Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 25 (19.6.1924)
- Date
- 1924-06-19
- Page
- Seite 381 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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381 Antworten. Mehrere Ansragen-e. Das Nordsee Sanatorium des Herrn Dr. med. Gmelin, Südstrand-Föhr, duldet den. Gesang des Ehr» Hardt-Liedes in seiner Jugendabteilung, bestreitet aber den antisemitischen Charakter des Liedes, in dem es nur den Ausdruck deutschen, und militärischen Geistes erblickt. Wer eine andere Auffassung vertritt, wird voraussichtlich vorz-iehen, seine Kinder erst dann dem Sanatorium anzuvertrauen, wenn dort erkannt sein wird, daß Vaterlandsliebe und Chauvinismus sich zueinander verhalten wie Sparsamkeit und Geiz. W. W., Lübben. Ein Gemütsmensch ist der Förster N e h r i n g in Forsthaus Lu bolz bei Lübben. Am 35. Mar ereignete sich bei Lübben ein Autounglück. Eine Person wurde getötet, drei wurden schwer verletzt. Um das Auto abzuschleppen, war eine Kette erforderlich. Einige Sanitätsmannschaften begaben sich ins Forsthaus. Der Förster erkundigte sich, ob die Verunglückten Juden wären. Als der Führer der Kolonne das besahte, antwortete Nehring, daß er für Juden nichts übrig habe. Eine Flut von antisemitischen Redewendungen, u. a.: es sei schade, daß nicht a l l e Juden ums Leben gekommen seien, tat der Kolonnenführer mit der ruhigen und sachlichen Bemerkung ab, er habe sich noch nie bei einer Hilseleistung um den Glauben Verunglückter gekümmert. Der Gewerkfchaftsbund der Angestellten, Hamburg 36, schreibt uns: In Ihrer Ausgabe Nr. 20 vom 15. Mai 1924 wiesen Sie darauf hin, daß die Badeverwaltung von Bansin in ihren Ankündigungen bekanntgibt: „Rur christliche Gäste". Wir erlauben uns. Ihnen mitzuteilen, daß in dieser allgemeinen Erklärung der Babeverwaltung unsere beiden Erholungsheime „Strandhaus" und „Maria Luise" nicht einbegriffen sind. Der G. d. A. Ist satzungsgemäß parteipolitisch und religiös neutral und fragt weder seine Mitglieder noch die Besucher seiner Erholungsheime nach ihrem Glaubensbekenntnis. Den Besuchern Weimars wird in ihrem eigenen Interesse vor Reiseantritt empfohlen, Auskunft über Hotels, Geschäfte usw. bei dem Vorsitzenden unserer Ortsgruppe, Herrn Emil Fischer, Weimar, Gartenstraße 37, einzuholen. D. G., Berlin. Wenn Judenfeinde jetzt Theodor Billroth zu ihren Anhängern zählen, so irren sie sich. Aus den Schriften Billroths kann man keineswegs auf eine bei Ihm vorhandene grundsätzliche Abneigung gegen die Juden schließen. Das Gegenteil ist durchaus möglich. N., Norderney. Ja, es ist eigenartig! 400 antisemitische Stimmen auf Norderney! Ganz wie in Bad Elster, wo drei Viertel der abgegebenen Stimmen dem Völkischen zufielen. Wir würden die betreffenden Herrschaften -och bitten, ihre Adressen bekannt zu geben, damit sie nicht von jüdischen Gästen belästigt werden. L. F., Breslau. Wir danken Ihnen für Ihre Anregung, unsere Leser darauf hinzuweisen, daß jeder ehrliebende Jude die Verpflichtung hat, D u ch - Wandlungen zu meiden, dre in ihren Schaufenstern Bücher radauantisemitischer Tendenz nicht nur führen, sondern sie sogar als Reklame benutzen. A. L., Stettin. Das Textilhaus Robert L a u b m a n n G. m. b. H., Weißenburg i. Bayern, gibt „infolge völkischer Einstellung" an Rassensremde nichts ab, „auch wenn sie sich als gute Deutsche betrachten". einhundert fünfzigiausend Mark, für den Fall der Uneinbringlichkeit zu einer Gefängnisstrafe von fünfzehn Tagen sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens und zum Ersatz der dem Privatkläger Exzellenz Erich Ludendorff, General der Infanterie a. D., in München erwachsenen notwendigen Auslagen verurteilt. . . . Dem Privatkläger wird die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung des Angeklagten auf dessen Kosten innerhalb eines Monats nach Rechtskraft des Urteils durch einmalige Einrückung der Urteilsformel in der für amtliche Bekanntmachungen üblichen Art in die „C. V.-Zeitung" in Berlm öffentlich bekanntzumachen. Ich gebe dies als Vertreter des Privatklägers auf Grund der im Urteil ausgesprochenen Befugnis hiermit öffentlich bekannt. München, den 23. Mai 1924. Justizrat W. v. Zezschrvitz, Rechtsanwalt. Geschäftliche Notizen. Brückenberg-Wang mit seiner weitbekannten nordischen Kirche gilt als Ausgangspunkt für sämtliche Wanderungen nach dem Hochgebirge. Idyllische, ruhige Lage in herrlichen Nadelwaldungen. Schoko ladenfpeise bester Art. 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