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Central-Verein-Zeitung · 1924-09-13 · 37 (13.9.1924) · p. Seite 558

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
37 (13.9.1924)
Date
1924-09-13
Page
Seite 558 (sequence 10)
Language
German
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558 Neben diesen Neuerscheinungen wollen wir nnf zwei ^bedeutsamere ältere Schriften in neuem Gewände Hinweisen. Enge n F n ch s' Streitschrift gegen Sombart „D i e Zukunft der Inden" 2) ist heute noch so aktuell wie vor nahezu 20 Jahren, weit sie das Wesen der Judenfrage wie die Grundlagen unseres Kampfes um die Gleichberechtigung mit wenigen Strichen so treffend zeichnet wie keine zweite. Es ist auch in unserer heutigen Lage wertvoll, festzustellen, wie selbst der gutwillige, ernsthaft an der Lösung der Judenfrage arbeitende Kulturpolitiker ziellos zwischen dem Einer-. seits-Anderseits hin itnb her schwankt, sobald er die gerade Linie des Rechts verlässt; und für uns ist es gerade in dieser Zeit eine nicht hoch genug einznschatzende Rückenstärkung, das; wir wieder einmal davon überzeugt werden: unser Weg war trotz aller iKü cf s ch l äg e der richtige, it ns er Ziel bleibt das alte! Dr. F e l i x Gold m a n n s „W esen des A u t i s e rn i t i s - mus" liegt in zweiter, verbesserter Auflage vorZ. Es ftt nwhl der erste umfassendere Versuch eines Inden, die feindliche Seele zu begreifen. Wenn es richtig ist, das; man im geistigen Kampfe — und wir führen einen letzten Endes geistigen Kampf — nur Aussicht auf Erfolg haben kann, wenn man die letzten Motive des Gegners kennt, daun ist die Notwendigkeit einer solchen psychologischen Analyse dargetan. Goldmann hat sich dieser Notwendigkeit mit der Sachkenntnis des Psychologen und Historikers und mit beut Geschick des erfahrenen Kämpen unterzogen. So erhalten wir im ersten Hauptteil ein anschauliches Bild chon den vielfach verschlungenen Motiven, im zweiten von der Entwicklung des Antisemitismus. In der Psychologischen Analyse stellt Goldman« allerdings die Vorgefundenen Motive nebeneinander und geht der schwierigsten Aufgabe, die gemeinsame Grundlage anfzudecken, aus dem Wege. Bewußt allerdings, aber ' nicht mit Recht. ,,D as Ei n h eits st rebe n der B e r - nnnfk" ist hier durchaus am Platze. Es liegt alt den vielfachen, deutlich sichtbaren objektiven Ursachen sicherlich eine allgemeine Ursache irrationaler Natur zugrunde. Darin muß man allerdings den: Verfasser wieder zustimmen, daß das geschichtliche und auch psychologische Material heute uod) nicht ausfeicht, lmt diese altgerneine Ursache genauer zu erkennen. Die Schrift bleibt nicht in den theoretischen Problemen stecken. Schon bei der Behandlung des Rassenantisemitismus kommt Goldmann auf die Irrt ü m e r und Gefahren der n a 11 o u a l * jüdischen Bewegung zu sprechen; im Schlußkapitel greift er darut die Frage der praktischen Stellungnahme kurz, aber herzhaft aus und kommt zu Erkenntnissen, die als Grundlegung unseres Kampfes zu betrachten sind: die geschichtliche Betrachtungsweise, die 5) Preis 30 Pf. «) Preis 2.75 Mark. uns einen Vorgang, in diesem Falle den Antisemitismus, verstehen lässt, heisst uns noch nicht, ihn als berechtigt anerkennen. Die Frage, ob der Antisemitisums noch schwinden kann oder wird, ist eine G la u b en s f r ag e. Bedeutet Recht auch Sittlichkeit, die imstande ist, Imponderabilien wie die der Rasse und des Gefühls Zit überwinden, dann ist der Antisemitismus eine Rechtsfrage, unser K a m p s ein R e ch t s - und K u Iturfn m P f. Dabei ist methodisch die Tatsache von Belang, daß das Recht nicht in Abhängigkeit von den Imponderabilien steht — d. h. das; das absolute Recht sich tlicht mtdj vergänglichen Zuständen und Stimmungen richten kann, das; vielmehr, wie die Geschichte lehrt, das Recht oder besser noch der Mangel an Recht — die Imponderabilien erst schafft. Das will sagen" daß der Antisemitismus aus der Rechtlosigkeit der Juden erst seine Gründe und seine Stärke — zum Teil wenigstens —- schöpft. So gewinnt Goldmaun den Anschluß an Engen Fuchs: Unser K a nt p'f, e i n K a nt P f u m s R e ch t. Das soll uns aber nicht beit ersten Teil der Schrift von Goldntann vergessen lassen: daß auch dieser Kampf der psychologischen Einstellung nickst entraten kann noch darf. H. Steril. Der erste Nölting-bortrag. Professor Erik Nölting begann am letzten Dienstag seine von einer bekannten Konzertdirektion veranstaltete Vortragsreihe: ,.D 0 5 Prob l e m e i ne r n a t i o n a l e n K -u l t u r" int Berliner Blnthnersaal. Wundervoll in der Form, klarstellend bis zum Letzten dem Inhalte nach beleuchtete der Gelehrte die Frage: W a s i st Nation a l e K u l t u r? erschöpfend. Wir werden aus hervorragender Feder über den hervorragenden Vortrag, der mit der Meisterschaft des strebenden und schöpferischen Gelehrten letzte Fragen menschlicher Erkenntnis behandelte, noch berichten. Unsere Mitglieder und Freunde aber, die eilten erlesenen geistigen Genuß lieben, werden dringend ein geladen, dem nächsten Vortrag, der am Dienstag, den 16. September, abends 8 Uhr stattfindet, beizuwohnen. Das anzieyende Problem: Welche Gefahren drohen der nationalen Kultur? wird an diesem Abend unter stickst werden. Ramogen nach Geheimrat Professor Biedert ist die leicht verdaulichste Milchnahrung, welche es überhaupt gibt, daher seine aussergewöhnlichen Erfolge, Herbstand Minterklelduns reichhaltige Auswahl in allen Abteilungen - äUSSerSt preiswert. 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