Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1923-12-13 · 50 (13.12.1923) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
50 (13.12.1923)
Date
1923-12-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2277379-2277415-2277461--00840-2280010
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

37S zu seinen Vesten. Das alles fiel der Judenschaft Ungarns jetzt allmählich ein. Kulturelles S e l b st g e f ü h l h e g a n n ihren gebeugte n Nucken z u st r a f s e n. Und ans solchem Selbstgefühl erwuchs mehr und mehr-das Bewußtsein ihres persönlichen Wertes, ihrer individuellen Lugenden — nun ernannten sie auch -den Nährboden, die Wurzel dieser Tugenden: Die Tradition ihres Stammes, die Ethik ihres Glaubens. Und dem Schimpf roher, ungebildeter Rüpel stellte sich — erst vereinzelt, dann immer häufiger — Md: scher Stolz entgegen. Ammer zahlreicher wurden jene, die sich ihrer voreiligen, feigen Flucht aus dem Judentum zu schämen begannen. Seit Lewr und Laa bereuen Hunderte und Tausende öffentlich ihre Mtrnmügkit, sind glücklich, in die angestammte Glaubensgemeinde zurncktehren zu dürfen und geloben, von nun an nicht bloß dem Namen nach Inden zu sein. Und dieses Gelübde — jeder Tag erweist -es aufs neue — ist fast nie ein leeres Versprechen. Jüdischer Glaubenseifcr, jüdisches G e m e i n s ch a f t s g c f ü hl ist jetzt in Ungarn ti .u f ungeahnte Weise erstark t. Die Spenden für eine neue, große Synagoge fließen so reichlich, daß der Bau Zweifellos binnen kurzem unter 'Dach gebracht sein wird. Es heißt, daß die Wände dieses Gotteshauses aus Marmortafeln mit den vielen tausend Namen der jüdischen Krieger bestehen sollen, die für Ungarn starben. Und um den andauernden Schülerverfolgungen in den Mittelschulen ein Gegengewicht zu bieten, wird ein jüdisches Gymnasium errichtet, dessen Professorenkörper von den Eltern der Schüler erhalten werden soll. Eine Stiftung Aladar Kaszabs ermöglicht es, den Ball einer jüdischen Poliklinik" in Angriff zu nehmen, die das vollkommenste Institut dieser Art in Ungarn sein wird. Doch am weitaus schönsten zeigt sich jüdischer Opfersinn und jüdische Hochherzigkeit dort, wo es gilt, den schwer bedrohten Nachwuchs des geistigen, des k-ulturfördernden Judentums Ungarns zu schützen. Aus den furchtbaren Bedrückungen und Verfolgungen der letzten Jahre gehen die Inden Ungarns gestärkt und geläutert hervor! „Treue zum einigen Deutschen Reich". G be r t a n d -e n R. j. F. Von der Delegiertentagnng des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten in Berlin, die jüngst stattfand, war an den Herrn Reichspräsidenten ein Telegramm gesandt worden, in dem es eingangs hieß: „Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hält in unverbrüchlicher Treue am Gedanken der Neichseinheit fest und weist alle Sonderbestrebungen zurück/' Hierauf erging folgende Antwort: „Dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten danke ich für das Gelöbnis der Treue zum einigen Deutschen Reich. Mt der Reichs- ' regierung betrachte ich es als unsere stete Pflicht, unter Einsetzung Wo steht die MzeigeZ Zwei "nette, lustige, fesche Mädels suchen zwei elegante Herren im Alter von 20 bis 22 Jahren Zwecks Wintersport kennen zu lernen. Reise- und Sportspesen werden vergütet. Offerten unter „H. S. 3500" an die Exped. ds. Bl. Man rät aus eines jener Blätter, die nach dem Plane der „Weisen von Zion" dazu bestimmt sind, das Volk mit Vergnügungssucht zu erfüllen und seine Moral zu verflachen — auf „Junggesellen", „Berliner Leben" u. a. Ach nein, man irrt. Für Geld