Wissen und Waffen
- Journal
- Wissen und Waffen
- Volume
- [2. Folge] (1924)
- Issue
- 1 (31.10.1924)
- Date
- 1924-10-31
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Vulgata Zitiert, ganz abgesehen davon, das; jeder Jude, der dieses von! der göttlichen Weisheit gesprochene Wort auf einen sterblichen! Menschen bezieht, sich geradezu der Gotteslästerung schuldig macht. i st Daneben gibt es unzählige Stellen in den Dialogen, wo! MedÄNksZs, Siitzp Ed Worte gssrtt gsstöhterr find rrnd, in an-- j oercnt Zusammenhang auf Juden bezogen, Inden in den Mund tzelegt, einen schrofferell und total veränderten Sinn erhalten. Die Fiilschnng also, liegt Aar Zutage. 'd Aber es gibt reine noch so offenkundige Tatsache, die die Fälscher Und ihre Eideshelfer veranlassen tonnte, nach der Entdeckung ihrer Schandtat aus der Oeffentlichkeit zu fliehen und in Scham und Nene sich in den äußersten Winkel zu verkriechen, damit sich niemand ihrer Und -ihres befleckten Namens erinnert. Was Lun die Fälscher der Protokolle und ihre Helfer? Die Fälschung ist jedem denkenden Menschen, der sich überhaupt so weit herablüszt (sofern er es nicht aus Verteidiguugszwang tut), dieses Machwerk zu studieren, offenkundig und klar. Jelll aber kommen die Diebe und Falscher und fälschen huch noch das Bild der Wirklichkeit um, indem sie glauben, aus diesem Wege ihre Fälschungen verdecken zu können. Sie glauben, den Menschen ein falsches Weltbild suggerieren zu können, um dann im Sinne ihrer Interessen und ihrer Fälschung weiter zu wirtschaften. Der klassische ,-Beweis" der Fälscher. stst folgender: Selbst wenn sich nicht der geringste Beweis für die Herkunft und Authentizität der Protokolle erbringen läßt, so zeigt -die Entwicklung der Dinge und der weltgeschichtlichen Begebenheiten, daß die in dm Protokollen niedergelegten Gedanken rn der Gegenwart tatsächlich mehr und mehr ihrer Verwirklichung euLgegenischreiten. B e h e r r s ch t der I u d e nicht tat s ü ch l i ch die Welt? Hat e r n i ch t überall sei n e Hand i ui Spiel? Ist er es nicht, der den Weltkrieg entfacht hast, der die Revolution hervorrief, die Könige stürzte, alles Geld erraffte und dadurch die ptaaten und Negierungen unter seine Botmäßigkeit zwang? Wenn ein Beweis für die Echtheit der Protokolle notwendig ist, hier ist er! Bedarf es noch eines theoretischen Beweises, da die Wirklichkeit so offensichtlich den Erfolg des jüdischen Herr sch a stsfr rebens bezeugt? Dieser Gedanke ist nichts als die Krönung der Mystifikation. Nachdem die Fälscher einmal die Protokolle erdichtet haben, kommt es ihnen durchaus nicht mehr darauf an, die ganze Welt u ud i h re V e r hältnisse u in z u d i ch t e n. Es ist eine beliebte Methode der Antisemiten, der We?amtheiL dse Jrrden dis Schrrld an allem Nebel in der Welt äufzubürden. Es sind alles tausendmal widerlegte Vorwürfe, die mit der Hartnäckigkeit des Unkrauts immer wieder emporschießen, selbst wenn sie tausendmal geköpft wurden. Welcher Jude hat den b^riög entfacht? Man möge uns einen Namen neunen, den Namen eines Juden irgendeines der kriegführenden Staaten, der inr offiziellen Aufträge des Judentums das Weltunheil bewußt und mit Ueberlegung heraufbeschworen hat. — Man möge uns den Namen 'eines Juden nennen, der an verantwortlicher Regierungsstelle den! Ausbruch des Krieges mitverschuldet hat. Oder man möge uns wenigstens den Namen eines Juden nennen, der, ohne au verantwörtlicher Stelle gestanden zu haben, als Privatperson eine solch unheimliche Macht auf dieRegierungsgewalLen ausübte, daß sie seinem Gebot unbedingt und unweigerlich Folge leisten mußten. Man liebt es in Deutschland, Männern wie Rathenau und Ballin einen ungeheuren Einfluß auf die Entschließungen des deutschen Kaisers zu unterschieben. Es ist bekannt, daß B al L i n den Kaiser fast k n i e f ä l l i g n m die V e r m eiduug des K rieges gebeten hat, daß er später aus Gram über das unglückselige Schicksal seines Vaterlandes dahingestorben ist. Auch Rat heu au zählte niemals zu den Kriegshetzern Wo His Beweise fm die -BehiMptmrgsw der- Fälscher? 