Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 3 (17.1.1924)
- Date
- 1924-01-17
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2277379-2277464-2277466--00874-2280056- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zwei Mische Gelehrte. Zwei hervorragende jüdische Gelehrte konnten in diesen Tagen ans Abschnitte ihres avbeits- und ersolgreichen Lebens Zurückblicken. Geheimer Negierungsrat Professor Dr. Alfred Philipp so m der große Bonner G e o g r a p h, - vollendete am. 1. Januar sein 60. .Lebensjahr. Der Gelehrte ist bekanntlich ein Sohn des um die Wissenschaft des Judentums verdienten Rabbiners Dr. Ludwig Philippson und ein jüngerer Bruder des vor einigen Jahren verstorbenen Historikers Martin P h i l i p P s o n. „Sowohl als akademischer Lehrer," schreibt die „Vosstsche Zeitung", „der die trockensten und schwierigsten Stoffe lichtvoll darzustellen weiß, wie als fesselnder Nedner in wissenschaftlichen und gemeinnützigen Vereinen und vor allem als Fachschrift stell er hat er sich um' die Geographie und Länderkunde Äwostenropas und des Mittelmeergebiets hochverdient gemacht. Ausgehend von Studien zur Physikalischen Erdkunde, die er später Zwischen anderen Arbeiten immer wieder Pflegte und deren Ergebnisse er eben gegenwärtig in seineil zweibändigen „Grundzügen der allgemeinen Geographie" Zusammenfassend darzustellen beschäftigt ist, widmete er sich auf Reifen in Griechenland, den Aegäischen Inseln und dem westlichen Kleinasien eingehenden Itinberf11nbticl>e11 Furchungen. In einer Reihe bedeutender, durch tiefe Einsicht in den Zusammenhang der Physischen, wirtschaftlichen und kulturellen Probleme allsgezei'chneter Werke, wie „Der Peloponnes" (1892), „Beiträge zur Kenntnis der griechischen Inselwelt", „Reisen und Forschungen im westlichen Kleinasien" (1910/15) sowie in kleineren, mehr gemeinverständlichen Schriften über „Rußland", „Das türkische Reich" und anderen hat er die Resultate seiner Forschungen niedergelegt. Besonders hervorzuheben ist sein meisterhaftes Werk über „Das Mittelmeergebiet" (3. Auflage 1914), ein Seitenstück zu Theobald Fischers ..M'ittelmeerbilder", das durch seine klare und fesselnde Darstellung und die Höhe geographischer Gesamtauffassung allseitige Anerkennung bei den -Fachgenossen gesunden und auch der deutschen Kriegführung im Orient während des Weltkrieges wertvolle Dienste geleistet hat." Professor Dr. ing. Georg Schlesinge r vollendete am 17. Januar sein 50. Lebensjahr, lieber seine bisherige Lebensarbeit, welche die immer wiederkehrende gehässige Behauptung, die Juden hätten auf technischem Gebiete nichts geleistet, als elende Verleumdung erscheinen läßt, schreibt die „Vosstsche Zeitung": „Sein Sondergebiet ist der Maschinenbau, insbesondere die Werkzeugmaschinen. Nachdem er seine technische!! Studien vollendet hatte, trat er in das Konstruktionsbureau bei Ludwig Loewe ein und war hier zuletzt als Chefkonstrukteur tätig. Seine Dissertationsarbeit behandelte die Passungen im Maschinenbau, die trt Fachkreisen berechtigte Anerkennung fand. In Wort und Schrift trat er für die Vervollkommnung der deutsche Werkzeugmaschinen ein, und auch zahlreiche praktische Untersuchungen, die er als Leiter des Versuchsfeldes für Werkzeugmaschinen der Berliner Technischen Hochschule, an der er fett Jahren als ordentlicher Professor wirkt, ausführte, dienten diesem Ziel. Von seinen Arbeiten, die tu dieses Gebiet gehören,, nennen wir nur: „Werkzeugmaschinen auf der Weltausstellung in Lüttich", ..Untersuchung einer Drehbank mit Riemenantrieb", „Versuche über die Leistungen von Schmirgel- und Carborundumscheiben bei Wasserzuführung", „Stellung der deutschen Werkzeugmaschiuen auf dem Weltmarkt" lt. a. Auch «seine Arbeiten über die Vereinheitlichung der Lchraübengewinde gehören hierher. Den gleichen Zwecken dient die Zeitschrift „Werkstattechnik", die er gegründet hat (1907) und auch jetzt noch herausgibt, ebenso die „-Berichte des Versuchsfeldes für Werkzeugmaschinen".' Während des Krieges hat Schlesinger sich namentlich der Verstümmelten angenommen und die Ingenieure bei der Durchbildung der Ersatzglieder tatkräftig und verständnisvoll heranzuziehen gewußt. Daß er aber nicht einseitig nur einer bestimmten Richtung des Maschinenbaues dient, beweist seine lebendige Anteilnahme an allen Fragen der Fabrikorganisation. Verschiedentlich hat er sich mit den Problemen der Betriebssührung und der Betriebswissenschaft beschäftigt. Auch hier ist er nicht bloß Theoretiker geblieben, sondern hat als Praktiker bei der Nem und Umgestaltung großer Fabrikunternehmungen mit an erster Stelle gewirkt. Weit über die Kreise der Techniker wendet er sich in seinem Vortrage „Einfluß des Werkzeuges aus Leben und Kultur"." Kieme Chronik. Irr