Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 25 (21.6.1923)
- Date
- 1923-06-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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206 Wal nun zum Schlüsse noch ein kurzes Wort zum dritten Teil Ihrer Ausführungen: d e r P o -g r o nt p r edig t. Wenn eine aucunerschöpflichen Geldquellen gespeiste Agitation seit Jahre:: in Buch und Presse, Handzettel und Volksversammlung'. den Juden als den Sündenbock für all unser Unglück hinstellt, wenn die Freiheit des Wortes und des Druckes dazu benutzt wird, eine skrupellose Propaganda für eine antisemitische Irrealpolitik zu treiben, und dem Vaterlande alles Heil rou einem Pogrom verspricht, dann freilich kann »Die S e h n s tl ch t nach einer Metzelei entstehen, wie Sie sie am Schluß Ihres Briests so anregend zu schildern wissen. Nur dürfen Sie nicht den Widerhall Ihrer und Ihrer streife Hoffnungen als Echo des deutschen Volkes nehmen. Selbstoersländlich wird eine, extensiv uud iuumsiv, alle frühere Propaganda übersteigende Beeiu- , slussuna der öffentlichen Meinung and) in denjenigen Schichten vorübergehend Wirkung ausüben, die sollst reaktionären Zielen feindlich gegenüberstehen — damit rechnet ja die antisemitische Propaganda. Mitruser und Mitläufer, die aus der Ratlosigkeit der Not sich haben beeinflussen lassen, können 'wohl einmal "den Ausgang einer Wahl bestimmen; aber die antifemiiischen Narkotika reichen doch nicht aus, um die Mitläufer zu willenlosen Werkzeugen der Reaktion, zu machen. Daß aber die Führer, wenn auch nicht alle Geführten, darin den l e u r c n Z w e ck all e r a n t i s e m i t i f ch e u P ropa - (j anKt sehen, darüber sind sich in allen Parteien diejenigen klar, die sich überhattpt noch Politische Besonnenheit und Einsicht bewahrt haben und deren nationales Gewissen noch nicht abgestumpft ist gegen die Verderblichkeit eines in n er Po Ti - t i s ch e u M a ä) i a Del I i s m tt s. — Sie. Herr Professor Tilsen, schließen mit den Worten: „Wer knüpft sie wieder.zusammen, die Fäden, zwischen Juden mtb Deutschen?" Mich dünkt, die Frage ist mehr rhetorisch als ernsthaft gemeint. Oder sollten Sie wirklich glauben, der von Ihnen empfohlene Weg zum Pogrom wäre dafür geeignet Als Elemenceau das ruchlose Wort sprach, zw an z i g Milli o n e n Deutsch e w ä ren zu v i el an s d c r Wel t, ist es wohl niemand beigefallen, darin einen W e g d e r W e r st ä n d i g n n g zwischen Deutschen -und - Franzosen zu sehen. Sie hingegen wagen uns zuzumuten, wir spüren Ihren Brief, der zum Judengemetzel anfsordert, [ als einen Versuch zu gegenseitiger Verständigung nehmen? i Ich lasse es dahingestellt, wer durch diese Zumutung stärker betroffen wird: Sie oder wir. Ich jedenfalls beneide Sie und Ihre- Gesinnungsgenossen nicht um das gute Gewissen, sich frei zu fühlen von Fehl und Schuld an dem gegenwärtigen und künftigen Schicksal des deutschen Vaterlandes. Professor Dr. I tl l i u s G o l d st e i n,; Hermann Hecker zu seinem 70. Geburtstage. In voller körperlichen und geistiger Frische feiert mit 24. Juni Lehrer H e r in a n n B c cf e r st i n e it 7 0. G e b u r 1 s - tag. Einer der ältesten Schüler des Berliner jüdischen Lehrerseminars, war Herr Becker stets rin -tren-er Anhämz-er des E. B. und ist an dem Orte seiner langjährigen dienstlichen Tätigkeit, Wöllstein in Posen, stets zielbewußt und mit großem Erfolge für das Deutschtum eingetreten. Er erfreute sich als Borstandsmitglied des Wollste-iner Lehrervereins, als Vorsitzender dos Vereins jüdischer Lehrer der Ostproviuzeu und als Repräsentant der jüdischen Gemeinde allergrößter Hochachtung. Ein geivisienhafter uud pflichttreuer Lehrer, cm hervorragender schulpolitischer Schriftsteller und Redner, ein nimmermüder Freund nnd aufrechter Bürger, hat er es allezeit verstanden, sich die Liebe nnd. Dankbarkeit seiner Schüler, Kollegen -und Mitbürger zuerwerben. In seiner Freiheit und an seinem Leben als aufrechter Deutscher bedroht, mußte Herr Becker bei dein p o l n i s ch e n A u f st a n d e a u 8 W o l l st e i n f l ü ch t e n und sein Hab und Gut zurück lassen. Möge es ihmvergönnt fein, m Berlin, wo er eine neue Heimat gefunden, sieh noch recht lange des wohlverdienten Ruhestandes zu erfreuen. Der E. B. bringt seinem treuen AMitarbeiter die herzlichsten Glückwünsche dar! Nochmals: Das Han-buch üer Hygiene. E i n Schlu ßw ort. In Nr. 23 dieser Zeitung ans Seite 189/90 versucht Herr Dr. I a b l o n s k i ineine Ausführungen airs Nr. 21 (S. 171). betitelt „Auch die Hygiene? Bemerkungen zu einem wissenschaftlichen Handbuch", zu ividerlegen. Ich bin mit ihm der Ansicht, daß Gerechtigkeit geübt werden muß, aber die Behauptungen des Gegners müssen auch stichhaltig sein, und das bestreite ich nach wie vor. Ich will nicht, in das berüchtigte Gelehrtengezünk verfallen. Jeder lese mit offenem Sinne das, was Lenz geschrieben hat, und was ich dazu angemerkt habe.. Ich kann dann den Lesern ganz ruhig das Urteil überlassen, ob sie sich meiner Ansicht anschließen wollen oder der des Herrn Jablonski. * Sanitatsrat Dr. .Alfred Sternthal (Braunschweig). Mystikurn ist ein geheimnisvoller Duft, der gehaltvolle Schwere mit Blütenreinheit in vollendeter Form vereint. Es isi ein Genuf. Myftikum als Parfüm, als Puder. Seife oder Toilettewafjer zu gebrauchen,, und es bereitet Freude, Menjdien um sieh zu haben, die von dem feinen, prickelnden Myftikum-Aroma umgeben find. 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