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Central-Verein-Zeitung · 1923-05-12 · 19 (12.5.1923) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
19 (12.5.1923)
Date
1923-05-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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155 reden, ein Ehrenamt als Vorstand schlecht und recht zu übernehmen, lohnt es nicht, besondere Frauengruppen ins Leben zu rufen. Gewiß, gerade der Judenhaß legt uns Frauen schwere und unendliche verantwortungsvolle Pflichten auf, deren wir uns bewußt sein müssen und die wir mit freudiger Hingabe auch erfüllen wollen. Es gilt, mit viel Takt und Geduld unsere christlichen Mitschwestern auf-. zuklären und uns die dazu erforderlichen Kenntnisse anzueignen. Die leider vielfach unterbrochenen Beziehungen mit den Andersgläubigen wieder aufzunehmen und Zu pflegen und mit ihnen zusammen am sozialen und kulturellen Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes tätig mitzuarbeiten, ist heute mehr denn je dringendes Erfordernis. Vor allem aber harrt unserer die Aufgabe, das junge Geschlecht zu guten Deutschen zu erziehen, die mit ganzer Seele ihr Vaterland lieben, deutsches Wesen und deutsche Art in sah ei ns au gen. Es gilt aber auch, unsere K i n d e r z u g u t e n I u d e n zu erziehen, denen der Glaube unserer Väter nicht nur eine Hülle, ein leerer Schall ist, sondern innerster persönlichster Glaube. Vergessen wir auch nicht zuletzt die Erziehungs- . arbeit anunsse l b st und gestehen wir uns osten und ehrlich ein, daß viele unserer jüdischen Schwestern an der durch Takt und gute Kinderstube gebotenen Zurückhaltung es leider haben fehlen lassen. Wenn wir diese Aufgaben erkannt haben und gewillt sind, sie zu erfüllen, dann bedarf es keiner besonderen Organisation. Unseren Männern, die den Kampf in der Oeffentlichkeit auszukämpfen haben, können wir in der Stille durch unsere Arbeit volle Hilfe leisten. „Der Menschen Würde ist in Eure Hand gegeben!" Frau St. (Berlin). & „Der C. v. ist kein wohltätkgkeitsverein". Sehr' geehrte Schriftleitu na! Vor einigen Tagen sandte 1599 Mark als Dierteljabresbritrag für unsere Zeitung. Ich kann aber nicht umhin, mein Erstaunen darüber auszudrücken, daß Sie nur 300 Mark verlangten. Wir sind im C. V. doch nicht in einem. Vergnügungsverein und auch in keiner WohlWigkeitsanstalt, sondern wir sind meiner Ansicht nach dazu da-, zu sorgen, daß der C. V. seine Aufgabe für uns erfüllen kann und erfüllenmuß, und daß dazu Geld gehört, das sollte jeder wissen, und wer da noch lange gemahnt werden muß, der soll nicht in den E. V. gehen. Unverständlich ist es mir, daß Sie bis heute den Jahresbeitrag noch nicht festgesetzt haben. Wenn Sie das Geld heute nur zehn Tage nach dem 1. April bekommen, dann haben Sie schon Verlust, denn das Geld entwertet sich doch von Tag zu Tag. Ich bin weit davon entfernt. Ihnen irgendwelche Ratschläge m geben, aber wenn wir nickt alle zusammen^ halten und wenn wir immer warten, bis Sie in großer Verlegenheit sind, dann wird die Zeit kommen, wo es wirklich zu spät seindürste. Neulich las ich in der „Deutschen Zeitung" von einem „Arbeiter" aus dem. Rheinland, der der Zeitung einen namhaften gesammelten Betrag überwies, damit sie weiter erscheinen kann, „den Feinden von Ost und Weit und ans Jerusalem zum Trotz". Wotut ein C. V.-Mitglied den- Feinden etwas zürn Trotz? In der Hoffnung, daß ich bald den Jahresbeitrag erfahre, zeichne ich, in der Erwartung, daß alle Mitglieder wenigstens alle Mert-eljahre mindestens li500 Mark für unsere Zeitung ertra einsendenwerden, hochachtend H e t nt n nn Nhei n st e r n , Wir können zu diesem Schreiben nur bedauernd bemerken, daß leider nicht alle unsere Freunde so denken, wie Herr Nheinstern. Tüten sie es, so könnte der Central-Derein ganz anders, als bisher, gegen die Germer des deutschen Judentums austreten. Hoffen wir, daß diese Zeilen aufrütteln und bekehren. Freunde fragen an, ob sie in diesem Sommer südbaherische Kurorte und Sommerfrischen besuchen sollen. Gewiß gibt es in Südbahern eine Reihe von Orten, die, wie Garmrsch-Vartenkirchen, nicht nur für den Schutz, sondern auch für die Wahrung der Ehre der in ihnen weilende,- jüdischen Sommergäste einzutreten gewillt sind. Solche Orte zu meiden, wäre infolgedessen töricht. Jedoch ist in der Auswahl der Orte unbedingteste Vorsicht geboten. Im allgemeinen soll derjenige, der auf baherrsche Sommerfrischen verzichten kann, sie unbedingt meiden. Insbesondere empfiehlt es sich, den Aufenthalt in München so kurz wie möglich zu nehmen. Die meisten der kleineren Orte sind durch Judenhaß verserrcht. Vielfach tritt die Bewegung im Sommer zurück, um im Winter desto stärker anfzutreten. Deshalb raten wir jüdischen Nichtbaherrrr Haltet euch von allen baherischen Kur- und Sommerplätzen fern, von denen ihr nicht genanestens wißt, daß ihre Leitung, insbesondere ihre Bürgermeister, Gemeinde- und Kurverwaltungen, jüdischen Besuch wünschen. 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