Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1924-02-28 · 9 (28.2.1924) · p. Seite 91

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
9 (28.2.1924)
Date
1924-02-28
Page
Seite 91 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2277379-2277464-2277472--00951-2280139
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

91 Am Erklärung Mrfreckt unö Genossen. Die Münchener Jugend- und Studentengruppedes Verbandes nationaldeutscher Juden hatte -es seinerZeit, alg. das Schöffen ge richtsnrteil in der. Angelegenheit General L u d e n d o r s f gegen d i e „C. V. - Z.e i -t u n g" veröffentlicht' war, für richtig gebalten, in den „Münchener Neuesten Nachrichten" wie in der „Münchener Zeitung" vom 9. Juli 1923 „von dem Tr e i be n Dr. W i en e: r § u n d je i n er an Z a h l l ei d e r ni ch t u nb e d e u t e n de nHin - t e r m ä n n e v" entschieden abzurücken u n d ihr Verhalten öffentlich zu brandmarkein Sie hat es fertißgebracht, mich dem Sinne ihrer Erklärung nach jenen „tradi-' Lions- und gewissenlosen Mitbürgern" zuzuzählen, die die „Beschmutzung und Verkleinerung alles wirklich. Großen, das in unserer Zeit und in unserer Heimat ent st ci nd", betreibe n. Herr D r. M ax N a u m a n it, der Vorsitzende des Verbandes nationaldeutscher Juden, zog von selbst seine Münchener Jugendgruppe zur Nechenschaft und veranlaßt sie, sich bei mir zu entschuldigen, weil ich nicht der Urheber der in Fragen kommenden Notiz wäre, und weil es jeder Uebung widerspräche, in ein schwebendes Gerichtsverfahren einzugreifen. Ich habe daraufhin verlangt, daß die Münchener Jugend- und Studentengruppe folgende Erklärung in den beiden Münchener Zeitungen veröffentlicht: „In einer Erklärung, hier abgedruckt in Nr. 186 vom 9. Juli 1923. die sich mit der Klage des Generals Ludendorff gegen Herrn Dr. Alfred Wiener, Syndikus des Central-Vereins deutscher Swätsbürger jüdischen Glaubens e. V., beschäftigt, hatten wir angenommen, daß sich die Angriffe des Herrn Dr. Wiener auf General Lndendorff gegen die militärischen Verdienste des General L. richten. Wir haben uns Überzeugt, daß dies nicht der Fall ist. Es liegt daher keine Veranlassung vor, Herrn Dr. Wiener jenen „traditions- und, gewissenlosen Mitbürgern" zuzuzählen, die eine große Vergangenheit mit Schmutz bewerfen. Wir gestehen freimütig unseren Irrtum ein und bedauern unseren Angriff." Die Jugendgruppe hat dies abgelehnt. Sie habe ihrem ersten Schreiben nichts hinzuz.ufügen. Sie wurde daraufhin von mir verklagt. Ihr Anwalt hielt es für ritterlich, Abweisung- -der Klage deshalb zu beantragen, weil die Klageerhebung angeblich verjährt und mein 'Wohnsitz nicht den prozessualen Be st t IN m u n g e n gemäß angegeben sei. Das Gericht hat des zweiten Grundes wegen die Klage ab gewiesen. Beschwerden sind erfolglos geblieben. Ich halte mich für verpflichtet, den Tatbestand vielen unserer Freunde, die durch Briefe und anderswie mir ihre Teilnahme au dieser Angelegenheit ausgesprochen haben, mihzuteilen. Dr. A l f r e d W i e n e r. kleine Chronik. Zn. : eittCü Sitzung der „Alte r t it m 2 g e f c i X f ch a f t" Insterburg hielt Herr Rabbiner Dr. Neufeld einen Vortrag über die „Deutschen Juden im Mi t t e l alte r". In streng sachlicher Form entwarf der Redner «in interessantes Bild von der Lage des Judentums in teuer Epoche. Zum erstenmal hat man 'I u d e u «am Rhei n festgestellt. Diese sind wohl ungefähr um die Zeit Christi mit den Römern als Marketender nach Deutschland g-e kommen. Allmählich breiteten sie sich längs des Rheins und- Main aus und wir find-eu dort zahlreiche Anstedlungen. Ihre Lage war bis zu den Kreuzzügen verhältnismäßig günstig. Sie waren nicht -nur Händler und Bankiers der damaligen Fürsten,, sondern in beträchtlicher Anzahl auch Bauern, Handwerker und ent den Flüssen vornehmlich- Schiffer. Wesentlich schlechter wird ihre Lage durch die Kreuzzüg-e. Wie im alten Rom für alle Unbill die Christen verantwortlich gemacht wurden, so machte man im Mittelalter die Juden dafür verantwortlich. Die Kaiser der damaligen Feit, sahen das Unrecht ein und nahmen sich ihrer häufig an. Allerdings benutzten diese die Gelegenheit, nur ihre ewig leeren Kaffen zu füllen und -erhoben einen hohen Schutzzoll. Erst das 19. Jahrhundert räumte mit den fast nur noch in Deutschland bestehenden Beschränkungen auf. Der Vorsitzende dankte Dr. Neufeld für den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag. — In Dresden starb wenige-Tage nach seinem Abbau und nach 49jähriger Dienstzeit der Oberpost s e k r e t ä r Stephan S a l l y Guter. Seine Deisetzuig verriet, in wie hohem Maße es dieser jüdische deutsche Beamte verstanden, hatte, sich die Schätzung seiner Kollegen, die Achtung seiner Vorgesetzten und die 'Liebe seiner Untergebenen zu erwerben. Aus allen Kondolationsäußdrungen der Oberpostdirektion spricht die rückhaltlose Anerkennung für die T r e u e u n d die u n e r m ü d I i ch e Pflichterfüllung, die das Leben des V er ft o r b e n e n ausfüllte. I Der bayerischen KandtagswMe« wegen wird die Hanptversannnlnng vom 6« und 7. ans den 13. « n d 14. A pr i l Verl egt. Alle übrigen Angaben «nserer Einladung bleiben in Geltung. Antworten. Nach Mannheim. Die Vorwürfe gegen den Zahnarzt Dr. Eckert wegen feiner angeEch anti-semitischen Gesinnung entbehren nach Mitteilungen, die uns Zugängen, jeder Begründung. Dr. B. in M. Wir danken Ihnen Air die Spende,, die Ihnen ein christlicher Patient für unsere „C. V.-Zeitung" aus eigenenr Antriebe gegeben hat. Wir ersehen daraus mit Genugtuung, daß auch vonvornrteilssreierchrtstlicher Seite unsere nt Blatte ' Anerkennung' gezollt wird. Die Auslage der „C. V. - Z c 11 u u g" in den Wartezimmern d er Aerzte , Zahnärzte, A n w ä lt e i st nur zu b e grüßen u n d k ün n uns erer g u t e n' S a ch e n u r f ö r d e r l i ch sei n.' Nach Bünde. Wir sind erstaunt, daß Sie erst jetzt den stark antisemitiftl ,en Geist des „B ü n d e r Generalanzeigers", erkannt haben. Jedenfalls haben Sie recht, wenn Sie sagen, daß Annoncen jüdischer Firmen in dieser Zeitung vergeudetes Geld sind, da die antisemitischen Leser bei Juden kaum kaufen dürften. M. E., Stettin. Der vor einigen Tagen im Casä „R o I a u d" (Stettin) uoit nationalistif.i er Seite verursachte Skandal, bei dem ern Mitglied der Deutschen Volkspartei geschlagen und hinausgeworfen wurde, ist von der völkischest „Pomme-rschen Tagespost" zu Propagandazwecken ausgesucht worden. Die Zeitung hat den Vorfall so geschildert, als ob derselbe einen antisemitischen Charakter