt über alle Länder, zehren sie den Völkern das Blut ans! Die Presse, die Kunst wird von ihnen beherrscht, die Wissenschaft ist schon halb erobert! Tie Landwirtschaft seufzt nach Befreiung von jüdischen Viehhändlern, die städtische Kaufmannschaft von ihrer unsauberen Konkurrenz! .Man glaubt, die Juden 31t kennen, weil man ihre Bärte gesehen'. spottet Heine, »aber man -kennt sie nicht, sie sind ein wandelndes Geheimnis!' Und" — der Redner hob die Fäuste — „schlafen wir denn alle noch? Wer besitzt die erste Stimme, die uns weckt?" Da erscholl die tiefe Grabesstimme Blombergs! aus der hintersten Saalecke: „Meine Herren: die Lerche!" (Aus dem „Tollen Blomberg" von Josef Winckler, Deutsche Verlagsanstalt.) Kommerzienrat Hamburger 70 Jahre alt. Kommerzienrat N. H a m bürget, einer unserer ältesten und bewährtesten Mitkämpfer, konnte nur 26. Oktober die Feier seines 70. Geburtstages begehen. Aus Liebe zu seinem deutschen Vater lande verließ er seine Heimatstadt Posen, um nach Berlin zu übersiedeln. Auch hier widmete er sich wie vordem in vorbildlicher Weise den Ausgaben unseres Vereins und übernahm die Leitung unserer Ortsgruppe Charlottenbnrg, in der er nunmehr in tatkräftiger und unermüdlicher Weise tätig ist. Der Vorstand des Centval-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischjen Glaubens E. V. sowie des Verbandes Groß-Berliuer Ortsgruppen und die Ortsgruppe Charlottenburg ließen es sich nicht nehmen, durch eine von den Herren Rechtsanwalt Hanse, Sander und Handelsgerichtsrat Aschne r geführten Deputation dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche und den aufrichtigsten Dank des „C. V." nu szu sprechen. Herr Otto I. Krefft, Vorsitzender des Verbandes Groß-Berliner Ortsgruppen des C. V., ist zum- Handelsrichter ernannt worden. Antworten. -Nach Amberg. Herr Georg Baumann, in Firma Gebr. Baumann (Amberg), lehnt den Vorwurf, der gegen ihn im März 1923 (vergleiche „C. B.- Zeitung" ,Nr. 18, II. Jahrgang.) erhoben Wurde, daß die Firma die nationalsozialistische Bewegung unterstütze, ab. Er erklärt ausdrücklich, mit der wüsten Judenhe-tze der N a t i o n a l s o z i a l i st e n niemals einverstanden gewesen zu sein. Noch Duisburg. Während des Kol--Nidre--Gottesdienstes wurden vom Cohn des Pfarrers Krügell und dessen Freunden Steine gegen die stark besuchte Synagoge geworfen, die die Fenster zertrümmerten, ohne das glücklicherweise jemand zu Schaden kam. Die Täter wurden polizeilich festgestellt. Israelitische Gemeinde Mülheim (Bezirk Koblenz). Die Gemeinde ist gezwungen, ihre stark beschädigte Synagoge neu aufzubauen und bittet zu diesem Zweck um Spenden an den Kassenführer der Baukommission Moritz K o m b e r t Die doppelte Anzahl Mitglieder! Bor einigen Wochen riefen wir diese Forderung unseren Berliner Mitgliedern zu. Ein großer Teil unserer Anhänger Hai uns eine beträchtliche Anzahl neuer Mitglieder zugeführt. Viele fehlen aber noch; Noch einmal wenden wir uns deshalb an unsere Mitglieder: Sendet sofort die übersandten Liften mit mindestens sechs neuen Mitgliedern an uns zurück: Verband Grotz-Berliner Ortsgruppen des C. B. viaetsi-leueo^-Srütoksn, unbegrenzt Iia.ltbareWeissbrötchen, ärztlich begutachtet und verordnet. 10 Beutel ä 4 Brötchen M. 2,50, 100 Beutel M. 25,- franko. Diaeiei-PrimSrbrot. G-esclnnack herzhaft wie richtiges Schwarzbrot. 1 Brot M. 0,60. . Diaeies-PrimSrmehl zur Herstellung des' Priniärbrotes im eigenen Haushalt 1 Beutel =' 2 Brote Jl. 1,—, 15 Beutel M. 15,— franko. Diaeiei-Ferment-Schokolade, ohne Saccharin. Höchster Wohlgeschmack. 1 Packung M. 1,—, 10 Packungen M. 10,— franko. Ferner: Weizenmehl, Früchte, Marme- ■ - laden, Säfte. - •-v- > Verlangen Sie unsere ausführliche Preisliste, welche sofort franko zugesandt wird. SIMONS APOTHEKE, BERLIN C2 SPANDÄUERSTR.1? Berlins älteste Apotheke, priv A.D.14Q6. -•*>, m : MERKUR 3000-3004. 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