Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1924-08-28 · 35 (28.8.1924) · p. Seite 517

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
35 (28.8.1924)
Date
1924-08-28
Page
Seite 517 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2277379-2277464-2277498--01403-2280644
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Einzelnummer 10 Golöpfennlg VMttersür-euLsrdl Verlln, LS. -luguft 1-24 UI. Jahrgang Kr. 35 vrtzim -es lLntral Verems -erttsck StmttsvüryeriüEcdenVlauvensLv S^ll^sr^Siris Lsiluri^ ciss OvrclSrzkQrr^s Verlag m Schriftleitung: Eentral-Verein deutscher Staatsbürger jü-ifchen Glaubens e.v. Gerlin SW HS, Linöenstr.13 Fernsprecher: Amt Dönhoff 3594, 3595 ' ,\ Telegrammadreffe: »Centralglauben Berlin« Postscheckkonto: Berlin 30472 Bankkonto: Dresdner Bank, Wechselstube cr, Berlin SW 68, Lindenstr. 7 ' . Monatsabonnemenl (ein v lerteljährliches gibt es vorläufig nicht) 40 Golöpfennig Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf M.ssse, Berlin SW 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,75 Goldmark für die 7 gespaltene Zeile nach Rudolf Mosfes Normalzeilenmesser Nr. 4, Famili.uanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder des Central-VereinS 0,40 Goldmark, die 90 mm breire Reklamezeile 4 Goldmark. Judentum und katholische Rieche. von o. ö. Prof. vr. Winfried Philipp Englert. Im Aschaffenburger „Beobachter am Main", 60. Jahrgang, Nr. 179 vom 4. August d. J.> ist unter dem Titel „Vom katholischen Frühling ^in Neudeutschland" ein Aufsatz erschienen, der von Len im. Frühjahr 2.924 in großem Stil zum erstenmal in Köln heworgetretenen „Katholischen Vorträgen für Nichtkatholiken" handelt. Aus ber an die Besprechung dieser Vorträge geknüpften Darlegung über Judentum und Kirche bringen wir mit Erlaubnis von Verfasser und Verleger vier Stücke zum Abdruck. Die S ch r i f t l e i t u n g. 1. Die Kölner Judenschnft und die katholischen Vorträge für Nichtkatholiken. - . „Wie der katholische Lenz der Gegenwart nicht als ein plötzliches Wunder aus der Dämmerung des Deutschen Kriegs, sondern in historischer Entwicklung aus der morphologisch verflochtenen ferneren und näheren Vergangenheit-hervorging, wie wir hier wirkliche Werdegänge und lebendige Gestaltungen vor uns haben, so erscheinen entwicklungsmäßig auch immer neue Blüten und Früchte in dem säst- und triebkräftrgen Geäste des Baumes. Ich brauche in diesem Zusammenhang nur zu erinnern an die glänzend wirksamen Vortragsreihen, welche von dem Jesuiten P. Muckermann über die Biologie der Ehe und der Familie, von .Sendboten der Beuroner Kongregation über die Liturgie mit einem für die Kirche in Deutschland unzweifelhaft zeitgeschichtlichen Segen gehalten rnd. Das „Neueste" im katholischen Vortragswesen, erstmalig Frühjahr 1924 zu Tag getreten, sind katholische Konferenzen für Nichtkatholiken. Unser altes Köln brachte, mitten m den zeitigen Nöten, d« schmelzfryche, sympathische Blute hervor. Ich meine die Vorträge des Dominikaners P. Andreas M. Schmitt, Lektors der Theologie am Kloster zu Köln: „Vorträge für Gebildete aller Konfessionen über das katholische Glaubenssystem." Von Februar bis Mai fand wöchentlich eine Vorlesung 'tatt, und zwar, wie es die theoogische Systematik mit sich An unsere Mitglieder in Sroß-Serlin. Vom 1. September d. I. ab kaffen wir unsere Mitgliedsbeiträge durch Kassierer abholen. Diese werde« über den erhaltenen Betrag Quittung erteilen und gleichzeitig Beitragsmarken in Höhe der geleisteten Zahlung au>f die Rückseite der Quittung kleben. Zur beiderseitigen Sicherheit bitten wir unsere Mitglieder, den gezahlten Betrag unter Beifügung ihrer Namensgegenschrift in das vom Kassierer vorzulegende Rnkaffobnch einzntrage«. Ein jeder halte seinen Beitrag bereit, damit uns nnnötige Spesen erspart bleiben. ,,, , Lentral-Vereln deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens bringt, zunächst über die Offenbarungsreligion. Wir haben also ein richtiges erstes Hochschulsemester vor uns für Nichtkatholiken über die katholische Religion. Das zweite und weitere Semester werden handeln von den Glaubenslehren im einzelnen. . Diese Vorlesungen waren zahlreich und, was weit wehr ist, dauerhaft besucht. In den großen Festsaal der Kölner BürgerAesellschaft strömte eine Hörerschaft, die ihn von Anfang bis . Ende gleichmäßig füllte. Es sind durchschnittlich 300 Hörer gewesen, die in ungeminderter Zahl und Teilnahme den Konferenzen bis zur letzten Stunde Treue hielten. Diese dreihundert bestanden in der Hauptsache aus Protestanten und Juden, oder vielmehr: aus Juden und Protestanten. Denn von den sämtlichen Konfessionen und Religionsgesellschaften, die auf dem Plan erschienen, sind, merkwürdig genug, die Juden am besten vertreten gewesen. Und ebenso ausfällig und vielseitig wurde die eigenartig strenge, gesammelte Aufmerksamkeit bemerkt, die hohe religiöse Intelligenz und die fühlbar ehrfürchtige Achtung, mit der die jüdischen Hörer diesen Vorträgen über die Offenbarungsreligion, über deren Möglichkeit, Notwendigkeit und Segen gefolgt sind. Ich finde diese Haltung der Kölner Judenschaft in mehr als einer Hinsicht symptomatisch für unsere Lage. Die subjektiven Gründe der einzelnen Teilnehmer scheiden aus, die Öffentlichkeit ist für sie unzuständig. Den objektiven Gründen hingegen wohnt ein allgemeines Interesse sehr hohen Grades bei. Denn sie liegen auf dem heute doppelt und dreifach wichtigen Gebiete des religiös-politischen Lebens und können stündlich eine außerordentlich erhebliche taktische, unter Umständen ogar staatspolitische Bedeutung erlangen. Allem voran natürlich macht sich das rein sachliche Motiv geltend: geistig hochbesähigte, gebildete Kölner Herren und Frauen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.