gehabt hätte. Der Wirt'des Casus, Herr Grube, hat daraufhin Veranlassung genommen, bei dem Vorstand unserer Stettiner Ortsgruppe vorzusprechen, und sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß die antisemitische Zeitung die Angelegenheit in ihrem Sinne ausgeschlachtet habe. Er betonte ausdrücklich, daß ihm die jüdischen Gäste nach wie vor weiter angenehme Besucher fein würden, da er nie in seinem Leben Antisemit sei und in seinem Lokal eine solche Richtung nie dulden würde. Die Behauptung der „Pomm-ersch-en Tagespost", daß bei ihm allabendlich das „Hakenkreuzlied" gespielt werde, sei eine gemeine Lüge; er habe strengstens verboten, daß dieses oder ähnliche Lieder von . der Kapelle gespielt werden dürfen. Nach Liesen Erklärungen liegt für unsere Mitglieder keine Veranlassung mehr vor, das Lokal zu meiden. Beugmann-Beneke. Unsere Freunde in Essen suchen in. einer Strafsache den antisemitischen Agitator (er selbst nennt sich gern Bergmann) Beneke. Er hat sich seit Mai 1923 in Pommern und Mecklenburg aufgehalten. Seine letzte Anschrift war Rittergut Horndorf bei Wismar. Post Kurtlow. Eine gerichtliche Ladung kam aber von dort mit dem Vermerk zurück: Verzogen nach, Bergrade bei Dosmiihl. Dort war .Beneke aber nicht mehr. Zweckdienliche Angaben erbitten wir an die Hauptgeschäst2stelle nach Berlin. Nach Hamburg. Wir erfahren, daß Fräulei n A u g u st e H o m a n u (Kinderkonfektion), H a m b u r g , Fi s d> m ark t 13, in ihren Geschäftsräumen das Hakenkreuz f e b r. d e u t l i ch f i ch t b a r angebracht hat und anti. semitische Lektüre auslegt. In dorn offenen Bekenntnis zunr Antisemitismus liegt Charakter, und wir glauben im Sinne von Fräulein Homann zu handeln, wenn wir ihr ermöglichen, Konsequenz auch auf geschäftliche^ Gebiete zu. erweisen. Nach Mannheim. Die Bankfirma L e o p o I d S e l i g m a u u in K 151 n tmd Kobl e n z, die irr letzter Zeit in der Handelspresse häufig genannt worden ist, befindet sich schon seit -Generationen in nichtjüdischen Händen. In Koblenz hat sie nicht einmal jüdische Angestellte. veremsnachrichten. Verband Grosr-Bevlinee Ortsgruppett. Die für den 6. und 7. Avril erbetenen Unterbringungsmöglichkeiten für unsere Abgeordneten zur Hauvtversammlung bittet der Wohnungsnachweis des <5. B. für den 13. und 14, Avril freiznhalten. Baldgefl. Angebote erbeten. Wir machen unsere Berliner Mitglieder auf die 6. Veranstaltung unseres Aufklärungszyklus: „Das d e u t s ch v ö l k i s ch e S ch l a g w v r t" aufmerk-« sam. Am Mittwoch, 3. März, abends 791 Ahr, spricht Herr Professor Dr. C r i k N ö l t i n g (Detmold) über „D a s z e r s e tz e n d o Judentum". Der Vortrag ({Eintritt nur gegen Einladungskarte!) findet int Logenhaus, Kleiststraße 10, statt. Drtsgruvve Steglih-Friedenan. Sonntag, 16. März, im Rathauss a a I Friedenau: Geselliger Abend, bestehend aus Künstlervorträgen, Tanz, Tombola. Eintrittskarten zu 1,30 Mark bei den Herren Oskar Wolfr, Rheinstraße 52, und Gusdorf, Schloßstraße 101. - . Drtsgruvve Neukölln. Mittwoch. 5. März, abends 8 Ahr, in den , „B ü r g e r s ä l e n", Bergstraße 147: Generalversammlung. Vorstandswahl.— , Vortrag des Herrn Artur Schweriner: „Bor den Reichstags» | wable u." /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.