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Wissen und Waffen · 1924-04-10 · 3 (10.4.1924) · p. Seite 12

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Journal
Wissen und Waffen
Volume
[1. Folge] (1924)
Issue
3 (10.4.1924)
Date
1924-04-10
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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firitiferrntifthe Zäljchungen. Wenn Uebertreibungen und Entstellungen der Tatsachen nicht mehr ausreichen, Judas Sünden und Nichtswürdigkeit zu beweisen, greift der Antisemitismus zur Fälschung. Aus der Fülle des Materials bringen wir zur Kennzeichnung der antisemitischen Kampfesweise 'nachstehende Fälle: 1. „Der Stern Judas." „Die Revolution ist der Stern Judas", seit Jahren als jüdisches Selbstzeugnis kolportiert. Autor angeblich der jüdische Geschichtsschreiber H. Grätz (Geschichte der Juden). Dieser neuerdings preisgegeben, auch von Fritsch. Dafür neue Quelle: Hoffmann-Kutschke behauptet in „Deutschland den Deutschen" S. 105: „Dre Revolution ist der Stern Judas" hat im Hauptorgan der Alliance Jsraelite Universelle vom 5. September 1867 gestaridem" — Eine Veröffentlichung der A. I. U. vom 5. September 1867 gibt es nicht, im Bericht vom 2. September 1867 steht der Satz nicht. 2. D e r F a L L L a n d a u. Zum Kapitel „I ü d i s ch e Drückeb e r g e r e i" # behaupteten und behaupten antisemitische Schriften: In einer zionistischen Versammlung im Lehrervereinshause zu Berlin habe der Zionist Landau gesagt: „Wenn das Material der „Judenzählung" von 1916 veröffentlicht worden wäre, hätte man die Juden auf der Straße totgeschlagen." — Dazu hat die Zionistische Vereinigung festgestellt: Nicht ein Herr Landau, sondern Leo Bernstein, nicht Zionist, sondern unabhängiger Sozialist, hat in der fraglichen Versammlung geäußert: „Ich habe während der Novemberrevolution verschiedentliches antisemitisches Material zu Gesicht bekommen; darunter befand sich auch solches über das angebliche Verhalten der Juden im Kriege. 'Wenn dieses Material veröffentlicht worden wäre, wäre es wohl zn Pogromen gekonnnen." 8. Dr. Siegfried Pentha - Tul l. 1920 erschien eine Schrift „Die siegreiche Weltanschauung (Neu-Macchiaveltismus) und wir Juden" von Dr. Siegfried Pentha-Tull. — Jüdisches Selbstbekenntnis: Verhöhnung des deutschen Idealismus, der Ursache des Zusammenbruchs. Die Zukunft gehört der „illusionslosen Weltanschauung", deren Vertreter die Juden find. Diese seien die Erben der Weltherrschaft. „Wir mußten überall erst ein Element der. Dekomposition sein, um das gepflügte Ackerfeld herzustellen, auf dein wir säen und ernten können." — Von allen antisemitischen Blättern wurde die Schrift als Beweis für die jüdische Revolutionsmache ausgeschlachtet. Die „Deutschvölkischen Blätter" berichten rtm 28. September 1920, „Pentha-Tull" sei der Deckname für „Tutpeuthal". Wulle verlangt „eine gemeinsame christliche Phalanx". — Zu gleicher Zeit erscheint in der „Deutschen' Zeitung" ein Roman „Was das Leben erfüllt", dessen Held dieselbe Weltanschauung vertritt wie Siegfried Pentha-Tull. Der Zusammenhang sällv den Lesern der „Deutschen Zeitung" aus,' diese gibt zu, Siegfried Pentha-Tull sei ein Deckname, „wie ja auch Juden täglich unter deutschen Decknamen über deutsche Belange schreiben." Der Verfasser des Romans und der Schrift ist der deutschvölkische Schriftsteller Banrat H a u s S chlie p m a n n. Die Gstjuöenfrage. Diese Frage hat mit am meisten zur Vergiftung des politischen Kampfes beigetragen. Schon vor dein Kriege waren starke Kolonien in einzelnen Städten (Leipzig — Rau chw et reu a rbei tcr mb --handle r) vorhanden. Während des Krieges fand eiue Zwangsverschiebung Tausender von Ostjuden als Arbeiter nach Deutschland statt, während der russischen Wirren cm Zustrom von Flüchtlingen, zum Teil wieder abgewandert. Die Ostjuden in Deutschland sind sozial und wirtschaftlich keine einheitliche Masse. In der Hauptsache ehrlich ringende Arbefter) Handwerker (Schneider, Stepper, Schuhmacher) und Kleinhändler; in geringerer Zahl Großkaufleute, für dre Wiederaufnahme des Handels mit" dem Osten unentbehrlich; endlich wohl auch die berüchtigten Schieber und ähnliche Schädlinge. — Die Zahl der Ostjuden ist im allgemeinen stark übertrieben. Nach den Ausführungen des Preußischen Ministers des Innern im Landtag (29. November 1922) waren am 3. Juni 1922 in Berlin gemeldet: Ostauslürrder: 55 488 (Ausländer überhaupt: 141 222); davon- Polen 26305, Juden davon ein Bruchteil. — In Königsberg i. Pr. eingewandert von Kriegsende bis Juni 1922 368 Ostjuden (dazu 688 andere Osteuropäer): in ganz Ostpreußen im März 1922 19 238 Ausländer, darunter 1791 Ostjuden. — In Breslau Juli 1922 2291 Ostjuden, im übrigen Regierungsbezirk 296. —* Seit Mitte 1922 hat die Zuwanderung infolge