Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 27 (3.7.1924)
- Date
- 1924-07-03
- Page
- Seite 409 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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schaft war das Judentum bestenfalls interessant, soweit das Christentum aus ihm entstanden ist, und nur so weit interessierte es sie auch zeitlich. Es ist nicht zu leugnen, daß die jüdische Wissenschaft diese Vereinsamung schmerzlich empfunden hat. Auch kann man nicht verhehlen, daß die Verquickung des Instituts mit der Judenmisston früher verbitternd gewirkt hat. Gewiß ist es nun richtig — das hatte Roethe ausgeführt —, daß ursprünglich alle Erforschung religiöser Probleme Zunächst die Einstellung der Liebe zu gerade diesen verlange, also doch schließlich von Angehörigen der Konfession vorgenommen werden muß, die die Fragen ihres Bekenntnisses untersuchen. Aber trotzdem bietet sich auch für Männer anderer religiöser Ueberzeugung sehr wohl dieMiöglichkeit, in solche Probleme einzudringen, wenn sie zunächst in echt wissenschaftlichem Sinn auf die objektive Kenntnis der Tatsachen ausgehen. Znzugeben ist allerdings, daß das eigentlich Religiöse erst hinter diesen Tatsachen selber steht — dies zu erkennen, bedarf es sicherlich einer gewissen Liebe! Gerade bei solcher Stellung muß man einsehen, daß alle hierbei in Frage kommenden Schwierigkeiten nur gelöst werden können durch Zusammenarbeit jüdischer und christlicher Gelehrter. Hierfür bringen die jüdischen vor allem das ererbte Verständnis für die schwere Materie und eine strenge methodische Arbeit mit. Aber dieser Vorteil hat doch auch Schattenseiten: die Isolierung jüdischer Arbeit hat ihr den Weg zu Problemen versperrt, die für sie peripher waren; gerade diese aber stehen wieder für die christlichen Forscher im Mittelpunkt des Internstes. Und so kann die Arbeit des Instituts fruchtbar für beide Teile werden, wenn sie aus dem Wege wissenschaftlicher Erkenntnis vorwärtsstrebt. Auch der Vertreter der H o ch s ch u l e für die W i s s e n s ch a f t des Juden tu m s, Professor Tr. Torczhner, gab seine Bereitwilligkeit zur Mitarbeit kund. Er wies darauf hin, daß nicht zum ersten Male jüdische und christliche Gelehrte Hand in Hand miteinander arbeiten wollen: gerade in den Zeiten der Reformation haben Luther und seine Freunde vielfach sich bei jüdischen Rabbinern Rat geholt über die Gebräuche und Sitten des Judentums und von ihnen den größten Nutzen gehabt. Aber auch Jahrhunderte früher schon haben katholische Theologen die Hilfe jüdischer Gelehrten gern angenommen. Der Redner schloß mit der Versicherung unbedingten Vertrauens in die Loyalität und Objektivität; Professor Greßmanus, so daß man für das Zusammenarbeiten beider Konfessionen, wenigstens an dieser Stelle zu den besten .Hoffnungen berechtigt ist. Nach einem kurzen Wort des Dankes sprach Professor Greßmann über die Bedeutung des nachbiblischen Judentums in der hellenischrömischen Zeit; darüber werden wir noch ausführlich berichten. —dt. Ein Wort -es Zel-marschalls v. Mackensen. MitgeteiltvonProsessorDr. EugenWolbe. b Wie in den Freiheitskriegen und während des Deutsch-Französischen. Krieges haben die deutschen Heerführer auch während des Weltkrieges, den ihnen unterstellten Soldaten jüdischen Glaubens hohes Lob gezollt. Aber auch ihre Beurteilung der Juden als Menschen und als Staatsbürger ist — von Ludendorsf, der auf die „Weisen von Zion" schwört, abgesehen — überaus günstig. Einer treffenden Aeußerung des Generalobersten v. K l u ck , der' die „christlichen Juden", d. h. sich ihres Glaubens schämenden, mit einem Uebertritt ohne jegliche Ueberzeugung kokettierenden Juden entschieden ablehnt, sei hier ein Wort des Feldmarschalls v. Mackensen zur Seite gestellt, das den Vorzug unzweifelhafter Wahrheit hat, denn deck große Heerführer hat — auf Anfrage — die Richtigkeit seiner Aeußerung bestätigen lasten. Es war im Jahre 1917 während des Feldzuges in Rumänien. Eine Ruhepause gestattete dem Mjarschall, eine Inspektionsreise zu unternehmen. Aber, ach, der Sonderzug erleidet eine „Panne" und muß aus freiem Felde stundenlang liegen bleiben. Die Zeit darf aber nicht ungenützt verstreichen, und so nimmt der Marschall die Besichtigung des in der Nähe liegenden Feldlazaretts vor. Was er sieht und hört, findet seinen Beifall, und so befindet sich der Marschall in guter Stimmung. Die Schwestern fühlen sich durch die ehrenvollen Worte sehr geschmeichelt und wagen es. Seine Exzellenz sogar zur Besichtigung der von ihnen angelegten Schildkrötenzucht einzuladen. Mackensen erfüllt diesen Wunsch gern. Unter den Schwestern fällt ihm ein Fräulein mit ausgeprägt jüdischem Typus auf. Exzellenz spricht mit der Indischen Schwester nicht minder freundlick) wie mit den anderen. Als ihm aber beim Verlassen des Lazaretts die Oberin das Geleit gibt, fragt Mackensen: „Sie haben hier wohl auch eine jüdische.Krankenschwester?"^ „ Jawohl, Euer Exzellenz." „Wie macht sie sich, Frau Oberin?" „Recht gut, Exzellenz." „Glaubt schon. Was die Juden anfassen, machen sie alles gut!" Modernstes Lau« am platze. Erstklassige Pension bei mäßigen Preisen. Vad Tölz / -Motel Alpenhof. Saison-Ausverkauf vom 1. bis 12. Juli x« gewaifig kerali^eseixieii Preisen Her ren-Sakko-Anzüge blaue uni farbige Kammgarn- und Cheviotsioffe in modernen Formen früher bis M. 56,00 71,00 90,CO 105,00 120,00 jetzt 38°° 48°° 59°° 71°° 80°° Herren-Schlüpfer und Ulster darunter ein grosser Posten Winter-Ulster aus la Stoffen Jrüher bis M. 62,00 85,00 90,00 110,00 120,00 jetzt 38°° 48°° 59°° 71°° 80°° Herren-Beinkleider grosse Posten neuer Streifenmuster M. 5°° 7°° 8°° 10°° 13°° 17°° Herren-Sport-Anzüge darunter ein grosser Posten Heilig, mit lang.und kurz.Hose früher bis Af. 56,00 68,00 85,00 95,00 . 110,00 jetzt 36°° 46°° 56°° 62°° 68°° Gummiu. 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