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Central-Verein-Zeitung · 1923-05-17 · 20 (17.5.1923) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
20 (17.5.1923)
Date
1923-05-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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A. K., München. Nach dem uns vorliegenden amtlichen Protokoll des Preußis ch e n L a n b t a g e $ , 232. Sitzung vom 20. April 1928, heißt es auf S. 16623 in der Rede des deutschnationalen Abgeordneten S ch l a u 3 c S ch ö n i n g e n doch wörtlich: „Meine Damen und Herren, wenn Ihnen das noch nicht genügen sollte, so lassen Sie mich Ihnen ein weiteres Beispiel anführen. Vor kurzen: war bei der Bayerischen Regierung eine Abordnung der bayerischen Israelitischen Kulturgemeinde sgemeint ist Kultusgemeinde. Schrift!.), um gegen das Anwachsen der antisemitischen Welle zu protestieren. Darüber stand am 30. März im „Jüdischen Echo" zn lesen: „Der Verband kann, muß auch in: Namen aller Zudem sprechen, gleichgültig, ob es sich um West- oder Ostjnden, um deutsche oder jüdisch-nationale Juden handelt, gleichgültig selbst, ob es sich um anständige oder um schlechte Menschen, um Ehrenmänner oder mit Verbrecher handelt. (Hört, hört! bei der Deutschnat. Vp.) Sie sind Juden und bedürfen allein aus diesem Grunde des Schutzes der Verfassung und der Gesetze." (Lächelt rechts und links.) Jedes Mort des Zusatzes hierzu erübrigt sich. (Heiterkeit links.) Nun sollte inan doch erwarten, daß der Herr Minister, wenn er schon seiner ganzen Einstellung und politischen Auffassung nach auf diese Dinge nicht reagieren und entgehen will, wenigstens das tut, was wir feit Jahren verlangen, nämlich den. weiteren Zustrom dieser unerwünschten Elemente vorn Osten her endlich abzusperren. — Ja, ich habe noch etwas auf Lager, was Ihnen hoffentlich ebenso angenehm fein wird wie das) was ich bisher vorgebracht habe. Irr dem gewiß unverdächtigen „Mitteilungsblatt'des Verbandes itationaldentfcher Juden" (Abgeordneter Küttner: Das ist eine schöne Gesellschaft.) stand in der Nr. 2 dieses Jahrganges vorn März/Aprit: „Achtling, neue O st j u d e u g e f a h r! Unsere Befürchtung, das die zeitweise einigermaßen wirksamen Verwaltungsmaßregeln zur Eindämmung des Ostjude nznstronls sich bald abstumpfen würden, scheint leider begründet gewesen AN sein. Rach einer Meldung der gerade in derartigen Angelegenheiten stets besonders gut unterrichteten ^Voffischen Zeitung" steht die Wiederauflösung des vor einigen Monaten eingerichteten Preußischen Fremdenamtes und damit die Rückkehr zur Dezentralisation unmittelbar bevor. Mit and ereil- Worten: an Stelle des leidlich festen Zaunes mit nur einem Eingang wird wieder das bewährte vielmafchige Drahtgeflecht aufger ichtet." (Hört, hört! b.d. Deutschnat. Vp.) Nach München. Der Hotel- und Gastwirtsverein M-urnau und Umgegend E. B. verbreitet einen Zettel, her .die Pensionsbedingungen für Reisende enthält. Der letzte Satz lautet: Für Juden besteht keine Aussicht auf Unterkunft. — Wir hoffen mit der Weitergabe dieser Mitteilung den Murnauer Gastwirten einen "Gefallen zu tun. vereinsnachrichten. Am 6. Mai 1963 fand unter dem Vorsitz des Herrn Dr. James Simon die Ordentliche Mitgliederversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Berlin statt. Dr. James Simon erstattete einen umfassenden Geschäftsbericht über die Tätiakeit des Hilfsvereins, der auch dem FernsteKenden klar umd deutlich beweist, wie erfolgreich diese Arbeit auf den verschiedensten Gebieten der Au swanderersürsvrge gewesen ist. Auch dem wichtigen Problem der Bekümpfuna des Mädchenhandels hat der Hilfsverein sein lebhaftes „Interesse -eutgegengebracht. Tr. Paul Nathan ging in seinem Neferat des näheren aus die Frage des Hilfswerks für den Osten -ein. Es sei von grösster Wichtigkeit, der Masse der vsteu-rovälsch^n Juden, die sich noch im tiefen Elend befänden, dazu. zu verhelfen, auf eine möglichst hohe Stufe der intellektuellen und lvirtfchaftlichen Entwicklung in Russland?