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Central-Verein-Zeitung · 1924-05-01 · 18 (1.5.1924) · p. Seite 254

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
18 (1.5.1924)
Date
1924-05-01
Page
Seite 254 (sequence 14)
Language
German
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■254 Neue Hücher. Russische Köpfe. Von Oskar Blirw. Berlin 19 2 3, Verlag von Franz Schneider. — Wer die führenden Persönlichkeiten und die treibenden Kräfte der russischen Revolution verstehen will, der lese dieses schöne und gediegene Buch. Der Verfasser hat Die letzten Jahrzehnte in Rußland gelebt und mit den Männern der Revolution von 1905 und 1917 intime freundschaftliche Beziehungen unterhalten. Er versucht, „die Menschen darzustellen, die die Revolution gemacht haben, und die, welche die Revolution gemacht hat". Rach einem ausführlichen Kapitel über die Entwickelung der russischen Revolution zeigt der Verfasser die Männer der Februarumwälzung, also Keren ski und die Seinen, dann folgen die Oktober- Männer, also Lenin und seine Plejade.. Der „Jude" Wladimir Jlitsch Lenin ist im Gouvernement Simbirfk geboren, wo nie der Fuß eines Juden gewandelt hat, und zwar als Sohn eines . Landedelmannes. Merkwürdig ist, daß er im Jahre 1886 die Reifeprüfung mit Auszeichnung am Gymnasium zu Simbirsk bestand, dessen Direktor Kererrsti war, der Vater des von ihm später gestürzten .Präsidenten des ersten Revolutionskabinettes Lwow-Kerensti. Auch Kerenski wird von den Antisemiten zum Juden genmcht und beharrlich „Kürbes" genannt. Es braucht nicht betont zu werden, daß in Rußland nie ein Jude Ghmnasialdirektor war. Mit ungewöhnlicher Darstellungskrast und tiefem historischen und psychologischen Derständrns schildert Blum die beiden Gruppen, die sich um diese zwei Männer scharten und nicht nur in Weltanschauung und Streben, sondern auch an Wesen und Charakter diametrale Gegensätze verkörperten. Wirkliche „Juden" in beiden Gruppen sind M a r t v w , Dan, Leo Deutsch u. a. um Kerenski, — und Trotzki und Radek unter den Lenin-Leuten. Wir lernen begreifen, warum alle diese Menschen von den Russen aller Klassen nur als Russen und nie als etwas anderes empfunden wurden, und daß die Urrussen erstaunt waren, als aus Berlin zuerst das Geschrei ertönte, Trotzki und Josse, und nebenbei auch Lenin und Kerens-ki seien Juden. Ihnen, den Urrussen, war dies nie ausgefallen, denn an Trotzki, Radek und ihresgleichen sind nur die Haut und die Knochen jüdisch. Nie aber haben sie ein jüdisches Gefühl, eine jüdische Idee, ein jüdisches Interesse oder einen jüdischen Gedanken geäußert, oder daran gedacht, daß in Mußland sechs Millionen Juden existierten, deren Los ungleich schlimmer war, als das der Bauern und Arbeiter Zusammengenommen. Geradezu monumental und dabei bis ins feinste gemeißelt ist das Bild, das Blum von DZerschinski, dem Oberhaupt der fürchterlichen „Tscheka" (Revolutionstrrbunal), entwirft. Er nennt ihn den Henkersknecht der Revolution", dessen Name alle „Greuel" der mittelalterlichen Inquisition und der französischen Revolution aufleben läßt. „Er war der einzige tatsächliche Machthaber Rußlands, denn er hatte die Macht über das Blut." Er war es, der die Revolution gerettet, denn er hat die Gegenrevolution unmöglich genmcht. Er ist Pole von Geburt und Katholik von Bekenntnis. Die meisten seiner Gehilfen sind Polen, in seinem Reich spricht man viel mehr polnisch als russisch. Aber nie ist jemandem in den Sinn gekommen, zu sagen, daß die „Tscheka" eine polnische Schöpfung sei, und daß die Polen die Revolution gemacht haben. Sg. Vom Heimatsrecht der deutschen Juden. Von Dr. Paul Rreger. Philo-Verlag, Berlin. 9. Auflage. 1924. — Die kleine Schrift, die eine Fülle Material bringt, verdient, in weitesten Kreisen nicht nur gelesen, sondern eingehend studiert zu werden. Sie gehört zu denjenigen Veröffentlichungen, von denen man sagen kann, daß sie gerade im richtigen Augenblick erschienen sind. Der Verfasser geht ganz richtig davon aus, daß es sich nicht um die staatsrechtliche Frage der Gleichberechtigung der deutschen Juden handelt, die ja durch die Verfassung eindeutig beantwortet ist und gerade von einer größeren Anzahl Parteien bekämpft wird, sondern darum, ob die Voraussetzungdieser staatsrechtlichen Erledigung, nämlich das Vorhandensein eines geschichtlichen und knlt h rd ie it_H e imat s recht e s gegeben ist. Der Verfasser iaat im Vorwort nicht zu viel, iucnn er behauptet, eine l e i d e n s ch a f t s l o s e E r ö r t e r u n g vornehmen zu wollen. Es ist in der Tat in dem Buche nicht ein Wort enthalten, das dieses Heimatsrecht irgendwie mit menschlichen oder sonst an das Gefühl appellierenden Aeüßerungen für sich in Anspruch nimmt. Es geht vielmehr bis ins 'kleinste auf die geschichtliche Entwicklung der Juden in Deutschland ein. Jede einzelne Behauptung! in dieser Beziehung, wie zum Beispiel die Tatsache des Vorhaudenseins einer jüdischen Gemeinde in Köln unter der Negierung des Kaiser Konstantin im Jahre 321, ist eingehend belegt. Der größere Teil des Buches ist dem Nachweis des kulturellen H e i m a t s r e ch t e s der deutschen ürovanille Zahnschmerz. Rhetim SrzHich bevorzugh . Keinerlei ungünstige Nebenwirkungen auf Herz-u. Gef ässner ven . Ick ver- und nahm in 5/o Monaten suchte 'ihre 48 Mund (amerikanisches Ge. wicht) ab, ohne irgendwelche nachteilige Wirkung zu bemerken. Aus freiem An« triebe, um auch meinen Mitmenschen behilflich zu sein, lasse ich Ihnen diese Zeilen zugehen", schrieb über Proleptin-Tabletten am 6. Sept. 1922 Herr Charles Ganz in New Äork, 81 tii Street. Zahn. ähnl. Dankschreiben liegen bei uns zur Einsicht. Grebe Laboratorium, Berlin 7i5 sw6i. Versand durch Verfaudapotheke. „Baden-Badener Pastillen". Wie die Olten- So die Jungen «AH*°-SCh6«°^°E Gegründet 1852. 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