Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1923-07-19 · 29 (19.7.1923) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
29 (19.7.1923)
Date
1923-07-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2277379-2277415-2277444--00678-2279829
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Einzelnummer S00M. vlütter sür-eulsclrlom unSIuventmn Serliu, 19. Juli 792» H. Jahrgang Nr. 29 vryLM -es lLutnüVerems -eulfrue StrmtsdürgerjüMcken lrlmrvenÄ?u r^ll^srrrsirrs clss lHu<chsr^rvirri.s Verlag ». Schriftleitung: Central-Verein deutscher Staatsbürger jüüifthen Glaubens e.v. Herlin SW-S, Linüenftr. 13 Fernsprecher: Amt Dönhoff 3594, 3595 Postscheckkonto: Berlin 30472 Melegrammadreffe: „Lentralgkanben Berlin" Die Zeitschrift ist nur durch die zustündtg« Postanstalt »um Preise »on vterteliährlich M. 800»,— zu beziehe» Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf Moste, Berlin SW 19, und deren Filialen. Anzeigenpreis: M. 4800,— für die 7 gespalten« Zeile nach Rudolf MofseS Normalzeilenmefsev Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder des Central-Vereins mit 50ai0 Nachlaß. Die 90 mm breite Reklamezeile M. 20000,— Die antifemitisthe Internationale. Tie nimmer versiegende Geldquelle des opferwilligen tudenhasses gestattet Herrn Theodor Fritsch, in diesen agen ungeheuerlicher Papierpreise und Druckkosten sein „Ha ndbu ch d er I u d en fr a g e" in 29. Auflage (68.—75. Tausend) erscheinen zu lassen. Ein Kapitel dieser vermehrten und verschlechterten Auflage ist dem „Centval-Verem 'deutscher «Staatsbürger jüdischen Glaubens" gewidmet, den Fritsch also verleumderisch charakterisiert' „Seine Zeitschrift erscheint uiii-er dem Titel „C. V.-Zeitu«tz". Nach außen predigt er für seine Mitglieder zwar .deutsche Gesinnung und die Betätigung dieser Gesinnung im bürgerlichen Leben', er fordert von ihnen aber, wie auch die Alliance Jsraelite Universelle, .treues Festhalten an der geschichtlich geheiligten Gemeinschaft' aller Juden." „Internationales Judentum" ist das WC völkischer „Weltanschauung". Man muh es mit internationalem Marxismus in einem Atemzuge nennen können, wenn man politische Geschäfte machen will. Alles Internationale ist fluchwürdig, weil es undeutsch ist. Nur e i n e A u s n a h m e ist gestattet: Der Judenhaß aller Länder darf sich unter Führung der Freunde des Herrn Fritsch zu einer antisemitischen Internationale zusammenschliehen. Vor genau drei Jahren hat sich in Wien ein Initiativkomitee zur Schaffung einer „Weltliga gegen Juda" gebildet. Vom 11. bis 13. März 1921 fand in W i e n eine Tagung der Antisemiten Oesterreichs, Ungarns und Deutsch-, lands statt. Bei dieser Zusammenkunft wurde der Antrag des Delegierten Dr. von Sylvester (Budapest) angenommen, noch für den Herbst 1921 einen Weltkongreß der Antisemiten nach Budapest einzuberufen. Bereits im Februar des Jahres 1921 war in der Antisemitenpresse ein Aufruf zur Gründung einer „Alliance Äntijuive Universelle" erschienen: „In solchem Glauben und Hoffen (Friede auf Erden) darf die noch zerriöene Menschheit mitten im Jammer dieses Winters verheißungsvoll . die . Sterne einer großen neuen Zeit leuchten hoffen, wo zwischen den Völkern vom Juden keine Zwietracht Mehr geschürt werden kann, wo sich in keinem Staate Klaffen und Stände mehr befehden,.wo Menschen und Völker einander achten.. Dieses Dokument, auch von Herrn Alfred Roth in Hamburg unterzeichnet-, ist mitten im Jammer dieses Sommers lehrreich für diejenigen, die immer noch an den lauteren Sinn der Einheitsfrontzerstörer in Deutschland glauben; die sich aufbüumen gegen einen ihnen unfaßbaren Gedanken, völkische Männer könnten den Judenhaß über die Liebe zum deutschen Vaterlande stellen. Die „Deutschvolkischen Blätter" des Herrn Roth betonen in der Märznummer des Jahres 1921, daß der Ausruf zur j Gründung einer „Alliance Äntijuive. Universelle" in F r a n k - [ reich begeisterten Widerhall gesunden habe,daß aus Polen Zustimmungen gekommen seien und daß in Englanbin der Monatsschrift „The Hidden Hand" der Aufruf mit großer Sorgfalt und Feinheit übersetzt worden sei. Die deutliche Sprache dieses Blattes werde aber von der Amerikas noch übertroffen. In aller Erinnerung, ist der Aufruf der „Erwachenden Ungarn" in Budapest zu einem Weltbund. „Ein Schutz- und Trutzbündnis soll entstehen, ein Bündnis, so mächtig, so innig, so hehr, wie es die Weltgeschichte noch nicht gesehen." Im Lause der letzten beiden Jahre hat die antisemitisch« Internationale durch eine über Riesensummen verfügende, zielbewußte Organisation, deren Zentrale gegenwärtig ihren Sitz in Süddeutschland hat, erhebliche ortschritte gemacht. Sie umfaßt heute beinahe alle änder der alten und der neuen Welt.' Selbst in Rußland wird gegenwärtig stark gewühlt, und antisemitische Pamphlete, aus dem Deutschen ins Russische übersetzt, werden auf Schleichwegen nach der Ukraine und nach Sowjetrußland befördert. Die „Russische Tribüne", Zeitschrift der Vereinigung für nationale Befreiung, die in M ü n ch e n bei Oldenbourg gedruckt wird, bringt in der uns vorliegenden Nummer fünf Kopsaufdrücke auf Seite eins und vier: „A n t i s e mi t e n al l er W el t, v er e i n igt euch!" und berichtet im textlichen Teil über „Das Weltwachstum des Antisemitismus". - Welche Kreise sind nun die Für derer der internationalen antisemitischen Bewegung indeneinzelnenLändern? JnFrankreich sind die „CameIo t s d u r o i", denen die Poincarösche Politik gegen Deutschland viel zu milde erscheint, weil sie am liebsten sofort Rheinland und das Ruhrgebiet annektieren möchten, die Träger des Judenhasses. Sie sind es, die dem Abgeordneten'Blum, als er sich von der Tribüne der französischen Kammer für die Revision des Versailler Friedensvertrages einsetzte, durch stürmische Rufe: „Herunter mit dem Juden!" das Weiterreden unmöglich machten. Es sind jene Kreise in Frankreich, die hinter dem deutschfeindlichen „M a t i n" stehen, der schon am 5. Mai 1921 mit Wohlbehagen aus oer „L'action fran^aise" zitierte: „Ls sank «iss Juifs, les Juifs de banque et les Juifs de politique qui travaillent ä Londres contre nous.“ (Es sind die Juden, die Bankjunden cmd die Juden in der Politik, welche in London gegen uns arbeiten.) Aus diesen' Angriffen geht klar und deutlich hervor, daß die Männer in England, die dm Unversöhnlichkeitsstandpunkt Frankreichs gegen Deutschland verurteilen, well sie den Wiederaufbau Deutschlands ermöglichen wollen, nicht die in terna ti onalen Freunde des Herrs

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.