Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1923-07-05 · 27 (5.7.1923) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
27 (5.7.1923)
Date
1923-07-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2277379-2277415-2277442--00666-2279815
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

223 nur auf beit Witten zur Zeugung, ein stellen wollte, und Lombart in seinem berühmten Buche „Die Juden und das Wirtschaftsleben" nannte gerade das das Rationaliftische an der talmudischen Ethik, daß sie das Liebesleben ln den Dienst der Zeugung stelle. Man sott sich hüten, in diesen tiefsten und letzten Abgründen des Lebens irgend etwas in irgendein Prinzip zu pressen. Nach der Kritik der Zeit der flammende Ausruf zum Judentum. Man weih, daß Cohn zionistisch eingestellt ist und daß er für diese Ucberzeugung in jungen Jahren schon Opfer gebracht hat. Und seine zionistische Einstellung ist auch weit entfernt von der Verbohrtheit dev Nichts-als- Vötkischen, kaum je hat ein Zugehöriger so stark die Entfernung der Nurvölkischen vom wirklichen Judentum ausgezeigt, aus das SurrogatarLige ihrer ^L-eelenhaltung hingewiesen, dargelegt, wie sie von außen her das Judentum Zn prägen versuchen, statt von innen her von ihm geprägt Zu werden. Man darf und kann ein Buch, und noch dazu ein so persönliches, nur aus dem Geiste seines Autors verstehen und kann daher, auch wenn, mananderer Meinung ist, nicht einfach kritisieren. Aber manches kann man nicht unwidersprochen Lassen. Zürn Beispiel den Satz, daß der Zionismus „der Ausstand der Edlen gegen die Klugen war". Wo uuiit damit beginnt, dem anderen den Adel der Gesinnung abzusprechen, ist mmammammm «will um uw i n .. Sag* Du den Antisemiten, dass sie schlechte Nationalökonomen und überhaupt Esel sind. Das ist meine Meinung. Sonst wüsste ich in dieser -Frage nichts zu bemerken. John Henry Mackay. man, um mit Emil Cohns eigenen Worten zu reden, nicht mehr im Volk sondern in der Partei. Al an kann begreifen, daß er von der Liebe zu Palästina zum leidenschaftlichsten Pathos emporgehoben wind. Aber wenn man von der schönen Leidenschaftlichkeit gepackt dann plötzlich liest, daß die meisten unserer jüdischen religiösen Handlungen ihren vollen Sinn erst haben, wenn sie in Palästina geübt werden, wird man stutzig. Hätte er damit recht, dann hätten ja die recht — und daß wird Cohn selbst am energischsten verneinen —, die sagen, daß unsere religiösen Bräuche und Handlungen nicht in unsere Landschaft paßen und entsprechend umgeändert werden müssen. Wer ihm hat ja schon die Thora die beste Antwort gegeben, als sie Gott sprechen ließ: „Ueberull, wo ich meinen Namen anrusen lasse, will ich zu Dir kommen und Dich segnen." — Besonders schön ist, was er über den Wert der Form sagt, freilich nichts Neues, aber man kann es gab nicht oft genug sagen, daß die Form, die Uebung nicht gleichgültig ist, und daß sie nicht bloß Schale und Hülle ist, daß man durch sie zur Seele findet. Auch was er über die Notwendigkeit der Gläubigkeit sagt, ist treffend und wahr, und ihr Fehlen in weiten Kreisen des heutigen Judentums ist die große Sorge aller, denen am Bestand des religiösen Judentums liegt, der Grundschaden schlechthin. Wenn Emil Cohn nur einen Weg wüßte, wie man zur Gläubigkeit Lonvmt! Er versucht's, aber was er da sagt, hat nicht Kraft und kleberzeug-ungsq-ewalt. Im ganzen: ein Buch, das zu lesen von hohem Interesse ist, auch da, wo man nicht zustimmt. Der Leidenschaft, mit dev es geschrieben ist, sieht man es gern nach, wenn sie, um Form und Gestalt zu gewinnen, im Worte sich verliert. D i e n e m a n n (Offenbach a. M.) Herrn Hans Weberstedt, Vevlnr-Lichterfelde. Sie neunen sich erneu deutschen Mann und haben sicherlich die Absicht, der Wahrheit zu dienen. Im „Deutschen T a g e b l a L t", Nr. 70, vom- Sonntag, 24. Juni 1923, das Sie verantwortlich zeichnen, führen Sie in einem Werbeaufrnf folgendes an: „Umsonst schafft Ihr Staatsbankerotte und Staatsanleihen. Solange wir nicht die Zeitungen der ganzen Welt in den Händen haben, um die Völker zu täuschen und zu betäuben, bleibt unsere Herrschaft ein Hirngespinst. Moses Blumberg 1840. Nun, 99 Prozent aller Zeitungen haben die Judenheute in der Hank Sorge dafür, daß sie nicht noch das letzte Prozent erobern." I ch f r a g e S i e h i e r m i t Ö f f c n 1 1t (§ : i '• 1. Wer ist Moses Blumberg? 