iimcjen Jahren ist tu Herford bie GM 1 irr unseres Haupt« Vorstandsmitgliedes, des Herrn Fnbritdtrektors I. Bä euch, nachlangen; schweren Leiden verschieden. Sie war eine Frau, dererr gemeinnütziges WrLken und edle Gesinnung den jüdischen Namen zu Ehren gebracht hat. Ihr Andenken wird irr' allen Kreisen, die ihr nähertretendurften, gesegnet bleiben. — Unser Eentral-Vcrein hat durch den Heimgang des Herrn Bernhard Klein, Kottbus, dev sich als Vorsitzender der dortigen Ortsgruppe und als Mitglied des Vorstandes im Landesverband Brandenburg große Verdienste erworberr hat, einen f ch m erzli H e n Be r l u ft erlitten. Der E. V. hat es sich nicht nehmen lassen, bei der Vestattungsseier vertreten zu fein. — Von einem schweren Verlust ist Herr Siegfried Fleischer, der Sekretär der „Union deutschösterreichisch er Inden" in Wien hemtgesucht worden. Sein, h o f f n it n g s voller Soh n , der in kurzer Zeit sich zu einem bedeutenden Vertreter der Wiener Tagesschriftstetterei entwickelt hat, ist, einem tückischen Leiden erlegen. Mit den Art gehörigen bedauern wir den Heimgang des trefflichen jungen'Mannes auf das tiefste. — Unser langjähriger Vertrauensmann für Hadamar in Hessen, Herr Lehrer A. Oppenheimer, konnte unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde am 1. Dezember sein 4Üjährigcs Jubiläum feiern. 'Wir sprechen unserem treuen Mitarbeiter unsere herzlichsten. Glückwünsche ans. — Bezirksrabbiner Dr. Löwenstein in Mosbach- (Baden), der bekannte Forscher auf dem Gebiete der Geschichte der I n d e n r n B a id e n, der vor kurzem anläßlich feines 80. Geburtstages zum Ehrenbürger von Mosbach ernannt worden ist, ist plötzlich verschieden. Sein Leichenbegängnis ist unter großen Ehrungen seitens der städtischen Behörden sowie der Vertreter aller Konfessionen erfolgt. — Unter Anteilnahme dev ganzen Einwohnerschaft wurde in Aslar (Kreis Metzlar) Herr Berthold Bornheim, der den Folgen einer, im Krieg erlittenen Gasvergiftung zum Opfer fiel, zir Grabe getragen. In feinem Nachruf betonte ein Offizier des Regiments besonders die treue K a m e r a d f ch a ft, d e u t s ch e G e s i n n n n g u n d g roß e Tapferkeit d e s V e r st o r b e n e u , der bei einem Gefecht unter eigener Lebensgefahr feinentödlich getroffenen Hauptmann aus d em Feuer geholt hat. — Dr. Walter- Roth, Chefred-aktenr der bekannten „C h e m i? c x - Bettung" in Köthen, ein eifriger Freund und Vorkämpfer unserer Bewegung beging am 10. Januar seinen 50. Geburtstage Antworten. Zur gefälligen Beachtung! Wir muffen jene Mitglieder, die sich über uu reget mätzige Lieferung der ,,C. B. - Zeitung" zu beklagen h a b e n, darauf aufmerksam machen, Satz die Beschwerde zunächst beim zuständigen Postamt vorzubringen ist. Wenn es sich dort heransstellt, datz eine Einweisung für die ,C. B.-Zeitnng" nicht vorliegt, sind wir sofort in Kenntnis zu setzen. Nach Berlin. Das Bild des verewigten Eugen Fuchs, das wir auf dev Titelseite der vorigen Nummer brachten, stammt ans hem photogvaphifchen Atelier A. M a tz d o r f f. F. Elbe. Der Reichsbankpräfident Hjalmar Schacht ist weder Jude noch jüdischer. Abkunft. Rach Konstanz. Wenn zionistische Herren Sie glauben tuschen wollen, daß die Leitung des C. B. ihre Stellung zum Keren hajeffod geändert habe, so weisen Sie solche Vorspiegelung recht energisch zurück. Der Beschluß des Haupt- Vorstandes von 1920 zum Keren hajeffod ist nach wie vor in vollem Umfange in Geltung. . ,> Nach Offenbach. Der Inhaber der Firma Z oh. Ni ed erh aufe r, ■ £ B rttz b« chschreibt in einem Briefe an einen jüdischen Fabrikanten, daß H er als Christ nur mit Christen Gefchästsverbindungen haben will. % Nach Unterfranken. Weshalb der Verband der Mazzos> ,. B ackere r en den Preis erhöht hat, wissen wir nicht. Wir raten Ihnen, direkt bei dem Verband anzufragen, woraus er die Berechtigung zu diesem ' Aufschlag herleitet. N. N., Bad Kissingen. Ein englisches Pfund, S. R. W. 7 holl. Gulden dankend erhalten. Ttlündjen ßaufecs fiotel „Der Reichsaö/ee" Vornehmstes Familien Haus Zentrale nrtd ruhigste Lage Modernster Komfort Auto zu allen Zügen am Bahnhof Telegrammadresse; Savoh Zimmer von 2 Mark an Entgegenkommende Pensionspreise Albert Hauser, Eigentümer Myßikum i[t ein geheimnisvoller.Duff, der gehaltvolle Schwere mit Blütenreinheit in vollendeter Form vereint. Es iß ein Genup, Myflihum a!» Parfüm, als Puder, Seife oder Toiiettewajfer zu gebvaudv.n, und es bereitet Freude, Menfchen um pdi zu haben, die von dem feinen, prickelnden Myßikum-Aroma umgeben find. Myßikum-Stiß für die Lippen in heller und dunkler Tönung ist die neueste Ergänzung der Myj?ikum-Serie. P a f f u meri e S che r k / Berlin -Ne vv York Vertretungen: Wien f Agram / Prag. /. Kopenhagen' KriP'ianrä s I!