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Wissen und Waffen · 1924-04-17 · 4 (17.4.1924) · p. Seite 16

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Journal
Wissen und Waffen
Volume
[1. Folge] (1924)
Issue
4 (17.4.1924)
Date
1924-04-17
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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16 völkisches Helüentum im Gerichtsfaal. / Aus dem Münchener Hochverratsprozeß. Die Akten des Münchener Hochverratsprozefses würden den: künftigen Geschichtsschreiber — vom Politiker ganz zu schweigen — reichhaltiges Material bieten, und ein Historiker wie Max Kemmerich könnte wohl einen besonderen Band seiner „K u l -- turkuriosa" damit bestreiten. Heute ist die Zeit zu einer derartigen geruhsamen „Würdigung" noch nicht gekommen. Wir begnügen uns darum mit einigen Streiflichtern, die den Charakter der Prozeßführung wie der handelnden Personen und Organisationen al fresco malen sollen. 1. Das verjubele Recht. Amtsgerichtsrat Dr. Karl Wagemann hat in einem neuerschienenen Werke das Judentum s ü r die E n t a r t u n g des deutschen Rechts verantwortlich gemacht. Das Verhalten jüdischer Verteidiger, besonders bei Sensationsprozessen, hat diese Anschauung befestigt. In München konnte man die Probe auf das Exempel machen. Ein judenreiner Gerichtshof; ein judenreines V e r t e i d i g e r k o l l e g i u m; eine judensreie Anklagebank. Und trotzdem: Ein Staatsanwalt, der hinausläuft und die Tür hinter sich zuknallt; ein Zeuge, der seines Weges geht und nicht wiederkommt. — Zur Ehre völtisch-bayerisch-deutscher judenreiner Rechtshoheit. —-- 2. D ie a ri sche n „T almud iste n". Generalleutnant v. Lossow: „Ludendorf hat mir gegenüber oster erklärt, erdränge in Berlin durch seine Freunde im Sinne der Patentlösung, also des Direktoriums. Er betonte, man dürfe nicht mehr viel Zeit verlieren, die Angehörigen des Kampfbundes hungerten und ließen sich schwer von der Aktion zurückhalten." General Ludendorff: „Ich bin am 21. Oktober v. I. in die Unternehmung, die hier zur Aburteilung steht, hineingezogeu worden. — Hitler h>.t mir seine Eindrücke mitgeteilt. Ich habe nicht persönlich an einen militärischen Marsch nach Berlin gedacht. Ich habe das Wort nie als ein feststehendes Programm aufgefaßt.- Ich habe so viel gelesen, daß ich nicht mehr die Einzelheiten weiß. Bon der Absetzung Eberts hatte ich nichts gehört. Das mußte der Zukunft überlasten'sein." — Dein Ja sei ja, dein Nein sei nein — im Gegensatz zur „jüdisch schillernden Talmud-Moral". o. Geld regiert d ie Welt — auch die j u de n re i n e. „Um 9 Uhr morgens wurden bei den Druckereien Gebr. Parcus und Mühlthaler durch bewaffnete Hitler-Abteilungen im Aufträge Hitlers unter Androhung von Gewalt größere Geldsummen beschlagnahmt und zum Bürgerbrüukeller gebracht. Mit dem Geld wurden im Lause des Vormittags die Truppen des Kampsbundes gelöhnt." Und Friedrich Delitzsch erzählt, die Juden seien als eine Räuber- Horde in Kanaan eingedrungen. Zeuge Oberlandesgerichtsrat Parst (Nürnberg): „Ingenieur Uihlein hat uns mitgeteilt, daß zu diesem Zweck die Industrie Nürnbergs um Geldmittel angegangen worden sei. Ein Betrag von 20 900 Dollars sei bereits Zusammengekommen. An diesen Betrag erinnere ich mich genau." Das war zur Zeit, als der Dollar 4 Billionen stand. Ausrechuen: 1000 Dollars — 4900 Billionen: mal 20 gibt 80 000 Billionen! Zur selben Zeit aßen sich deutsche Kinder in aller Welt bei fremden Menschen satt: lagen Hunderttausende von Arbeitern hungernd auf der Straße; zerfloß den Hausfrauen das Papiergeld unter den Händen. Und die Nürnberger Industrie schmiß 20 000 Dollar. Wozu? Die Arbeiter dem „jüdischen Marxismus" zu entreißen. 