Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 28 (10.7.1924)
- Date
- 1924-07-10
- Page
- Seite 422 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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422 Wie er mit diesen Gedanken fertig wurde, zeigt der Nachruf, den sein Hauptmann ihm im „Fränkischen Kurier" widmete: „Am 7. Oktober 1916 fiel infolge Verschüttung einer unserer Allerbesten. Ein leuchtendes Vorbild von Pflichterfüllung und Tapferkeit, ein reichbegabter edler Mensch unld guter KameraÄ ist gestorben für des Vaterlandes Ruhm und Größe! Ehre seinem Namen!" Wie wertvoll sind diese Nachrufe für jüdische Soldaten aus nichtjüdischer Feder! Ihr Ursprung erhöht ihre überzeugende Kraft. Es sind schon recht viele davon zugänglich; aber mau möge ihrer noch mehr sammeln. Den Tapferen Zur Ehre. Verhältnismäßig viel mögen die Briese des gefallenen Leutnants Gottfried Sender gelesen worden sein, aber auch sie haben nicht von ferne die Verbreitung und Anerkennung gesunden, die ihnen zukommt. Dieser Jude wurde gelegentlich von seinem Major in „Schutzhast" genommen, weil er gar zu sehr draufgrng: das Vorgehen im Feuer war ihm „wie ein Gottesdienst". „Ich hält's gut aus. Wenn die Kräfte aushöreu wollen, dann hilft der Wille weiter, und ich will nicht zurück. . . Ich möchte recht bald wieder den Finger krümmen und mithelfen, daß wir alle nach Hause als Sieger Zurückkehren." „Nur nicht zum .Krüppel geschossen werden! Der Tod ist das kleinere Uebel." Wie dachte Sender als Jude? „Augenblicklich bin ich kein Christ, kein Jude, kein Heide — ich bin Soldat." Er erzählt (vor Antwerpen): „Man wundert sich, daß nur Belgier gefangen und getötet sind, obwohl doch auch Engländer vorhanden gewesen sein müssen. ,Die nmchen's wie die Juden, schicken andere vor und heimsen dann die Erfolge ein/ .Ich 'Mst bin ein Jude.' Schweigen. Entschuldigung. Nun darf ich ja aus meiner Bescheidenheit heraustreten, wenn ich Ihnen sage, was andere sagen. Die Kompagnie schätzt mich als ihren besten Soldaten. Warum ich's verdient, das weiß ich nicht; ich tat nur meine Pflicht, drückte mich nicht, machte die gefährlichsten Patrouillen mit." An die Mutter: „...Was ' heißt Gefahr im Kriege! Gefahr loird zur Alltäglichkeit, zur Gewohnheit, man achtet sie nicht, wie man Wunder nicht beachtet, obwohl sie täglich uns umgeben. Gefahr? ,Dem Tod entrinnt, wer ihn verachtet; doch den Verzagten holt er ein.' Ich bin zudem noch Radfahrer! Da holt er mich sicherlich nicht ein. Und selbst wenn? Ganz gewiß gehöre ich nicht zu denen, die Phrasen machen, denen der Heldentod fürs Vaterland höchster Wunsch ist. Ein Heldenleben ist wahrlich vorzuziehen. Aber ich verachte den Tod. Er ist mir Pflicht, wie es das Leben ist. Er umgibt mich in der Pflicht für mein Vaterland, in dem Kampfe, den uns russische Barbarei und französische Rachegedankcn anfgezwungen haben." Eine kleine Auswahl aus dem Vorhandenen, find diese Zeugnisse doch schon von wuchtiger Kraft für den, der objektiv abwägen will. Judenhasser, die nicht widerlegt sein wollen, versuchen von „Ausnahmen" zu reden. Aber das bleibt wirkungslos. Auch die Germanen waren nicht alle Leute, die in Feldpostbriefen hohe Dinge schreiben konnten, und waren nicht alle — Helden. Die Besten sind immer Ausnahmen. Für die jüdische Durchschnittstapferkeit aber bürgt ein für allemal ihre übevüurchschnitiliche Totenziffer. Der Nürnberger Rabbiner Dr. Btar Freudenthal, der selber einen tapferen, hoch ausgezeichneten Kriegsfreiwilligen zum Sohn hat, hat seinem vorbildlichen „Kriegsgedeukbuch der israelitischen' Kultusgemeinde Nürnberg", das hier benutzt wurde, den Geleitfpruch gegeben: „Den Tapferen zur Ehre, den Verleumderin zur Lehre ziehe hinaus und künde, wie auch aus der deutschen I n d en Mitte so viele heldenhaft und treu ihr Leben eingesetzt — nach des Dichters Wort —, .mit dich, Deutscher, um dich und nur unserer Heimat Land'." Der jüdische Feldbrief hat noch einen großen Berus zu erfüllen, um weiterzuwirken für die Ziele, für die jene Tapferen gekämpft haben. Zunächst heißt es, diese vergrabenen Schätze zu h e b e u, dann, sie zu nutze n. Für die Schriftleitung verantivorUrch: Ludwig Holländer, Berlin S\y 68. — Unverlangte Marius? rivte werden nur zurückgesandt, wenn lrri» gemachter Umschlag beiliegt. — Verantwortlich fS? den An^aenlei!: Ms? Junge, Berlin-Friedcnau. — Druck von Rudolf M o f f e, Berlin SW IS. „Ich versuchte Ihre und nahm iu orh ®tPtt«ie» 48 Pkund {amciifciuncl-eS Gc'.vrcku) ab, ohne irglludluelche n<rrHtelliae Wirkung an bemerken. AuS freiem Au triebe, nur auch meineu Mitmenschen. behilflich zu sein, lasse ich Ihnen diese Zeilen zugehku". schrüb über BrolrULin* Tabletten (gesetzlich geschützt» Herr Charles Ganz irr New PorS 8ith E Lreet. Zahlreiche ähnliche Dankschreiben liegen Del uns zur Emfich^ Grebe Laboratorium. Berlin 7tßcSW6i. Versand durch Versandaporheke, Voterrrtle* Lauam platze._ SrstttaMe penfirm der mäRsen vreitky Vad Tölz /Parkhotel Alpenhof. BefrgfeBe» fofefg» rrenq«! u ichwfichl Wrutfww.' 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