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Central-Verein-Zeitung · 1924-02-07 · 6 (7.2.1924) · p. Seite 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
6 (7.2.1924)
Date
1924-02-07
Page
Seite 50 (sequence 6)
Language
German
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Aus öer Aeitungswelt. Die „Körrigsbergev .Hartmrgsche Zeituttg" vorn 24. Januar bringt über einen Bortrag des Herrn; Professor Tr. Löhr in der Königsberger F r a it e u g r u p P e des (5entral-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens den folgenden Bericht: „Löhr gab zuerst eine statistische Einfühlung, nach der das Judentum etioa 11 bi>> 12 Millionen, der Islam 200 bis- 400 Millionen lind d-ib CShri[tcnlinu Zuo tüö ooo Rkillionen Belenner baden. Sodnnn ging er auf die bistorische Entwicklung der drei Religionen ein und legte die Einflüsse klar, denen eine lebende Religion ausgesetzt ist. Bach seinen Ausführungen stand das Judentum starken Einflüssen erst in der nachrabbiuischen Zeit der Zerstreuung gegenüber. Das Christentum dagegen, das durch Jesus von Nazareth bis in* Kleinste hinein im Ju.dentuuc wurzelt, wurde erst burd> den Jünger Paulus, diesen Diaspora-Juden mit eigentlichen Namen Sanl, mit neilplatonischer Philosophie durchtränkt. Cr hat io das Mystische -in die Lehre Jesu eingeführt. Durch ihn tvurden nicht die Handlungen, sondern das Sterben Cbristi in den Milielpnnll gerückt, und durch seine völlige Ablehnung der Thora schieden sich null die Wege dieser bisher weseuZvern'.andten Religionen. Calvin- und Luther gossen dann das pan-- linische Cliriftentil'.n in veränderte Formen. Als dritte Religion tritt ini 7. Jahrhundert rt. Chr. der Islam hinzu. Sein Begründer Mohaunned, ein orientatischer Kaufmann, brachte den heidnischen Arabern den jüdisch-christlichen Monotheismus in strengster Form, machte aber an das Heiden!um starte Konzession on, um später bet Ausdehnung der Bekeunerschast ans Persien. und das Byzantinische Reich, auch von diesen Kulturen Teile in seine Lehre anfznnelnnen. Die religiösen Unterschiede formulierte Prozessor Löhr etwa so: Das Charakteristische im Judentum ist der ausgesprochene Positivismus, die Leveusbejabnng. Colt, der Alleraerechteste, steckt in ehrfurchtgebietender Höhe'über demsich in seiner Nichtigteit! erkennenden Menschen. Cr gab ihm eine reine Lecke, und damit die ethische Forderung, der eigenen Verantwortlichkeit für jegliche Handlung. Aut dieser imponierenden und zugleich bedrückenden Höhe der. Ethik verquickt da-s Judentum aber auch den unverrückbaren. Glauben an den Lieg des Guten in der Welt: die messianische Idee. Aller Ausübung! von Frömmigkeit, Wohltnn und positiver Leistung fehlt jeglicher Unter ton des Streckens nach Belohnung. Paulus erweiterte die Kluft zwischen der erhabenen Gottheit und dorr Menschen durch die Erbsnuden-TheoBe. Es bedarf nur des „Erlösers", der als Gottes Sohn den Tod für die Menschheit stirbt und ihr damit die Verantwortung.für ihr Tun abnimmt. Das Christentum' stell! nunmehr die Forderung des „unbedingten. Glaubens" an den Erlösertod und Christi Himmelfahrt ans und setzt mit seinem Pessimismus den Gedanken der Weltslucht ins Leben, urn so den Weg zu Gott znrückz'ftinden. Ter Islam. endlich bringt das Kismet, den Glauben au die göttliche Boransbestinluurng, stellt aber unvermittelt daneben d'e Selckstverantwortlichkeit. „Allah ist Gott, Bloharnmed, Akoses und Jesus lzweisellos historische Persönlichkeiten) find seine Propheten." Alles, selbst die profansten Handlungen des Alltags, bringt Mohammed geschickt in fernem Korail unter religiöse Vorschrift und regt' so, unter dem Truck des Gedankens an das jüngste Gericht, zur Befolgung von Allahs llstürnchen an. — Der Redner schloß seine zweistündigen, ungemein fesselnden Ansführungen nur der Quintessenz aus Lessin gs Rinaparabel: „Es eisre jeder seiner nubestochnen-, von Borurteilen -freien Liebe nach", die ihn „vor Eott und Menschen angenehm kann machen." Frau Mathilde Fuchs bittet uns, auch