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Central-Verein-Zeitung · 1923-10-18 · 42 (18.10.1923) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
42 (18.10.1923)
Date
1923-10-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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326 Neue Hücher. Arthur Spanier:. Die. Toseftaperio-de m der tannaitischen Literatur. Berlin 1922. C. A. Schwetschke u. Sohn. Die Tosefta ist eine der Mischna parallele Gesetzessammlung, die im Wortlaut bald mit ihr übereinstimmt, bald von ihr erheblich abweicht. In den Diskussionen sowohl der Palästinensischen wie der babylonischen Gemava werden häufig Sätze zitiert, für die man die Quelle in der Tosefta findet. Diese Begehungen geben der talnrudischen Forschung eine Reihe schwieriger Probleme auf, über deren Lösung bisher noch keine Uebereinstimmung erzielt worden ist. In der " vorliegenden Untersuchung, dem ersten Bande der „Veroffent- >lichungen oer Akademie für -die Wissenschaft des Judentunis, talmudische Sektion" werden sie in gründlicher Weise in Angriff genommen^ Das wesentliche Resultat ist/daß die Tosefta für eine Kompilation von Scholien (und zwar im eigentlichen Sinne von Randbemerkungen) zur Mischna zu harten sei. Der palästinische Talmud hat die Scholien vielfach noch in ursprünglicherer Gestalt bewahrt, während der babylonische die Tosefta bereits in der auch uns überlieferten Form benutzt hat. lieber sein Verhältnis zu Vorgängern orientiert der Verfasser in einem einleitenden Kapitel. Wir begrüßen in dem Herrn Autor eine frische junge Kraft auf dem nur von sehr wenigen beherrschten Gebiet der kritischen Talmudsorfchung und erhoffen von ihm noch reiche Früchte gelehrten Fleißes/ B. J.=D. In der bekannten von Dr. Martin Bub er herausgegebenen Monatsschrift „Der Jude" f,(7. Jahrg., Heft 7/8, JuMlugust 1923) befindet sich ein glänzend geschriebener Aufsatz des Gießener Gelehrten und Freundes Cohens, Robert Arnold Fritzsche, über Hermann Cohen mit dem Obertitel: „Das Judentum im deutschen Denken." Jede Zeile ist von bewundernswerter Objektivität. Wie weiß der Verfasser sich in Cohens Seelenverfassung einzuleben! Aus Seite 435 heißt es: „So bejaht Cohen das Daseins- -recht des Judentums. Es kann nur beruhen auf einer eigentümlichen Wendung des Menschlichen nach der Menschheit hin. Vergangenheit, und sei es die ehrwürdigste, sichert als solche keinen dauernden Bestand. Die jüdische Glaubensgenossdnschaft bewahrt in der Sprache ihrer Gebete das Andenken an ein Volkstum, sie ist aber keine Nation mehr und soll es nicht sein. Sie erhält sich neben Weltreligionen, die aus ihrem Schoße hervorgegangen sind, und überlebt den Untergang der mächtigsten Reiche, lange nachdem sie der eigenen Staatlichkeit endgültig sich begeben hat. Das also vermochte die Fernkraft der prophetischen Idee und des messianischen Ideals." Und weiter: „Es ist rvahr, das Fortbestehen des Jndentums ist eine, ist die Paradoxie der Geschichte, und an Paradoxien verlieft sich unsere Einsicht." Trefflich ist auch die Bemerkung "des Verfassers, daß die Assimilation sich im Subjekt und Objekt vernichtet, wenn sie den Uebertriit zum Christentum als Abschluß und Heilmittel annimmt. Das Wertvollste geht verloren. „Das Alleinsein ist nicht gut, aber es wird nur überwunden durch das Einverständnis aller Menschen über das notwendige Nebeneinander gesonderter Wege zum gleichen Ziel, und solches Verständnis heißt Humanität." Diese Abhandlung, ein wahres Kabinetts st ück sittlicher D e n k a r t, verdient weite Verbreitung . in jüdischen und — christlichen Kreisen. ' Sp.-M. st ratze 6/9, sucht irr ihrem Prospekt ihre Gesinnung deutlich zum Ausdruck zu bringen: . . „Unter.Hinweis -auf die Abhängigkeit unseres Wirtschaftslebens von jüdischem Geld und Einfluß, lege ich besonderen Wert auf die Feststellung, daiß mein Unternehmen aus Völkisch-nationaler Grundlage aufgebaut ist uni) nach entsprechenden Richtlinien arbeitet. Ich habe' in Pommern und in der Grenzmark in den letzten vier Jahren eine reiche nationale Aufklärungs- und Vortragstätigkeit als Führer vaterländischer und. völkischer Verbände .