>u kommen, damit sie ihr Heil nicht in der Auswanderung zu suchen brauchen. Stadtrat a. D. Gimkiewicz sprach dem Vorstände für seine Mühe- Wallung namens der Versammelten lebhaften Dank ans. Der Borstand der Ortsgruppe Berlin S, »W, SO, bittet Damen und Herren, welche zur Mitarbeit bereit sind, sich inr Bureau des C. V., Lindenstraße 13 III, zu melden. Verein isr. Lehrer der Rheirrprovim und Westfalen. Die Bsingsttagurrg in Münster kann infolge der Zuspitzung der Lage an Rhein und Ruhr bedauerlicherweise nicht stattfinven. Der spatere Zeitpunkt einer neuen Tagung wird bekanntgegeben. I. A.: Ketzler (Münster). Geschäftliche Notizen. Kurbedürftige, welche das Bad Flinsberg in Schlesien anfzusuchen gedenken, werden darauf h'mgewiesen, daß insbesondere das Haus „Rübez a h l" bei modernstem Komfort, erstklassiger Verpflegung und mäßigen Preisen hervorragende Unterkunft bietet. Berkehr Italien—Amerika. Dampfer „G i ul i 0 C e s a r e" der Ravigazione Generale Jtaliama in Genua wird während der Sommermonate auf der nordatlnn tischen Route von Genua nach Südamerika verwelldet. Dieser Dampfer erfreut sich immer größerer Beliebtheit, um so mehr derselbe das am schönsten ausgestattete Schiff ist, welches den Verkehr zwischen Europa und Südamerika besorgt. Die Reise von Genua nach Buenos Aires wird in 13lb Tagen, jene nach Rio de Janeiro in 11 Tagen zurückgelegt. Die schweren Stürme, durch die sich der Atlantische Ozean im vergangenen Winter besonders hervorgetan, und welche auch Dampfer „Giulio Cesare" wiederholt mitmachen mußte, hat die glänzende Stabilität des Schiffes und die tadellose Wirkung der Rolltanks bewiesen. Die prachtvolle Einrichtung der Jnnenräume aller Klassen gestalten die Ueberfahrt mit Dampfer „G i n fi 0 Cesare" zu einer äußerst angenehmen, und sind auch für Passagiere dritter Klasse geräumige, gut gelüftete Schlassäle, Wasch- und Gesellschaftsräume vorhanden, sowie auch eine entsprechende Anzahl geschlossener Kabinen vorgesehen, welche in erster Linie für Frauen und Kinder verwendet werden. Für die Güte des Schiffes spricht die Tatsache, daß derselbe von hervorragenden Persönlichkeiten von Nord- und Südamerika regelmäßig zur Ueberfahrt benützt wird. Neckar-Goldttpleihe. In unserem Anzeigenteil wird zur Zeichnung auf die erste Serie der oprozentigen Goldairleihe, der Neckar-AktienMisellschaft in Stuttgart eingc laden, die vom 7. bis 24. Mai zum Preis von" 9314 % zum Verkauf gelangt. Die Allleihe ist zur Bestreitung der Mittel für die Fertigstellung der beiden ertvcvgreichsten Kraftwerke der NeckarkanaWerumg, nämlich bei Neckarfntm unterhalb Heilbronir und bei Wieblingen unterhalb Heidelberg bestimmt, die Ende 1924 bzw. Mitte 1925 dein Betrieb übergeben werden können und eine Leistungsfähigkeit von. zusammen über 69 Millionen Kilowattsturlden haben werden. Die Teilschuldenverschreibungen sind im ganzen Deutschen Reiche zur Anlage von Mündelgeld geeignet. Zudem wird die Anleihe auf deil Kraftwerken Neckarfulm nnd Wiebliirgen dinglich sichergestellt werden. Deren Vollendung ist durch Verpflichtungen des Reichs, Württetubergs uirb Badelts gewährleillet. Für die Schriftleitung verantwortlich: I. V. Dr. Alfred Wiener, Berlin SW 68. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn freigemachter Umschlag beiliegt. — Verailtwörtlich für den Anzeigenteil: M a x I u n g e , Berlin-Friedenau. — Druck von Rudolf M 0 's s c, Berlin SW 19. Zur Aufklärung. 2n Nr. \\ vorn 15* März 1923 diejes geschätzten Blattes war von L. S.» Eharlottenburg» die Nachricht eingesandt und verbreitet worden» daß unsere Firma auf einer Warenmarke das Hakenkreuz ausgenommen hätte. Sogleich auf die erste Mitteilung hin» die uns inzwischen von vielen Geschästssreunden und Gönnern unserer Erzeugnisse aus alten Teilen Deutschlands zuging» fahndeten wir nach dem möglichen Grunde» der zu diesem Irrtum Anlaß gegeben haben konnte» und kamen schließlich zu der noch allein wahrscheinlichen Ansicht» daß der Einsender der Zeiten die auf unserer neuen Spezialität „Elixir Batäittef“ (unserem Adteittkör) angeführten» den kirchlichen Emblemen entnommenen Areuze mit einem Hakenkreuz verwechselt haben könnte. 2n diesem Sinne war auch die in Nr. 12 vom 22. März 1923 aufgenommene Entgegnung abgesaßt» bis uns dann der Unfug bekannt wurde» daß von fanatischer Seite die in Berliner Bahnen für unseren allseits so geschätzten Triple 8ee Cura^ao gemachte Reklame in Gestatt einer Etikettennachbildung benutzt wurde» um in dem darauf befindlichen roten Wappen ein Hakenkreuz aufzukleben. Mark 1000000.- (in Worten: eine Million Mark) zahlen wir jedem» der uns den Nachweis erbringt» daß wir auf einer unserer Marken ein Hakenkreuz führen» und fordern wir alle Freunde und Leser dieses Blattes zu eifriger Nachforschung aus. Vardinet G.mb.H.. Berlin nwö, Qmtzowstratze 136-139.

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