Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 30 (24.7.1924)
- Date
- 1924-07-24
- Page
- Seite 445 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 10 vol-pfermkg Serttn, L4. Juli 1424 Hl. Jahrgang -» Nr. 3- T^g_ _ vlölter förl>eulfchluOT*Wj)r^n i«s lLntrolVereins deutfrüer und luoentum.^ W Staalsdüryerjüöifcüen Aaubenslw. 3Ul$emeine Zeimn^ des Judentums Verlag u. Echriftleiturrg: Central-verein öeutfther Staatsbürger jüöischen Glaubens e.v. Gerlin SWbS, Lin-enstr.l3 Fernsprecher: Amt Dönhoff 3594, 3595 a Telegrammadresse: „Centralglauben Berlin" A Postscheckkonto: Berlin 30L72 Bankkonto: Dresdner Bank, Wechselstube <3, Berlin SW 68, Lindenstr. 7 MvnatSabonnemenl (ein vierteliLhr llcheS gibt es vorläufig nicht) 40 Goldpfennlg Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf Masse, Berlin 8W19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,75 Goldmark für die 7 gespaltene Zeile nach Rudolf Mosseß Normalzeilenmesser Nr. 4> Familienanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder des Central-Vereins 0,40 Goldmark, die 90 mm breite Reklamezeile 4 Goldmark. mammmmmmmmmmmmmmmmmKmmMmmmmmmmaBmmmummammmmmMmmmmmmmmmmBmaGBmfämmNmummmmmummmmMmmammBmm Unsere Zeitung in finanzieller Not. Die straffe, gut geleitete Organisation unseres Central- Vereins ermöglicht es, denKamPfgegendenJudenhaß in wirkungsvoller Weise zu führen. Aus zahlreichen Briefen ist zu erkennen, daß man uns Anerkennung dafür zollt, daß wir unermüdlich in heißem Ringen auf dem Posten stehen. Die Allgemeinheit der Juden weiß uns hierfür Dank, und man erwartet vom Central- Verein ein weiteres, zielbewußtes Vorgehen. Man sollte glauben, daß, wer im Judentum diese Erwartungen uns gegenüber hegt und ausspricht, auch dafür sorgt, daß wir nicht unter finanziellen Sorgen zusammenbrechen. Dem ist aber nicht so. Man schiebt uns in den vordersten Schützengraben und läßt uns hungern. Jeder erwartet, daß wir unsere Pflicht und Schuldigkeit tun, und kein Mensch denkt an die Erfüllung seiner eigenen Pflicht, uns von finanziellen Lasten undSorgenzubefreien. Warum, frage ich Euch, müssen wir das teure Druckpapier zu solchen Notrufen verwenden? Warum find wir gezwungen, uns in finanziellen Nöten anfzureibe», anstatt «ns mit «nseren Feinden herumznschlagen? DerCentral-Verein ist das einzige Bollwerk, das bisher gegen die völkische Schmach standgehalten hat. Bricht dieses Verteidigung swerk in sich zusammen, so sind die Folgen Eurer Lässigkeit unberechenbar. Zu unserer Organisation gehören, ich kann es hier offen bekennen, die besten Männer des Judentums. Fällt sie, die in langer mühevoller Arbeit aufgebaut worden ist, wegen Geldmangels auseinander, fo. ist es gänzlich unmöglich, eine so komplizierte Schöpfung Mochmals in dieser vorbildlichen Weise zu schaffen. / Ich frage Euch.'wovon sollen wir die großen Ausgaben bestreiten, die Wim beispielsweise allein für die „C. V.-Zeitung", die Ihr g a n z k o st e n l o s erhaltet, tragen müssen. Wie wir im Stich gelassen werden, mag Euch nur eine einzige Zahl beweisen. Von 15 0vO Berliner Mitgliedern haben trotz aller Aufforderungen bisher nur 3000, also nur ein Fünftel, ihren Beitrag für das erste und zweite Quartal gezahlt. Ihr wißt scheinbar nicht, welche Kosten die Herausgabe eines Wochenblattes verursacht. Hierfür ein einziges Beispiel: Das Postbestellgeld, das früher sögering war, daß es sich kaum verlohnte, es in die Kalkulation einzusetzen, beträgt jetzt nach dem Stande der heutigen Gebührensätze für die „C. V.-Zeitung" jährlich 90 000 Goldmark. Dabei ist nicht einmal ausgeschlossen, daß sich dieser Betrag im nach st e n Monat weiter erhöht, denn im Monat Juni betrug er nur die HälftederheutigenSätze. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind für einen jeden gleich schwierig, deswegen sind unsere Forderungen bescheiden. Diese bescheidene Forderung muß aber von jedem einzelnen erfüllt werden. Sendejeder nach seinen Verhältnissen 2 bis 5 Renten mark ein, die er außerhalb seiner Beitragspslicht lei st et, und bediene sich des beiliegenden Postschecksormulars. Dann wird es uns gelingen, unsere finanziellen Nöte zu überwinden. Neulich wurde in einer Sitzung eines Landesverbandes geäußert: „Was der einzelne beisteuert, ist Privatsache." Nichts falscher als diese Ansicht! Wer, im Besitze reicher Mittel, an der großen Aufgabe der Gesamtheit achtlos vorübergeht, beleidigt uns, wenn er uns einen Bettelgroschen hinwirft. Generalkonsul a. D. Ernst Hirsch. Po/ifdfje<ftonto Berlin 3Q4 72. Stidtwoet „fieitung".