Wissen und Waffen
- Journal
- Wissen und Waffen
- Volume
- [1. Folge] (1924)
- Issue
- 2 (3.4.1924)
- Date
- 1924-04-03
- Page
- Seite 5 (sequence 1)
- Language
- German
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Beilage der LV.'Ze-tuog" Tatsachen für den Wahlkampf. Ar. z 3. ApM 1924 f- Sin- -ie Iu-en am Rriege schul-r Dir T>!t. Europa und Deutschland Huben seit ihrer Erschaffung .schon so Kriege geführt, daß man eigentlich emenbesvndereo, chknter den Kulissen wirkenden Kriegsmccher für den Weltkrieg Nicht t vermuten brauchte. Maßgebend« Persönlichkeiten wie Wilhelm erster, Walter Liek und so viele andere hrben jLdvch in- ,ihren verschirdentllchen Geschichtswerke,r Alljudas Schuld am Ausbruch, und, Verlust des Weltkrieges — neben allen anderen UnglückssMern — eingehend nachzuweisen versucht, so daß wir uns den, sonderbaren Nachweis, daß die Juden den Krieg wirklich nicht gemacht haben, nicht entziehen können. Wir sind selbst-verständlich ^rncht der Meiimng-, daß mit «der folgenden Ausführung über die Ursachen des verlorenen Krieges die „Schuivfrage" gelüst ist. Es liegt uns auch strn, daß wir durch die Zitate unser Urteil etwa zur Kenntnis bringen wollen. Die Zitate sollen lediglich zeigen, wo die Schuldigen von maßgebenden christlichen Persönlichkeiten gesucht »oerden jedenfalls churchrus nicht rm jüdischen Lager. — Ter Vorsicht halber berufen wir uns auf die Zeugnisse derer, die als jüdisch unverdächtig außer Zweifel stehen. " ' a) Z u r Vorkriegspolitik: . . Mas zur Katastrophe führte.) Staatssekretär v. I a g o w („Ursache und Ausbruch, des Weltkrieges "p „Die Ursache der Avtastrophe war der Gegensatz der slawischen gegen die germanische Welt. Englischer Neid und Machtwille und vor allem französischer Rachedrang dienten als politischer Sprengstoff, um die Katastrophe des slawischen Bergsturzes zu beschleunigen. . . . Die ferneren allgemeinen Ursachen des großen WeltbrandeS liegen in einer jahrzehntelangen Zuspitzung der europäischen Lage, dem Anichwellen das Rationalismus, dem. teils territorialen, teils wirtschastlich-unperialistüchen - Ausbreitungsbedürfnis aller national erstarkten Völker, in dem allgemeinen Wettrüsten, dem der einzelne sich schwer entziehen konnte, das aber eine-Spannung über ganz Europa breitete." .. G e n e-r a l v. GU e i ch („Die alte Armer und ihre Verirrungen"!: „Der Weltkrieg war die Fortsetzung der uachbismarckischen 'Welt- Politik, dieihre Ziele nicht der wirtlichen Macht entsprechend zu beschränken wußte. Sie bemühte sich. Möglichst überall eine deutsche Karte ins Spiel zu bringen. Sie übersah dabei, daß die Zahl der Trümpfe ...eine , geringe ist." — (Fürst Bülow: „Deutsche- Politik"', Bethmanst-Hollweg: „Betrachtungen zum Weltkrieg".) Das persönliche Regiment, . ' 1 v. Hol ft-e i n (eigentlicher Leiter der auswärtigen Politik seit Bismarcks Sturz .bis 1906): „Nur eine Möglichkeit gibt' es, 'den ' sicheren Gefahren der-Zukunn vorzubeugen: man muß der unnützen, sti Wort und Tat (vom Kaiser) verübten Provokation von-jetzt ab. fest entgegentreten und sie als politischen Unversiand kritisieren. Und zwar muß gerade -diestaatserhaltende Presse das sagen. . . . Ohne .Kritik kommen wirÄ den Chausstegraben ..." .. - D - e A l l d e „ t s ch e n : - Prosesiör 'Meineck-e, der ' berühnste Historiker cm der Universität sBerlm - („Deutsche Rundschau", Mai 1919. „Die. -geschichtlichen Ursachen der deutschen Revolution"): „Der deutsche INatiollatiAnus . verführte uns dazu, daß wir uns.mit geltet* ' eiser in die Welkpvlitik stürzten. Die kleine Gruppe der Alldeutschen hat dies <rm lautesten getan und da-durch das Aussehen-und Miß- - trauen des Auslandes erregt. Mt dem Ausbruch des Krieges wuchs (ihr Einfluß aus die gebildeten Schichte« in verhängnisvoller Weise." Otto Hamann, der frühere Pressechef des auswärtigen -Amtes („Der neue Kurs"): „Die üblen Wirkungen mancher alldeutlschen Schrift alis -der. ersten Zeit des Verbandes reichen bis in die ^Gegenwart hinein."' Hinweis auf einenAussatz von Kurd v. S t r a n z: -Dünkirchen, Herdingen (Hesdin). Rhstel (Lilli), Artreht und Kamerrk im-niederdeutschen Land, Nanzig, Lunstädt' (Luneville), Lenk (Tonl) 'und Verdun'Mstssen' zum Reich zurückkommen, eher „ist es nicht geisättigt.üst die alte Schuld nicht beglichen". — Der französische Deputirrte Jules Roche s verliest in der Kammer die Stellen der Schrift, die die Befreiung der sieben 'französischen Departements Meuse, Meurflst, Vvsgesj Haute Sanne, Doubs und Jura von der französischen „Fremdherrschaft" als deutschnativnales „Pflichtgebot" bezeichnten. 