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Central-Verein-Zeitung · 1924-10-12 · 41 (12.10.1924) · p. Seite 626

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
41 (12.10.1924)
Date
1924-10-12
Page
Seite 626 (sequence 6)
Language
German
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620 Dem Andenken von Max Hahn! Antworten. Einer der besten deu-lschen Juden ist von uns gegangen! Am 5. Oktober d. I. ist der Berliner Justizrat Max Hahn verschieden. Wenn auch die zahlreichen. Pflichten, die er fast über menschliches Können hinaus auf sich nahm, es ihm nicht ermöglichten-, in unserer Organisation eine Tätigkeit 5,1t entwickeln, so hat er doch durch sein Leben auch für uns gewirkt. Er war das Jdea? eines deutschen Juden. Er war trotz der Milda, die ihm eiMn war-, eine Erscheinung von geradezu prophetischer Kraft. Aus einer altangesehenen oberschlesischen Familie entstammend, die schon 1813 Freiwillige ins Feld gestellt hat, war er als treuer Sohn seiner Heimatprovinz zunächst in Glogau» tätig, wo er nicht nur als Anwalt sofort zu hohem Ansehen gelangte, sondern auch im politischen Leben neben Männern wie dem verehrten Dr. Gabriel eine führende Ralle übernahm, wie ja überhaupt Max Hahn kraft seiner Persönlichkeit, ohne es zu wollen und zu wünschen, überall mit Selbstverständlichkeit in die erste Reihe treten' mußte, und Zwar so, daß — auch wider seinen Willen — mit absoluter Selbstverständlichkeit hinter ihm selbst unter den führenden Persönlichkeiten ehrfurchtsvoll ein weiter Ranne Web. Hahn siedelte noch in jungen Jahren nach Berlin über und zog sich damit aus dein politischen Leben zurück, zum großen Schmerze derer, die die Bereicherung kannten, die auch das politische! Leben durch die Mitarbeit von Mar Hahn erfahren hätte. Er war eine zureine und zu konseguento Persönlichkeit, um die vielen großen und kleinen Miseren des politischen- Tageslebens auf sich nehmen zu können. Wer Max Hahn kannte, wunderte sich nicht, daß er sofort in Berlin nicht bloß eine große Klientel fand, die mit Verehrung an -ihm hing, sondern daß er auch mit Selbstverständlichkeit von seinen Kollegen in führende Stellungen berufen wurde. Er hat namentlich im Vorstände der Berliner Anwaltskammer und im Deutschen Anwaltsverein Bar bildliches geleistet. Mit vorausschanendenr Verständnis! arbeitete er insbesondere nicht nur sü.r die sozial e n A u f g a b e n d e r A n w a l t s ch a f t, sondern stand auch in vorderster Reihe in der sozialen B e t ä t i - g n n g für die A n g e st eilt e n. Mit Selbstverständlichkeit war er F u h rer i m R e ch t s k a m p f e , getragen von der höchsten Ausfassung des Rechts. Hahn war der Leben gewordene! k a t e g 0 r i s ch e I m P e r a t i v. Wenn er, wo er auch immer austrat, begeisterte Zuhörer fand, so geschah dies nicht bloß, weil er einer der schärfsten Köpfe der deutschen Anwaltschaft war, sondern weil, was er tat und sprach, von einem sittlichen Ernste getragen war, der mich stets an Goethes Worte erinnerte: „Und hinter ihm im wesenlosen Scheine, Ruht, was uns alle bändigt, das Gemeine!" Wer das Glück gehabt hat, diesem seltenen Manne freundschaftlich näherzutreten, segnet die Stunde, an der sein Weg sich mit dem Wege dieser« anima candida kreuzen durste. fecin Andenken wird auch in unseren