von dieser Stelle aus threimund ihrer Kinder Taut anssprechen zu dürfen für die ehrenden Beweise der Teilnahme, die sie von den Landesverbänden und Ortsgruppen des Eentral-Bereins empfangen hat. Antworten. Nach B e r l i n. Der Verband der Israelitischen Kultusgemeinden in der Osalz, vertreten durch seinen Präsidenten. Herrn Albert I o f r v h in Landau, hat im Namen des Pfälzer Judentums den Protest gegen die Antonomiften uneingeschränkt, also in vollem Wortlaut, genau so wie die katholischen und protestantischen Religionsgemeinschaften mit unterzeichnet. Für nnscre Arbeit ist es wichtig, möglichst eine große Anzahl Tageszeitungen zu lesen. Leider muffen wir auf manches wichtige Presseorgan verzichten, weil wir die Kosten, nicht tragen können. W e u v o n u n s e ren M i t g l i c d e r u u n -d F r e u n d e n i st b c r c i f, ein Abonnement auf eine Tageszeitung oder auf eine Zeitschrift für uns au übernehmen? „E. B -Zeitung." Nach Königsberg. In bcm Restaurant Kücken und in dcm Eask- Dauer wird mit Genehmigung der Lokalinhaber das Ehrhardt-Lied gespielt und regelmäßig vor», einem, Chor von Stahlhelm.- un-d- Wehrwolf-Leulen mitgesungeE Als der Inhaber des Kücken scheu. Lokales, Han-kemcier, von einem Gaste danach gefragt wurde, ob bas denlvnstrative Spielen, dieses Liebes mir seinem Einverständnis geschehe, antwortete er: „Ich erteile darauf keine Antwort," und als der Gast darauf erklärte, daß ihm diese Antwort gerade genüge, rief er bcm Herausgehenden nach: „Inn übrigen finde ich es als eine Flegelei von Ihnen, mich danach zu fragen." Unseres Erachtens sind jüdische Gäste verpflichtet, aus dem Verhalten der beiden Lokalinhaber ihre Konsequenzen zu ziehen. _ M. B., Köln. Herzlichen Dank für Ihre Spende. Die Würdigung, die oie als Frontbunbsührer dem Central-Lerern zukommen lassen, hat uns mit großer Befriedigung eriüllt. Vereinsnachrichten. Die freie jüdische Volkshochschule Berlin veröffentlicht ihr Vorlesungsverzeichnis für den Winter 1924. Das reichhaltige Programm umfaßt je einen Zyklus über „j ü d i s ch e G c g e n w a r t s - v r o b! e me" und „W ohlfahrtspfl e g e". Sanitätsrat' .Dr. G v l d - f ch m i d t spricht über „G e s ch i cf) t e it n b- W esen d e r Loge n". Dr. S. I a m p c l über „A u s der Urzeit I f r a e l s" und „A u s d e r m o d e r n e n B i ü e l f o r s ch u n g". Weitere Vorträge behandeln die „G r u n d f o r m e et d c r R eligio n", T a l m udlcktü r e und Religi o u 2 philosophie sowie die soziale. Idee im I n ö c n -- tum. Die Vorlesungen haben bereits am 2H. Januar begonnen und werden im Februar und März fortgesetzt. Warnung! In den östlichen Teilen von Brandenburg und den angrenzenden Teilen Schlesiens und der Grenzmark treibt sich ein gewisser „P l o n s k i" herum, welcher, mit gefälschten Ausweisen versehen, -angeblich für den Eentral-Verein sammelt. Der Betreffende ist von uns nicht beauftragt. Wir bitten ihn im Bctretungsfalle sofort durch die Ortspvlizeibehörde wegen Betruges und Urkundenfälschung festnehmen zu lassen und schleunigst an Herrn Rabbiner Dr. S a l 0 m o it f t i in Frankfurt n. ü. Oder, Lindenstraße 6, oder an das Büro des E c n t r a 1 -- V e r e i n s , Berlin S W 68, Lindenstraße 18, Mitteilung zu machen. Entstehende Auslagen werden vergütet. E e n t r a l - Berein d eutsch e r S t a a t s b ü rg e r j ü d i f chcn Glau b e ns e. V. Für die Schriftleitung verantwortlich: Dr. Ludwig Holländer, Berlin SW 68. — Unverlangte Manuskripte werden nur Zurückgesandt, wenn freigemachter Umschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max I u n g e, Berlin-Friedenau. — Druck von Rudolf M o s s e, Berlin SW 19. München $aufet$ Fote/ ^Dee HetdjsaMet“ Bornehmstes Iamilienhaus Zentrale und ruhigste Modernster Auto zu allen Zügen Lage Komfort am Bahnhof Zimmer von 2 Mark au Entgegenkommende Pensionspreise Telea ra rnma dre ssc: ' Albert Hauser, Ergentmner Mm" Stofftoechsel-rabletten. «-VS (RESP Ha ndschuhe

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