-entfalten können und bitte meine Gesinnungsfreunde nunmehr um-dasselbe Vertrauen .und dieselbe Unterstützung, die ich bisher in so reichem Maße fand." — Auf einem grünen Klebezettel fUgt die Firma hinzu: „Infolge erneuter jüdischer Denunziation ist gegen den Unterzeichneten wegen angeblicher Fortsetzung verbotener Verbände (Verband national- . gesinnter Soldaten) und Bildung militärischer Organisationen -(Grenzschutz) sowohl ein Strafbefehl erteilt wie auch ein Prozeß wegen Verstoßes gegen das sogenannte Schutzgesetz der Republik ungeordnet worden — ein Beweis , dafür, wie viel dem Jrcdentum und seinen Schergen daran liegt, die Existenz . nationaler Unternehmer zu untergraben!" Nach Erlange». Die Firma Gebrüder Kröppelt, Nähm a s ch i n e n g e s ch ä f t, Erlangen, Hauptstraße 64, legt auf jüdische Kundschaft feinen Wert. — Von jetzt ab dürfte das auf' Gegenseitigkeit beruhen. Kurort Eisenstein. Der Besitzer des Gasthofes Neuwaldhaus, Herr I. V. Schmidt, bezeichnet sein Haus als „deutschvölkisch" und führt das Hakenkreuz auf seinem Firmenstempel. F. K., Nürnberg. Das Gasthaus „Zur Behringer Mühle", Besitzer Johann Heinlein, in der Fränkischen Schweiz, nimmt Juden nicht auf. H. Beuthen. Es ist Juden, die sich bei der „Freia" versichern wollen, nicht zu verdenken, wenn Sie keine Lust verspüren, zu diesem Zweck mit dem Generalsekretär dieser Gesellschaft,.Herrn Mo chm an n, dev Führer der Deutschsozialen Partei in OberschlesieuAst/ün Verbindung zu treten. Nach Schlesien. Bei Ihnen sind wiedA zahlreiche Banknoten im Umlauf, die die Umschrift tragen: „D e r In de nahm uns Gold und Speck und l i e ß un s d i. e fe n D r e ck". Es dürfte Ihnen bekannt sein, daß derartiße Scheine nicht mehr W e r t z e i ch e n darstellen, sondern lediglich cmtifenntische Handzettel. Nach Nenrupvin. Wir danken Ihnen für die Mitteilung, daß der langjährige Vorstand Ihrer Gemeinde. Robert Drucker, von den: dortigen Männerturnverein zu seinem. 80. Geburtstage als Ehrenmitglied ernannt wurde. Daß antisemitische Redner, die gegen die Ehrung gesprochen hatten, energisch zurcchtgewiesen wurden, kann den Wert der Auszeichnung nur erhöhen. Nach Stettin. Der Frauenarzt Herr Dr. Georg Schallehn -in Stettin legt Wert darauf, festzuftellen, daß er mit dem in der letzten Nummer der „E. V.- Zeitung" unter dem Stichwort „Völkische Roggen sch ocks" mitgenannten Dr. E. Schallehn nicht identisch ist. Vereinsnachrichten. Unser stellvertretender Vorsitzender, Herr Justizrat Hugo Sonnenseld, -dev Anfang dieses Monats seinen sechzigstem Geburtstag gefeiert hat, ist zum Ehrenmitglied des Central- Vereins ernannt worden. Die jüdischen Deutschen wissen, was sie Hugo Sonnenfeld, der von den Tagen von Könitz bis zu dieser Stunde ruhig und still arbeitend für das Wohl von Glaube und Heimat gewirkt hat, zu verdanken haben. - Anse rem alten Freunde, dem hochverdienten Bureauvorsteher der Berliner Jüdischen Gemeinde Nathan Cohn, haben wir anläßlich seines siebzigsten Geburtstages besonders herzlich Glück wünschen können, weil er zu allen Zeiten ein treuer und nie lässiger Freund unserer Bestrebungen gewesen ist. Deutschjüdische Jugenvgemeinfchaft. In Erfurt wurde durch iden Syndikus des Landesverbandes Thüringen, Herrn Kamnitzer, unter starker Beteiligung ein auf Cenlralvereinsboden stehender I u g e n d v e x e i n ins Leben gerufen. Achtung, Bezirk Schöneberg! /Antworten. H. T. - Berlin: Für jüdische Firmen der Branche wird es von Interesse lein, zu erfahren, daß die Firma Arkeme u. Heubach in Steinach S.-M., Fabrik sür abwaschbare G-lasblumen für Dekoration und- Lichtreklame, offene Karten versandt hat, die die Ueverschrift tragen: „Juden haben bei uns keinen Kredit." — Wir glauben, daß diese Firma auch Barzahlungen von jüdischer Seite nicht mehr oft verbuchen können wird. Nach Schneide mühl: Die Großhandlung in landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Bedarfsgegenständen Wilhelm Köhler, Schneidemühl, Albrecht- Am S o n n t a g , 21. d. M., vormittags 11 A h r , Besichtigung der Gemäldegalerie des. He rrn Dr. Donig, Schöneberg, Am Park 13. Die Damen des Bezirks Schöneberg sind besonders herzlich eingeladen. Im Anschluß an die Besichtigung findet -die Gründung einer Frauen gruppe des Bezirks Schöneberg statt. Für^die Schriftleitung verantwortlich: Dr. Ludwig Holländer, Berlin SW 68. — Anverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn freigemachter Amschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigen, teil: Max Junge, Berlin-Friedenau. — Druck von Rudolf Mosse, Berlin 81V 19. Alleinige Anzeigen-Annalime Rudolf Mosse, Anz eig-en-Annalimo für sämtl._ZeItungven Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz ✓ Cölrr a. Nb. Hamburg / Hannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg Dresden / / Stuttgart > Düneldorf / Erfmr ✓ Frankfurt a. M. / Halle (Saale) Prag / Wien / Budapest ✓ Warschau / Basel / Zürich.

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