Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 38 (18.9.1924)
- Date
- 1924-09-18
- Page
- Seite 575 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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575 Waffe, um ungerechte Zweifel und falsche Anschuldigungen erfolgreich zu bekämpfen. Aber nicht bloß darauf kommt es an, eine Waffe zum Kampfe für die angegriffenen Juden zu gewinnen, sondern noch vielmehr darauf, die Ehre des Judentums gegen falsche Beschuldigungen zu retten. Man kann nicht behaupten, daß es einer solchen Verteidigung der Ehre des Judentums nicht bedarf; daß die Einlassung aus den Kampf eine Art von Zugeständnis gegen den Angreifer enthalte, daß vielmehr die Hoheit und Reinheit der jüdischen Sittenlehre über allen Zweifel erhaben fei; denn der Kampf und der Zweifel ist leider eine Tatsache, welche zu leugnen unmöglich oder zu ignorieren töricht ist. Der Angriff ist da; wie ungerecht er immer sei, er macht die Verteidigung notwendig. Der Zweifel ist da, und ihn zu beseitigen ist um jo mehr notwendig, als er nicht bloß bei Richtjuden vorhanden ist, sondern auch einen großen Teil der wirklichen oder sogenannten gebildeten Juden notorisch ergriffen hat. (Aus! dem gleichnamigen Manuskript.) Auch Lazarus wurde zurückgesetzt. Schon bei Lazarus^ Berufung an die Kriegsakademie waren Bedenken entstanden, freilich nicht bei den militärischen Mitgliedern der Kommission, wohl aber bei den Zivilisten. Insbesondere hatte Ludwig Wiese, der bekannte Geheimrat des Kultusministeriums, entschieden widersprochen mit der Begründung, daß es unmöglich sei, Offiziere als Schüler einem Juden unterzuordnen. Dann war die Angelegenheit zum Vortrag bei König Wilhelm gekommen, und dieser hatte gefragt: „Was hat denn Wiese gegen den Mann?" — „Daß er ein Jude ist." — „Wenn es sonst nichts ist", hatte der König trocken gemeint, hatte die Feder genommen und die Ernennung durch Unterschrift vollzogen. Als später Lazarus infolge des wachsenden Antisemitismus aus der Kriegsakademie entfernt werden sollte, suchte man die törichtsten Ausflüchte, und weil man nicht wagte, einen Mann wegzuschicken, dessen bewundernder Schüler sogar der Kronprinz (der spätere Kaiser Friedrich) war, beseitigte man das philosophische Lehrfach mit der fadenscheinigen Begründung: die Offiziere seien infolge der vorangegangenen großen Kriege zu sehr von der militärischen Wissenschaft in Anspruch genommen. So endete das hoffnungsvoll begonnene Lehramt mit einer schnöden Dissonanz und der von Lazarus mit Recht als Beleidigung empfundenen Zumutung, das Honorar fortzubeziehcn. Da die Offiziere gegen die Entlassung ihres Lieblingslehrers natürlich nicht reagieren konnten, begnügten sie sich, eine Deputation ihrer allerersten Mitglieder in die Wohnung von Lazarus zu entsenden. Fürst PIeß, die Prinzen Hohenlohe und Radziwill, die Grafen Schulenburg und Stollberg dankten ihm persönlich für den bisher genossenen ^Unterricht und versicherten ihn ihrer treuen Anhänglichkeit. Besonders kränkte sich der Kronprinz über diesen hinter dem Rücken des Hofes vollzogenen Willkürakt, über den er wiederholt mit Lazarus sprach: „Ich habe mich inzwischen viel Ihretwegen geärgert", sagte er zu ihm bei einer Soiree im kronprinzlichen Palais, und mit seinem herzlichen Ton und Blick fügte er hinzu: „Liebster Professor, nicht über Sie, aber für Sie .. . mein Vater und ich. wir waren sehr überrascht!" „Airs der Ethik -es Judentums." Wie sehr insbesondere die Abstammung als ausschließlicher Grund der Hoheit und Würde des Menschen zurückgewiesen ist, ergibt sich auch daraus, daß viele von den geistigen Heroen der Juden nach der Ueberlieserung aus fremdem Blute stammten oder selbst erst Proselhten wurden. Daß David, dieser für die jüdische Volksseele typische Held des Vereines von weltlicher Größe und religiöser Erhebung. David, der Gesalbte, Siegreiche, König und Psalmendichter, von Ruth, der Moabitin abstammt, daran braucht nur erinnert zu werden. Wird doch auch als ein Beweis für den Ausspruch: „Gott liebt den Fremden" (Deut. 10, 18) von den Rabbinen die Tatsache angeführt, daß Gott die stammfremde Ruth damit begnadete, daß ihr Enkelsohn David die Größe und Erhabenheit Gottes durch seine Loblieder unter den Menschen verherrlicht hat. — Auch der Künstler beim Bau des salomonischen Tempels stammt von väterlicher Seite von Nichtjuden (I. Kön. 7, 14). Das Schemajah und Abtalion, die beiden Lehrer und Amtsvorgänger Hillels des Alten, Proselyten gewesen, ist allgemeine Tradition; ebenso Onkelos, der nach der Tradition als Uebersetzer des Pentateuch ins Aramäische gilt. Aber auch von anderen talmudischen Größen, wie von R. Akiba, und noch bestimmter von R. Mair wird es behauptet. WaHwerechtigt zrrm Verdarrdstag des Prerrtzrschen Landesverbandes jüdischer Gemeinden sind alle volljährigen einer Derbandsgemeinde angchörigen Juden beiderlei Geschlechts, die mindestens ein Jahr vor Auslegung der Wählerlisten innerhalb einer Verband'sgemeinde ihren Wohnsitz gehabt haben. Die Wählerlisten werden gebildet von Amts wegen durch die Gemeiudevorstände unp aus Anmeldung der Wahlberechtigten. Wir bitten unsere Mitglieder, sich und ihre wahlberechtigten Angehörigen bei ihrem Gemeindevorstand anzumelden. Kinder jeden Alters welche mit dem leicht verdaulichen Ramogen ernährt werden, zeigen grosse Gewichtszunahme u. blühendes Aussehen. Ramogen Unser Pelzangebot. In grösster Auswahl fertig am Lager Gehpelze Seal-Kanin-Schalkragen ion Murmelstücken, Innenfutter .......... M. M VII Seal electric-Schaikragen?qn Hochgßsch. BUjer-Schalkragsn »e Bisamstirn, Innenfutter,......M. Otter-Schalkragen ieq Nutria, Innenfutter.....M. 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