Grenzsperre (endgültige Festlegung der Ostgrenze) fast vollständig ausgehört:. — Unterbringung, Arbeitszuweisung, Abwanderung wird geregelt durch das. jüdische Arbeitersürsvrgeamt in Berlin. Oktober-November 1922 5000 Ostjuden nach Frankreich (Wiederaufbau) vermittelt. Ostjuden wurden selbst als Arbeiter in der Industrie und selbst Landwirtschaft mit Erfolg beschäftigt. Unter beit Arbeitgebern befinden sich Gutsbesitzer Wulle) v. Lettow-Vorbeck ti. a. Pommersche Nittergutsbesitzer haben mehrere Jahre hintereinander jüdische Landarbeiter ange fordert. In jüngster Zeit erregten Nachrichten von. Massen-Menschenschmuggel von O st iuden die Oessentlichkeit. Die deuLschrmtionale Fraktion im preußischen Landtage machte die Vorgänge zum Gegenstand einer Anfrage im Parlament. Ter Reichsminister, des. Innern, Herr Jarres, erteilte den Fragestellern eine ausführliche Antwort, in der es heißt: oEs ist aber eine erhebl iche-Ueberstreibung, daß dieser söge n n nnt e M enschens ch m u g g e l einen erschütternden Umfang angenommen habe. Nach si ch.e r e n U n t e r l a g e n wird es s lch im ga nze n u m h ö ch st e n s 10 0 0 P c \ f o it e n Handel n. Es ist ebenso unzutrefTeub, daß es die preußische Regierung an der nötigen Energie in der Bekämpfung des Menschenfchmuggels habe fehlen lassen. In: Gegenteil; sie ist es ja gerade gewesen) die diesen Menschenschmuggel aufgedeckt hat, dessen Erfassung allerdings,'wie es in der. Natur der Sache liegt, weder leicht war, noch schnell vor sich gehen konnte. Von dem Versagen der preußischen Slaatsregiernng kann demnach keine Rede sein."- „Dabei muß schließlich noch darauf hingewiesen werden, daß selbst, wenn etwa Tausende — nicht etwa Hnnderttausende — von ostjüdischen Einwanderern auf diese Weise nach Preußen gelangt sein sollten, die Verhältnisse sich int Laufe der letzten Monate wesentlich verschobenhaben. Es i st a l s s i ch e r a n z n n e h men, da ß e t w a z w e i D r i 11 e I de r o st j ü d i s ch e n E i n w a u d e r e r das Land wieder verlassen h a b e u; i u G r o ß - B e r l i n z. B. h a t sich i h re Zahl auf e t w a die Hülste v e r - r.ingert: i m R it hrgebiet best n b c n s i ch h ö ch st e u s n u r u o ch t a u send diese r E i n w a u d c r e r." An der Aufdeckung der GrenZitberschreitungsvergehe1t hatte, wie der Staatsanwalt in Beuthen» in seiner Anklageschrift ausdrücklich anerkennt, das Abreiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands ansschlaggebcnden Anteil. Der Taufschein öes Lorü Northcliffe. I-rder letzten Nummer von „Wissen und Waffen" hatten wir klargestellt, daß es sich bei der Behauptung. Lord Northeliffe sei Jude, um eine antisemitische Lüge handele. Um jede:? Zweifel an der Richtigkeit unserer Darstellung zu beseitigen, zugleich zur endgültige!: Abtötnug dieser Lüge veröffentlichen wir nachstehend in wörtlichen! Abdruck den englischen Taufschein de? Lord Nothclisse: For m A. Ac t 26 V i c, C a p. 11. Birthe Regislercd in ihe District of Castlenock in tlie Union .... Dublin in the Counly oF Dublin. 1. -Date and Place of Birth 3. Käme (ifany) 4. Sex. 5. Name and Snrnamc and Dwelling Place of Fallier G. Name and Suriname and Maidcnaine of Motlior Profession : ' 8. j Signatare andQn&li-: fication and ResLdence of Informanä. 9. VVhcn Registern! 10. Signatare of Registratur 223 Fifteenlh July 1865 Chapelizod Alfred Charles,! male William - l Alfred Ilarms worth, Chape'izocI Geraldine Mary Hanns worlli Master in the R.D. M. scliool Alfred Harmsworlh, Fathcr of Child, Chapelizod Ninteenlh August 1865 Rose Maquire Registratur Certified io he a iruo Copy laken from ihr, Certified Copies of Entries of Birth in iho General Register Office, Dublin. Given at the General Register "Office, Charlemont Honse, Dublin, under the Seal of the Office, this Fourteentli day of Deeember 1921. Ry the Act Yic. ch. 11. sec. 5 ist is enacied: The Regislrar- General shall cause to bo made a seal of the said General Register Office and shall cause to be Sealed of Stamped iherewith all Certified copies of entries given in the said Office and all certified copies of entriss, purporting to be Sealed or Stamped with the Seal of the said General Register Office (which Seal it shall not be necessary to prove) shall be admissable as evedcnce in all parls of Her Majes-ties dominious of the Birth or Death io vrbich all the samo relatcs, without any further of other proo.f such Entries and no Certified Copy purporting to be given in the said Office shall be of force or effect which is not Sealed or Stamped as afor said. A Irue Copy Unterschrift Copied bv for Superintendent of Records. Compared by (Unterschrift). General Register Office, Charlemont Honse. D u bl in , 14. Deeember 1921.

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