nehmen auch völkische Blätter im Winter schwerster Volksnat solche Anzeigen aus. So etwas lesen wir nie ineinem Blatt der „Judenpresse". Den: völkischen „Amberger Tageblatt" vom 24. November dieses Jahres blieb diese unzweideutige Anfrage Vorbehalten. Aber eines macht tm§ stutzig. Reise- und Sportspesen werden vergütet!? So geschah es doch bisher nur bei „nationalen Sachen". Oder wird deshalb im völkischen Blatte inseriert, damit sich r e i n - rassige Herren melden? Also doch eine nationale Sache —- Deutschlanö 1923. Soll m-anlachen o-d-er w-einen? Nacht. Ort der Handlung: Kurfürsten darum. Ein völkischer Mann strebt in früher Morgenstunde den heimischen Penaten zu. Ein anderer — wie sich später herausgestellt —ebenfalls völkischer Mann mit einer Begleiterin begegnet ihm und wirft ihm, gut gelaunt, wie er ist, das Wort „Judenbengel" zu. Worauf der erste: „Selber Jndenbengel". Schon ist die Holzerei im Gange. Sie schlagen sich mit Stöcken und Boxringen, bis sie beide auf der Erde liegen, und das Fräulein, das dem Kamps der beiden Recken zugesehen hat, angstvoll ansruft: „Schlag ihn doch nicht ganz tot". Endlich erscheint Schupo und führt die-beiden Blutüberströmten zur Wache. Der erste Eindruck istwie der Diensthabende nachher erklärte, der, daß beide wohl die nächste Viertelstunde nicht überleben würden. Aber als sie abgewaschen sind, kommen sie wieder zu sich, und nun erkennen sie im Scheine der Lampe auch, daß sie beide keine Juden sind. Woraus sie sich die Hände schütteln und Urfehde schwören. Und der weniger Verletzte von den beiden bringt den anderen, der wirklich kaum noch lausen kann, nach Hause. Jetzt liegen sie feit Tagen schon im Bett, braun und blau und grün am ganzen Körper, und haben Zeit, über den furor teutoniciis und seine deplacierte Anwendung nachzudenken. (Aus einem Feuilleton der „D. A. Z." vom 3. Dezember 1923.) Kldtte Chronik. Herr Max Platsche-!, Mitinhaber der Aktiengesellschaft Palau & Platschet, Berlin, Spandauer Straße 7, ist zum Handelsrichter beim Landgericht I ernannt worden. — Am 28. Oktober weihte die Gemeinde in So rau die Gedenktafel ihrer gefallenen Helden. Die Synagogenfeier verlief in Gegenwart der Behörden und Gäste sowie zahlreicher jüdischer Frontbundkämpfer in erhebender Weise. Rabbiner Dr. Salo monski hielt-die Gedächtnisrede. aller Mitte! Ordnung und Sicherheit im Reiche aufrecht zu erhalten und Leben und Eigentum aller Bürger zu schützen. gez. Eber „ rer ÜGäL-PlÄmOS _ ^^ikanverrrieb für Gro&Bertn /B-lVcumi . r Kur färsl endamm fransp. KOMM Hffigs F ftriinrfp Är Tn Berlin w 30 JQ, urunyO QL bü. EisenacherStraßel4, Telephon: Kurfürst 1363. S.SchänHerm -SHne B/ercheeo^e Land- und Wischtücher Tisch- und Bettwäsche. Ständiges Verkaufs- und Musierlager: Leipzig, Peters st raße 20, 1 (Meßhaus Reichskanzler). Gegen vorherige Kasse liefern wir iüMvlkereivutter,j?ä« Jeder Kunde, welcher uns wertbest. Geld (vor Freitag Versandtag) emfendet, erhält 5Pfund Molkereibuttcr. pfianzendütter „Eden" S-Pfund-Kolli. Kisten und Kübeln Kokosfett und Kokosfchmalz (lose) Io Wurstkonserveu u. Dauerwurst. Vertriebs-Gesellschaft koscherer holsteinischer Lebensmittel G.M.V.H., Elmshorn i. Solff. W; $piedpiehs4i? 19!£&aueniziensh>14 SW:$Piedriehsfa44,£eipzigepöip. 91-92 O: Qp.9rankfupiepöfp 101, NO: Sands* bePgepöh?92JN: Ghauzseesip. 14, Bpiw•;nenetp. 196, NW: Wilsnaekep Straße 15 Üiipmsip.90, eHhg:Kahtötp. 153, WiU mepsdopfepötp. 55-56, N’hÖÜn: Bepg» öfpaßeOQ, Hepmannzfpaße 56 T’hof: B^plinePSfpaße 1QO REST) Handschuhe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.