4. Derbe st e S ch u tz gege n den j ü d i s ch e n G c i st — ch i cht l e s e n! Oberstleutnant Knebel: „Ich kenne weder, die Weimarer noch die bayerische Verfassung. Ich habe die Verfassung auch nachträglich nicht gelesen." Rechtsanwalt Dr. Holl: „Warum haben Exzellenz als Inhaber der vollziehenden Gewalt die Schrift chon Rothenbücher verboten, aber nicht dieses Schriftchen? (Yeni, vidi, vici.) Zeuge v. Kahr: Ich bin der Anschauung, daß zwischen beiden ein wesentlicher Unterschied ist.. Ich habe die Schrift nicht ganz gelesen, habe auch die andere nicht ganz gelesen." Am besten: gar nicht erst lesen lernen. Schreien kann man doch — wie Herr Oberstleutnant Kriebel: „Da habe ich mir in meinem einfachen Soldatengemüt gedacht: Wenn alles schreit: Kamps gegen die Weimarer Verfassung! Warum soll man dann nicht kämpfen? Dasselbe gilt von der bayerischen Verfassung." W e r n i ch t l ü g e n k a n n. Hitler (über die Glaubwürdigkeit seines Pistolenspauncrs Graf): „Der Mann ist der treueste der Treuen, der würde sich für mich Lotschießen lasten. Wer sich für einen anderen zu opfern vermag, der kann nicht lügen." 12 000 jüdische Soldaten haben das höchste Opfer dem Vaterlande gebracht. Viele Zehntausende waren bereit, es noch zu bringen. Aber der jüdische Soldat wird noch über das Grab hmaus beschimpft. „Deutsche" Treue! So stehen , sie da, die Erlöser Deutschlands vom jüdischen Bolschewismus, Marxismus, Kapitalismus und anderen Ismen. Mtikatholizismus ----- M'ifemitismus. Geschichtliche Erinnerung aus dem Kulturkampf! Der Ansturm der völkischen Bewegung gegen das Judentum Hai sich nicht erst in der Gegenwart auch gegen den Katholizismus gewandt. Die nachstehenden Tatsachen beweisen dies. Der „f r e m de Tropfen im d e u t s che n B l u t": „Der Katholizismus ist kern deutsches Gewächs. Er ist fremdländischen Ursprungs. Tie deutsche Nation und der Protestantismus sind im innersten Wesen verwandt 'und aufeinander angewiesen." („Protestantische Kirchenzeitung" 1866, S. 959.) Der „zersetzende katholische" Geist: „Der Ruin der Nation und des Vaterlandes ist das Ziel des Ultramontanismus (im „Neuen Reich" 1874, Bd. IV)." Und weiter heißt es in der „Allgemeinen Zeitung" vom 5. Dezember 1870 in einem Aufsatz „Wunsch zur Kaiserkrönung": „So wäre denn alles zu Heil und Segen gewendet, fräße nicht ein giftiger Schwamm in unfern Eingeweiden, der unablässig. Tag und Nacht, seine zerstörende Arbeit sortsetzt. Welches die Krankheit ist, braucht nicht erst gesagt zu werden: Die Wahlen zum preußischen Landtag haben wieder einmal die wunde Stelle entblößt; blind ist, wer nicht erschreckt davor Zurückfährt. Der blühendste, aufgeklärteste, regsamste Teil Deutschlands, Rheinland und Westfalen, schickt 40 ultramontane Abgeordnete in die Landesvertretung. Wahrscheinlich eine verlorene, große Schlacht an der Loire wäre ein geringeres Unglück für die Nation als diese Niederlage . . . So wächst und