2. Wann hat Moses Blumberg dielen Ausspruch getan und wo? 3. 99 Prozent aller Zeitungen sollen die Juden heute in der Hand haben. Geben Sie zu, daß das eine grobe Unwahrheit ist? Ich erwarte Ihre Antwort brieflich oder im „Deutschen Tageblatt" und werde in der Oeffentkichkeit auf Ihre Antwort zu rückkommen, sobald sie mir vorliegt. Als deutscher Mann werdeu Sie nicht kneife». 0 „ d w i g H ° l l ti n d ° r. Anfragen betr. Kolberg. Es liegt bis setzt keinerlei Veranlassung vor, vor dem Besuche von Äolberg irgendwie zu warnen. Es ist, zwar richtig, daß die bekannten nächtlichen „Helden" dort Verkaufslädeu mit halbmeter» großen Hakenkreuzen geziert haben und das „K o l b e r g e r Tageblatt" gelegentlich antisemitische Notizen bringt — städtische B a b c o c r xo a I * tung und eingesessene B e v ö l k e r u n g haben aber m i U diesen Dingen nichts gemein. Mit Recht haben Sie beobachtet, daß eine Buchhandlung auf der Münde Dinters drei Romane auffällig ausstellt» Solche Geschäfte überläßt man gern den dcutschvölkischen Kunden und deckt anderswo seinen Bedarf ein. . H. Z., Berlin. Auch Sie haben beobachten können, wie der E. V. der unseren verehrten Eegmrn q e h a tz t und in feiner Arbeit: — g e * schätzt wir d. Die von Ihnen mitgeteilte Aeußerung des Lehrers a. ,D. Stock, der gegenwärtig für seinen Herrn und Meister Kunze die Provinz bereist, wirb viele unserer Le>'er interessieren: „Die Juden haben uns so in der Hand, daß, als rch jetzt in Ober,chlesteN war, nicht ein Beamter, nicht ein Angestellter unter den Zuhörern es wagte, zü mir an den Tisch zu. kommen. Das ist die Wirkung des verlogenen, verhetzenden Z e u t r a l o r g a n s der intern national e n Juden, des Blattes des Zentralvererns mosaischer Gäste jüdischer R a f s e." t A. Z. ln München. Herr Alfred Roth sollte wrsien, daß der „VollpchS Beobachter" unter der Marke „Völkische Rothilf e" eine Sammlung einleitet die die 500 000 Mark Geldstrafe und die recht erheblichen Kosten decken soll, die ihm das Urteil des Staatsgerichtshofes eintrug. Jedenfalls tft die Ausforberung. zu solchen Sammlungen strafbar. Rügcnsches «reis- und «nzeisenblatt. Ihre.„Gesinnung-titchtigkeit" marschiert an der Spitze aller anLlsemttpchen. Kreisblattchen Pommerns. Gewiß eine beachtliche Leistung! Sind Sie auch nicht ernst zu nehmen, [a doch die durch Ihre Tätigkeit hervorgerufene Hetze, deren Objekte nicht die ganzen drei jüdischen Familien, die zusammengenommen auf Rügen wohnen, sein können, sondern wohl die jüdischen Badegäste, die die Insel aufsuchen. Die Behörden Rügens scheinen sich mit Ihrer Hetze einverstanden zu erklären und stellen Ihnen sogar Anzeigen amtlichen Charakters zur Verfügung. ®tc glauben Ihnen sowie allen deutschen Juden, die zur Erholung und nicht: sich aufzuregen nach Rügen fahren wollen, einen Dienst zu erweisen-, wenn wir entschieden vor dem Besuche der Rügenschen Bäder warnen., Ein Duft, der ficli bei aller Fülle durch Zartheit und Pikanterie auszeidmet und die fein empfindende Dame immer wieder entzückt. / Myflikum-Puder, -Tafdienpuder, -Bade-Kri[?al!e, -Toilette- und -H^iarwaffer tragen gleichmäßig das herrliche Aroma des Parfum-Myßikum. Sie find in ihrer charakteriftifdien Ausßattung eine Zierde für jeden Toilettetifch. / Myftikum-Stift für die Lippen in heller und dunkler Tönung iß die neuejte Ergänzung der Myßikum-Sene» My(?ikum-Puder wirkt auf der Haut matt und unauffällig. / Mypikum-Tafdienpuder i(? ein fe(?er Puder zum Mitnehmen in Gefellfdiaft, Theater ufw./My(?ikum-Talkum-puder übt wohltuenden Einfluß aus nach dem Bade, nach dem Rafieren. / Myftikum-Haarwaffer erfrifcht die Kopfhaut. / Myßikum-Toilettewajfer iß fein im Duft und regt an. My(?ikum - Stift hat [ehr natürliche Färbung und iß fein parfümiert, bequem für die Handtafdie.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.