11 n d w e r h a t die R e v o l u t i o. u e n h e r v orgerufe n? (5s "kann nicht wundernehmen,' wenn Juden in denjenigen Ländern, in denen sie stets unterdrückt worden sind, in denen sie auch heute noch nicht die volle Menschenacht-ung genießen, denjenigen Parteien angehören, die am ehesten legitimiert sind, ihre Menschenwürde zu erstreiten. Das zaristische Rußland, das die Juden unterdrückte, knechtete und knebelte, in blutigen Pogromen marterte und hnältej gewissermaßen als Ventil für revolutionäre Volksstimmungen benutzte, wo die Volkswr.lt ausströmen konnte, dieses zaristische Ruß-; ianb hat kein Recht, zu grollen, wenn diese, schlechter als Vieh behandelten Juden seinen "Sturz bejubelten. Und dennoch muß anerkannt werden, daß die Zahl der jüdischen Revolutionäre und Bolschewisten verhältnismäßig klein ist. Es sind nur wenige Juden, die an der Spitze der bolschewistischen Bewegung stehen, und es ist bei weitem nicht ein unverhältnismäßig hoher Prozentsatz von Inden, die dem russischen Bolschewismus auhängeu. (Man lese darüber nach bei Bulaschow: „Bolschewismus und Judentum." Philo-Verläg, Berlin SW..C& Seltsam ist es fernerhin, erkennen zu müssen, daß in Rußland sowohl wie in Deutschland die j ü d i s ch e n A n h ä n g e r der R e v o l u H o n s i ch vom eigentliche u I u d e n t u m a b - gewandt haben. Es verbindet sie nicht das geringste Gemeinschaftsgefühl mit ihren Glaubensgenossen. Meist haben sie sich von der j ü d i s ch e u R e l i g i o n l o s g e s a g t. Und wie steht es mit "der Behauptung, daß die Juden alles Geld der Erde an sich gerafft hätten? Gibt es wirklich nur reiche Juden? Und gibt es wirklich nur jüdische Reichlümer? Welches sind denn die währen Magnaten der Welt? Die paar Männer jüdischen Glaubens, die inan immer wieder nennen hört, sind sie die einzigen, die Geldmacht an sich gerissen haben, und sind sie es vor allem, die mit Hilfe dieser Geldmncht die Welt tatsächlich beherrschen? Mit wahren: Behagen zitiert man immer und immer wieder die paar jüdischen Bankiers, die in dem Meer der jüdischen Armut als einsame Felsen emporragen. Man zeigt mit vielsagender Miene auf die ausgedehnten und reichhaltigen Läden und Warenhäuser einiger Juden in den Haupt- und Großstädten. Aber man vergißt von dieser Seite aus das Volk auf jene lstnzuweisen, die nicht jüdischen Blutes sind, aber ganze Städte von Industrieanlagen ihr eigen neuen, über Tausende von Menschenarmen und Menschenexistenzen verfügen, oder denen ganze Landstrecken gehören mit allem, was darauf wächst und lebt. Welche von diesen Gruppen ist mächtiger und ausgedehnter, ist zahlreicher, die jüdische oder die nichtjüdische? Ein Blick genügt, ein kurzer Vergleich, und die Antwort kann gar nicht zweifelhaft sein. Aber man möge wirklich genau und gewissenhaft nachprüfen, und ich bin sicher, das Ergebnis dieser Prüfung würde allen Zweifel besiegen und würde zeigen, wo die wirkliche Macht und auch wo die wahren Volksverhetzer zu finden sind. Man sucht-und findet auf gegnerischer Seite neue