wächst die stille Verschwörung gegen Staat und Kultur Stund für Stund, treibt ihre sich festkrallenden Ranken überall umher und droht uns zu ersticken in gegebener Zeit." K a t h o l i s ch e „G e h e i m g e s e tz e": v Zu „ihrem Rechte" rechnet die katholische Kirche auch, „daß die Untertanen des ketzerischen Königs von Preußen diesem gegenüber von jedem Eide, von Treue und Gehorsam entbunden sind oder doch sein sollten und jeden Augenblick durch die Kirche entbunden werden können." Solche äußersten Konsequenzen fordere die Kirche klugerweise nicht sofort, aber wenn der Staat nachgebe, werde sie ihre Forderungen nach geometrischen Progressionen steigern. (Aus einem Werke von Otto Meyer: „Die Propaganda, ihre Provinzen und ihr Recht, mit besonderer Berücksichtigung aus Deutschland".) (Zit. n. Kißling, Gefch. d. Kulturkampfes im Deutschen Reiche.) 4 Während des Weltkrieges hat Studienrat Dr. Wilhelm L a n g e m a n n an den Reichskanzler G x q f -e n Hertling Zuschriften gerichtet, die dann unter dem Titel: „Deutschlands Erniedrigung und das, Zentrum" (Politische Briefe, die ohne Antwort blieben. Als Manuskript gedruckt.) erschienen sind. In ihnen heißt es: „. . . Alles zur größeren Ehre und Macht der katholischen Weltkirche, des Papstes und seiner getreuen deutschen Leibgarde, des Zentrums. Der Kamps zwischen Königtum und Priestertum, unter dem schon das mittelalterliche Deutschland seufzte, ist heute wiederum in ein entscheidendes Stadium eingetreten, und das Furchtbare der heutigen Lage ist, daß der Vertrauensmann des machtgierigen römischen Priestertums heute mit seinen national verstockten Parteigängern mvb der vereinigten Internationale an Stelle des Königs kommandiert und die Dinge nach seinen persönlichen reichsschädlicher! Grundsätzen lenkt." .... Die russische Zeitung „Utro Nnssii" berichtete, „daß Sie nämlich beabsichtigen, die deutsche Politik in UeüereinstimMUNg mit der päpstlichen M bringen, daß Sie dar nur im Westen gegen Annexionen waren und auch im Osten nur Kurland nehmen wollten, also im ganzen einen Papstfriedeu ohne Annexionen und Entschädigungen durchzufetzen wünschten. Ich Habe Ihnen schon einmal mit aller Deutlichkeit gesagt, was ein derartiges Kriegsziel eines „deutschen Reichskanzlers" bedeuten würde. Aber jene Zeitung hat recht gehabt mit jener Ankündigung. Das heißt also — gelinde ausgedrückt — Sie haben Ihr Arnt nicht als deutscher Reichskanzler geführt, sondern als alter preußenfeindlicher Zentrumsführer und päpstlicher Vertrauensmann." . . . Ein beständiger Kamps mit der Lreupeutschen, auch politisch tatkräftigen Heeresleitung ist ein Charakteristikum Ihrer Kanzlerschaft ..." „Daß der Papst völlig auf seiten der Entente steht, ist eine erwiesene Tatsache, die von keinen! ernsten Deutschen mehr geleugnet werden kann. . . . . . All diese Leute, die Polen, die Belgier, die Oesterreicher, die deutschen Partikularisten, das sind Ihre Lieblinge, Herr „deutscher" Reichskanzler im Palais Bismarck, Ihre Feinde sind die Alldeutschen — kürzer: die Deutschen, Ihnen gilt Ihr Kampf, allen anderen, samt den Feinden, die Versöhnung. Das ist Ihr Bild. So steht es eingegraben aus den ehernen Tafeln der Weltgeschichte, zur hohen Freude der künftigen Geschlechter — des Auslandes . .

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