1N5 erscheint eine vom. BerbandSvorsitzenden Halle günstig SÄirteikke Cchrür ..Großdeutschland mit Karte", die Luxemburg, Holland. Belgien, Deutsch-Schweiz, Oesterreich .^inverleibt". Im Aus-! ümo als- Sch"ckbild des deutschen Machthungers betrachtet. Das pWWrti-zvir leicU -sich-das französischie Volk im Jahre 1914 von den garster Mmsithaberw znm -Glauben an den deutschen Ueherfall überreden ließ und wst: wenig günstig die Stimmung auch in anderen Landern, auch stammverwandten, für Deutschland nach Kriegsausbruch war und geblieben ist." nt^c 2.^'Efe. holländischer Historiker („Nieuwe Courant" vom 21 Jum 191«, zitiert nach Mitteilungen aus dem „Verein zur Abstiehr bes> Artiseinitismus"): „Die Deutschen waren gewohnt, sich in besonders urworstcksttger-Weif« zu äußern, und die Ententepropaqanda hat es erreicht, einem großen Teil der Welt den Glauben beizubringen, daß Deutsche und- Alldeutsche gleichbedeutend wären, einen Glauben, zu dem die Alldeutschen selber allen Anlaß gegeben hatten indem sie verbreiteten, „daß es neben ihnen in Deutschland nur noch Inden gäbe." . b) Zur Kriegspolitik und Kriegführung, i Der U-Boot-Krieg: :1 drvs. Meine d e (s. oben): „Unser Riederbruch wurde unabwend- Eintritt Amerikas in i-en Krieg. Wir haben ihn s^bst herausbeschrooren durch unseren Entschluß zum radikalen kk-Boot-Krleg. Wir hätten, so darf man wohl annehmen, einen gewiß mcht glanzenden, aber leidlichen Frieden, einen Subrrtusburger pstieden . . . erkämpfen können ... Bei uns hat der Krieg" c>te Pvlrtr^ bex Soldat den Staats mann überwuchert . .'Helfferich, („Der Weltkrieg'): „Wenn die Karte des rückstchtslosen U-Boot-Krreges ausgespielt wird und sie siegt nicht, dann snv) wrr verloren, dann sind wir auf Jahrhunderte hinaus verloren." „K r e u z z.e i t u n g" (1. Oktober 1918): „Die militärische Leitung bat ohne jede politische BestinunMig ihrer Kampfziele und in Unter-- schätzung unserer Feinde geglaubt, den zerschmetternden Sieg noch allen Seiten erfechten zu können. So ging der Krieg verloren und -begrub in feinem AuSgang den deutschen Kaiserstaat unter seinen Trümmern." Georg Gothetn, Al. >d>. („Me wir -den Krieg verloren"): „Daß der Krieg, zu solchen erbärmlichen moralischen Zuständen führen konnte, daß die unendlichen Opfer an Gut und Mut umsonst waren, daran tragen ganz besonders Schuld Die, die den reinen Gedanken des Verteidigungskisieges durch Erobrrungsfordgxungen beschmutzten, welche die Liquidation des unseligen Krieges dirrch einen Verständigung- und VersöhnuuMrieden . . . durch übertriebene Kriegsziele Hintertrieben!" Keine wirtschaftliche Vorbereitung: ' General Groner („Preußisches Jahrbuch", März 1SW): „Wir. gingen wirtschaftlich nicht besser vorbereitet in den -größten Krieg, als die-Athener in den Peloponnestfchm Krieg. Keine, wirtschaftliche Mobilmachung, 1914115 in den Tag hinringelebt, zp späte Organisation rmd Bvlksivirtschsft." " Die Offiziere: - - . . . Prof. ü. Siebte) (Deutschvölk.: TrutschlmrdS Erneuerung"). ... . . Eckwere . Ech'rld babeir böherr. OCistwre und ganze Armeeoberkommandos auf sich geladen, die Heereseinrichtungen und Befelilsgewalt mißbrauchten, um sich persönliche Vorteile und Beguemlichkeiten zu verschaffen." Ursa^en ,en des Zusammenbruchs liegen zum Teil in den Auswüchsen lcilitarismus. Dem . rüden Verhalten vieler Offiziere, die fhre _sie« wie Verbrecher behandelten, die andererseits sich nicht scheuten, sich ach Kosten der Mannschiften einen guten Tag zu machen, „unter denen eine schamlose Selbstsuch" Platz gegriffen hatte, die sie in ihrer Brutalität nicht einmal verhüllen mochten. Dadurch fei eine Stimmung erzeugt worden, die TeutschlanD letzten Endes zu Boden gelvorsen hakte." Ludendorfs: Pros. De/brück. Historiker cm 'der Berliner Ünibersität: )Ludendorsshat seine ftrniegische Aufgabe nie begrissen. Dev Führer ist er gewesen, der sich nicht auf das richtig Ziel einzchtellen wußte und deshalb Äles Heldentum zunichte gemach: hat" („Preußisches Jahrbuch", April 19-20). — „Was dem Genera! Ludendorff znm Bvrwurs gemacht wird, ist nickst.- daß er überhaupt keinen Frieden gewollt kxibe, sondern, daß er als ehrenvoll allein einen Frieden beiracktet habe, der nicht nur für uns unerreichbar, sondern auch für die Welt unannehmbar - und deshalb staatsmännisch verwerflich war." Dadurch „haben General Ludendorss und seine Gesinnungsgenossen das deutsche Volk ins Unglück gestürzt ..." („Preußisches Jahrbuch . .Dezember 1919). . „Das neue Deutschland" (Konservative, Wochnichvstt): „Erst ein. Illusionismus bis zur Bewußtlosigkeit, und nachher als die Illusionen als Seifenblasen erkannt wurden, hislosefter, aller-