Argumente, die, man möchte sagen, kindlich naiv anmuten, wäre es rächt sicher, daß der Geist dex. Männer, die diese Argumente erfinden, alles andere als naiv ist, daß er von den niedersten Instinkten u u d v e r w o r f c n ft e u Eigenschaste n beherrscht ist, daß diese Argumercke von der: übelsten Intentionen geleitet sind. Die Tatsache, daß sich Jy-en in allen GesellschMstlaßm finden, gibt Anlaß zu der Aufstellung der antisemitischen Formel: Die Juden sind Vertreter des krassesten Kapitalismus und zugleich die Schrittmacher der Revolution. Beides sind staats- und kulturzerstörende Elemente, ein untrüglicher Beweis, so meinen sie, sür das Streben der Juden, die positiven und ausbauenden Machte der Welt zu zerstören. Dieses Argument ist, wie gesagt, so kindisch, daß es sich selbst widerlegt. In allen Gruppen, und Gemeinschaften, nicht nur in der jüdischen, gibt es Angehörige aller Schichten. Es ist das Grundgesetz des Gesellscha-ftsgefüges, daß es in Gliederungen zerfällt. Das Judentum ist seit der Auslösung des Ghettos in organischer Weise in die GestellhWastZgliederung der' Kulturstaaten hineingewachsen. Mit demselben Rechte, mit welchem man den Juden gegenüber aus dieser Entwicklung einen Vorwurf konstruiert, könnte mau sämtlichen Volks--, Glaubens- und Kulturgemeinschaften der Erde gegenüber dieselbe Beschuldigung erheben. Wozu also dient 'solcher Sophismus? Die Herrschaften müssen um Argumente sehr' verlegen sein, wenn sie zu solchen Hilss-konstruktionen flüchten müssen. / Z Ns OMmenfM N N g» Es ist also zusammenfasseud folgendes zu konstatieren-: _ Alles deutet darauf hin, daß die Protokolle gefälscht und e r f u n d e jf sind. So lange haben der Herausgeber und seine Helfer als Verbreiter von Lügen zu gelten, bis sie, wie -es sich für ehren- und geuässenhaste Forscher und Entdecker ziemt, mit genauen Ängaben-, mit NamensnemNMg. erlluisbaren Orts- und Zeitbenemmugen h-ervortreten. Es ist äußerst seltsam, daß alles, was genaue Nachprüfung. möglich macht, verwischt und un-klar ist, daß selbst die Namen der Entdecker der Mitwelt nicht verraten werden. Und doch wagt man es, dieses Dokument, dessen Echthertsbeweis nie angetreten werden wird, als -einwandfreies und zweifelloses Zeugnis jüdischen Trachtens und Strebens auszugeben und zu verbreiten -unter Verhüllung aller Lücken durch einen Wust von Phrasen. Ueber die Herkunft gibt es keine einstiminigen und eindmLigen Berichte, und was darüber gesagt wird, ist nicht kontrollierbar. Alles aber -deutet darauf hin, daß diese Protokolle gewiss er m-aßen als Stützen inr Kampf der russischen reaktionären Hofpartei gegen den Grasen Witte dienen sollten. Sie wurden dem Zaren zugeschoben. damit er gewissermaßen aus Umwegen überzeugr würde von den verräterischen Umtrieben des Grafen, der nach Maßgabe der Protokolle min die Geschäfte der jüdischen- Weltverfchivörer besorgte. Auch die Erklärungen, die über die Sprache des Originaltextes Abgegeben werden, sind unzureichend und wider sprechend. Das kritische Studium der EinzelauMh-rnngen des Buches beweist, daß es ein Plagiat ist. Sophistische Verdrch-ung-Wünste mfo logi-sierende Spitzfindigkeiten vermögen die Wucht dieser Tatsache nichtzu beeinträchtigen. Die vorstehenden Ausführungen beruhen auf dem Werke: Eins ErlsAßgung vsn S. Ssgsl, in dem die in dem Artikel angedeuieten Enthüllungen ausführlich dargestellt sind. Das Buch umfaßt XXV! und 253 Seiten, enthalt 6 TeMlustraiwnen und kostet auf Dünndruckpapier ln schmiegsamem Ganzleinen gebunden 5 M. Zu beziehen durch den philo-Berlag, Berlin SW 68.