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Central-Verein-Zeitung · 1924-09-25 · 39 (25.9.1924) · p. Seite 597

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
39 (25.9.1924)
Date
1924-09-25
Page
Seite 597 (sequence 13)
Language
German
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59.7 Weimar. Es gibt Orte, bei deren Namen Sehnsucht oder Erinnerung unser.Herz mit stiller Freude erfüllt. Weimar ist einer von ihnen. Mit meiner ersten Klasse, jungen Mädchen von 15 bis 17 Jahren, begleitet von ihrer Klassenlehrerin, bin ich vor einigen Wochen dorthin gezogen. Wir wollten den S ch i l l e r - F e st s p i e l e n beiwohnen, wir wollten — ja, wer bann sagen, was in den Monaten der Vorbereitung in den froh erregten Herzen an Wollen und Sehnen auf.gesti.egen? Es waren Tage reinsten, tiefsten Genusses, die wir da verlebten, und die Augen der jungen Menschenkinder glänzten in einem Licht, wie ich es nie bei ihnen gesehen. Aus allen Ga.uen Deutschlands waren Hunderte und aber Hunderte von Schülern und Schülerinnen her ge ko armen, und das Abzeichen, das sie trugen, die Plakette mit dem Schillerkopf, wirkte wie eine geheime verbindende Losung. Wohin die Schiller-Bündler kamen, wurden sie von freundlichen Gesichtern, auf denen unsichtbar ein Willkommen stand, begrüßt. Wir waren alle in Bürgerquartieren untergebracht, und ein altes Mütterchen sagte beim Abschied zu einem von uns: „Wenn Sie wieder nach Weimar kommen, vergessen Sie nicht, daß Sie immer eine Heimat bei mir haben." Doch von alledem wollte ich eigentlich nicht erzählen, nur zwei kleine Erlebnisse möchte ich hier festhalten: Einige unserer Schülerinnen saßen eines Nachmittags in einem Kaffeegarten, als sich an einem Nebentisch etliche Primaner, Haken kreuzler, mit allerlei Reden unangenehm bemerkbar machten. Empört standen die Mädchen auf und gingen fort. Da lief einer der jungen Leute hinter ihnen her und entschuldigte sich und seine Kameraden bei ihnen. Es wäre eine Dummheit von ihnen gewesen und auf seine Veranlassunghätten alledas Hakenkreuz abgenommen. Wir waren in Belvedere. Ich erging mich mit einer Gruppe irrt Park, eine andere suchte das Naturtheater auf. Als ich zu ihr kam, stürzte mir eine Schülerin entgegen: „Herr Doktor, wir wollen hier eine Goethe-Feier halten, dürfen wir? Das Programm haben wir schon fertig." Ich zögerte mit meiner Zustimmung. Auf dem aussteigenden Rasen des Zuschauerplatzes lagerten außer unseren Schülerinnen noch eine Mädchen- und eine Knabenklasse. Vorsichtig fragte ich ihre leitenden Lehrer, ob ihnen die Feier recht sei. Sie gaben gern ihre Zustimmung. Ohne unser Zutun wurden nun die Mädchen der fremden Klasse herangezogen und gebeten, sich zu beteiligen. Schnell wurde das Programm etwas geändert, und mit einem gemeinsamen Gesang Hub die Feier an. Gedicht auf Gedicht folgte, und das Göttliche: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut", schloß die Weihe. Aus meine Frage, ob denn die jungen Herren (Primaner eines Realgymnasiums) uns nicht auch etwas bieten wollten, erklärten sie sich bereit, den „Bürgergeneral", den sie zu einer Schulfeier einstudiert hatten, hier zu wiederholen. Und erstaunlich gut und eindrucksvoll führten sie ihn auf. Fröhlicher Beifall dankte ihnen. So hatten sich die drei Klassen, die sich sonst ganz fremd und' fernstanden, unter dem Banner und indem BanneGoethes zusammen gefunden. Von allem, was ich in Weimar sah und erlebte, hat diese unvorbereitete Feier den stärksten Eindruck auf; mich gemacht. Es war ein erhebender, ein befriedigender Gedanke: Es wirkt trotz allem noch ein reines Gefühl in unserer Jugend, es gibt doch noch etwas, was trotz des Tagesstreites die Menschen einen, sie über den Alltagsstaub hinaus zu lichten Höhen führen kann, was sie fühlen läßt, loir gehören doch zusammen. — Das Göttliche bindet uns alle: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Hamburg. Jakob Loewenberg. Das Ehrenfeld in Berlin-Weitzensee. In der „Deutschen B a u z e i t u n g" (Jahrgang 58, Nr. 64 vom 9. August d. I.) ist ein wertvoller Aufsatz von Regierungsbaurneister Alexander Beer (Charlottenburg) über das Ehrenseld auf dem Friedhof der Jüdischen Ge tn ein de zu Berlin in W e i ß e n s e e erschienen. Der Aufsatz schildert die Anlage des Ehrenfeldes, auf dem die irdischen Ueberreste der 350 Gefallenen, die aus dem Felde in die Heimat überführt werden konnten, ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Der Verfasser des Artikels ist der Schöpfer dieses Ehrenfriedhöfes, der durch seine schöne Geschlossenheit dem Auge ein erhabenes Bild bietet. Der kurze Aussatz ist durch eine Bildbeilage und mehrere ausgezeichnete Textabbildungen ergänzt. Deutschlands Edelwasser Kaiser -®- Friedrich Quelle Offenbach(Main) Bewährt gegen Eicht und Rheumatismus Blasen - Nieren-* Gallenleiden Unser Pelzangebot. In grösster Auswahl fertig am Lager Gehpelze Senl-Kunin-Schalkrugen iqq Seal electric-Schalkragen 72g Hochgesch. Biber-Schalkragen 5« Otter-Schalkragen ieq Nutria, Innenfutter.M. iWU flüto-Herren-Pelze Herren-Reisemfintel mit Pelzkragen in eleganter, modernster Ausstattung. Pelzdecken, Fusssäcke Fusstaschen, 3agdmuffen reich sortiert am Lager. 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