Reihen gesegnet sein! Dr. Juli u s Br 0 dnitz. Nach Hamburg. Die neueste Altsgabe des vom „Verein zur Förderung ritueller Speiseh äuser" herausgcgebenen Büchleins wird Ihnen ein willkommener Wegweiser sein. Nach Braunschweig. Der Verlag W e st e r m a n n könnte einem leid tun, wenn er nicht seinen Reinfall selbst verschuldet hätte. Denn auch die „Deutsche Zeitung" nimmt erneut zu dem famosen Buch des Herrn v. W e n - drin: „Die Entdeckung des Paradieses" Stellung und beklagt sich bitter darüber, daß der Verlag Westermann, der dieses Buch in prächtiger Aufmachung« herausgebracht hat, durch seinen guten Ruf un«d Namen diesem kümmerlichen Machwerk, das Verwirrung und Unheil stiftet, gänzlich unverdiente Verbreitung verschaffte. Bronzefarbenfavrik Eckart. Zu der Notiz in Nr. 36 unseres Blatics betr. die Firma Standard Bronzefarbenwerke Karl Eckart, Fürth in Bayern, tragen wir berichtigend nach, daß der an die Firma Wetzel u. Naumann in Leipzig gerichtete Brief die unbeabsichtigte persönliche Zuspitzung einer sachlichen Differenz war. Irgendwelche antisemitische Tendenzen liegen, wie uns zuverlässig, bestätigt wird, sowohl der Firma als auch ihrem Inhaber fern. Nach Mannheim. Zur Erinnerung an Ludwig Frank, der als Kriegsfreiwilliger in den ersten Wochen des Weltkrieges den Heldentod Uvro, ist in Mannheim ein Denkmal gesetzt worden. Eine Abbildung dieses Denkmals wird in Form einer Postkarte von der Buchhandlung Ludwig Neumeier, Mannheim, Kaiserring 2, vertrieben. Nach Amberg. Der Besitzer des Hotel Pfalzerhof - Goldncr Löwe, Hermann Haid, den wir in Nr. 19 der „E. B.^Itg." vom 12. Mai,1923 wegen seiner jn-dengeguerischen Betätigung brandmarkten, ist, wie wir erfahren, aus der „R. e i ch s f l a g g e" ausgetreten. Sein Lokal wird letzt von völkischen Kreisen gemieden, jüdische Gäste sind dort sehr gern gesehen und vor jeder An re m pel u n g absolut s ich e r. Wir nehmen von diesem erfreulichen Gesinnungswechsel des Herrn Haid gern Kenntnis! Warnung. In Norddeutschland, insbesondere in Lübeck, sucht cm gewisser Blume bei unseren Freunden Inserate oder Beiträge für Zeitungen zu sammeln. Es wird uns mitgeteilt, daß Blume hierzu nicht berechtigt Nt. Nachrichten werden an unsere Zentrale zu den Akten 611/19 6. erbeten. Berichtigung. In dem Leitartikel der Nr. 40 „C. B.-Zeilung: Geiste Hermann Cohens" ist ein sinnentstellender Drnafehler enthalten. E^ mutz Seite 1, Spalte 2, 16. Zeile von unten heißen: „Auf die Betonung der Gemeinsamkeit in den Grundgedanken und Grundgefichlen allein kaui es oiastei-l-sueon-Lröteben, unbegrenzt haltbare Weissnrötchen, ärztlich begutachtet und verordnet. 10 Beutel ä 4 Brötchen M. 2,50, 100 Beutel M. 25,— franko. Diaetei-Priir.ärbrot. Geschmack herzbaftwie richtiges Seiiwarzbrot. 1 Brot M. 0,60. Diaetei-Primärmehl zur Herstellung des Primärbrotes im eigenen Haushalt. 1 Beutel — 2 Brote M. 1,—, 15 Beutel M. 15,— franko. Diaetei-Ferment-Schokolade, obste Saccharin. Höchster Wohlgeschmack. 1 Packung M. 1,—, 10 Packungen M. 10,— franko. Ferner: 'Weizenmehl, Früchte, Marmeladen, Säfte. Verlangen Sie unsere ausführliche Preisliste, welche sofort franko zu gesandt wird.; SIMONS APOTHEKE, BERLIN C2 SR&NOAUERSTR.1? Berlins Älteste Apotheke, priv.A.D.1488. TEf. 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