Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 18 (1.5.1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 241 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Llnzelnumrner 10 GolSpfennlg SerUn, h MB 1924 111. Jahrgang Nr. IS 0ryan -es lLnkmlVereins -euticker Staatsbürger jüErKen Vlauveus^v. Lsitrin^ ctss Verlag u. Schriftlertung: Lentral-Verein öeutfcher Staatsbürger jüdischen Glaubens e.v. Gerlin SMbS, Linüenstr. 13 Fernsprecher: Amt Dönhoff 3594, 3595 Telegrammadresse: „Centralglauben Berlin" .\ Postscheckkonto: Berlin 30472 Bankkonto: Dresdner Bank, Wechselstube G, Berlin SW 68, Lindenstr. 7 Monaisabonnement (ein vierteljährliches gibt es vorläufig nicht) 40 Goldpfennig Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse, Berlin SW 19, unb bereu Filialen. Anzeigenpreise: 0,75 Goldmark für die 7 gespaltene Zeile nach Rudolf Mosses Normalzeitenmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche sür Mitglieder des Cenlral-Bereins 0,40 Goldmark, die 90 nun .. ^breite Reklamezeile 4 Goldmark. Der letzte Ruf. Ob Frühling, ob Winterstürme uns, unserm Vaterlande beschieden sein werden, darüber bringt die Reichstagswahl am 4. Mai die Entscheidung. Gelingt es den Volksverführern im völkischen Gewände, dem Geist Hamanns die Herrschaft zu verschaffen, dann fahre hin du göttlicher Frieden, dann deutscher Jude ist dein Bürgerrecht bedroht, dann soll dir das Vaterland geraubt werden. Neun Versammlungen in Berlin an einem Tage wagte die Leitung des E. V., weil sie sich der furchtbaren Gefahr bewußt ist, der wir verfallen, wenn nicht jeder Fude jeden Geschlechts und Alters bis zum 4.Mai d. 3. sein Bestes, sein Letztes an Kraft und Eifer einseht, um der gewaltigen antisemitischen Sturmflut einen Damm zu ziehen! Feder, ob Mann, ob Frau, stelle sich und alle, auf die er Einfluß hat, seiner Partei zur Verfügung. Ob jemand Demokrat oder Sozialdemokrat ist, ob er seine politischen Überzeugungen am besten von der Zentrumspartei, von der Bayerischen Volkspartei, den Deutsch-Hannoveranern oder einer sonstigen Gruppe vertreten glaubt,, ob er sich der Deutschen Volkspartei oder wem sonst nahe fühlt, ihr, seiner Partei stelle er sich zur Verfügung, biete seine Dienste für den Wahltag an, sei es als Zettelverleiler, sei es zur Herbeiholung Säumiger, sei es zur Listenführung. Mann und Frau, Füngling und Mädchen, ohne Rücksicht aufs Wahlalter sind willkommen. Llnfere Pflicht ruft euch! j Doch haltet die Augen offen, ob sich etwa auf die Kandidatenliste eurer Partei ein Antisem it e i n g eschli ch en hat. Fst dies der Fall, dann wendet euch ab von einer Partei, deren Worte und Taten sich widersprechen. Dann stützt die Nachbarpartei, dkeMenschenwürde achtet, unsere Menschenrechte nicht antasten läßt. Rur bleibt nicht der Wahlurne fern, das wäre Fahnenflucht, das wäre Verrat! - Wer im Bürgerstreit dereinst in Sparta nicht Partei nahm, der wurde als Verbrecher abgestraft,- und auch heute ist der Deutsche jüdischen Glaubens, der seiner Wahlpflicht ohne zwingenden Grund nicht nachkommt,-ein v erä chtli ch er Geselle. Alur durch den vollen Einsatz unserer Persönlichkeit in den Wahlkampf können wir die brandenden Wogen des Bolschewismus von rechts und links, -Ar Holz, Hitler und Hergt eindämmen. Das gebietet aber nicht nur unser Eigeninteresse, das fordert unsere Dankbarkeit und Liebe für unser geschlagenes Vaterland. Diese Erkenntnis mag uns Kraft zu übermenschlicher Tat verleihen, denn: „das Größte, was dem Menschen zuteil werden kann, ist, in der eigenen Sache die allgemeine zu vertreten". Wahlhilfe und Wahl gebieten euch Judentum und Vaterland, Liebe und Pflicht! Zustizrat Sonnenfeld.