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Central-Verein-Zeitung · 1923-05-12 · 19 (12.5.1923) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
19 (12.5.1923)
Date
1923-05-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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154 Grundgedanke des Archivs als so einleuchtend und notwendig empfunden worden wäre. Die Aufgabe des Gesamtarchrvs ist es mm, die zur laufenden GeschäsLsführuNg nicht mehr benötigten Urkunden und Akten aller jüdischen Gemeinden, Vereine und Stiftungen Deutschlands an einem Orte zu sammeln, fi-e durch fachgemäße Aufbewahrung vor Verzettelung und Vernichtung zu schützen und durch Ordnung und Verzeichnung ihre Nutzbarmachung für Wissenschaft und Verwaltungs- Praxis vorzubereiten. Aus der Erkenntnis heraus, daß die Akten der Synagogengemeinde eine wichtige Quelle zur Geschichte der deutschen Juden darstellen, daß in ihnen das Leben 'eingefangen ist, wie es in den jüdischen Gemeinden sich dargestellt und geformt hat, haben denn auch bisher an 400 Gemeinden, darunter neben Berlin, dessen Akten das Rückgrat des Gesamtarchrvs bilden, Großgemeinden wie Tarmstad k, Halle, Karlsruhe, Königsberg, Leipzig und Stettin und — was ln sonders bemerkt sei — fast sämtliche posenschen, westpreußischen und schlesischen Genreinden ihre zum Teil sehr umfangreichen und bedeutenden Archivalien dem Gesamtarchiv als LeihguL, u n t e r vert r a glicher W a f) t u n g i h> res E i g e n t n m s r e ch t s, übergeben. Große Verbände und eine ganze Reihe von Privatleuten sind nicht minder durch Abgabe von Akten und von Dokumenten allgemeiner und samiliengeschichblicher Bedeutsamkeit am Aufbau des Gesamtarchivs beteiligt; es verdient besondere Hervorhebung, daß sich darunter auch eine vielbändige aus bayrischen Staats- und Stadtarchiven geschöpfte Sammlung Zur Geschichte der bayrischen Juden befindet, die der Münchener Grohindnftrielle David Wassermann mit großer Liebe Zur Sache hergestellt und dem Gesamt archiv geschenkt hat. Von der methodischen Arbeitsweise und dem kräftig pulsierenden wissenschaftlichen Leben des Archivs gab eine seit 1908 erscheinende — nunmehr leider eingestellte — Zeitschrift, die „Mitteilungen des Gesamtarchivs" ein instruktives Bild; ja das Geiamtarchiv konnte unter der Leitung feiites? ersten Archivars, des von Ausgabe zu Ausgabe vorwärts drängenden, von Ideen und Anregungen übersprudelnden Dr. Taubler, der jetzt an der Züricher Universität als Geschichts- Professor wirkt, als ein Sammelpunkt der Studien zur Geschichte der deutschen Juden gelten. Auch hier hinein hat der Krieg mit rauher Hand gegriffen. Er und vor allem sein Ausklingen hat ein Zusammenschrurnpfen des Beamtenapparates gezeitigt und damit den Aktionsradius des Gesarntarchivs auch erheblich eingeengt. So .mußte das Gesamtarchiv auf viele weit ausgreifende Pläne der Vorkriegszeit verzichten und sich in vielem bescheiden; aber .auch diese Selbftbescheidung hat ihre Grenze. Sie hat ihre Grenze in der Erwägung, daß das Gesamtarchiv sich selbst aufgeben würde, wollte es nicht jede Möglichkeit zur Propagierung seiner Hauptaufgabe ausnutzen und wie hier und heute bei jeder. geeigneten Gelegenheit zur Sicherung, Sammlung und Konzentrierung der Dokumente des jüdischen Gemeinde- und Kulturlebens in Deutschland auffordern. Sache der Gemeinden, Vereine und Privatleute aber ist es, diese Anregung aufzunehnrm und die archival sichen Schätze des Gesamtarchivs wieder reichlich zu vermehren. Alle die aber, die es angeht -und die es. vermögen, seien aufgerufen., die Stützungsaktion des Joint zu ergänzen und zum Fortbestand eines Instituts mit beizutragen, das .erst durch solche Hilfe zur vollen, auch in Publikationen sich auswirkenden Entsaltung gelangen kann. „ . <m_ Sin- Zrauengruppen notwenöigl Gestatten Sie mir, zu der vor kurzem in Königsberg erfolgten Gründung einer F r a u e n g r u P P e des C. V. meine Gedanken offen auszusprechen. Daß es die dringende Ausgabe einer modernen Frau ist, sich mit allen Gegenwartsfragen auseinanderzufctzen und sich Klarheit über sie zu verschaffen, bedarf wohl keiner ausdrücklichen Feststellung. Ganz besonders die deutsche Jüdin hat hier große Versäumnisse uachzuholen und ihr erwachsen in der gegenwärtig sich in so wüster Form ausdrückenden Verhetzung durch die uationalsozialiftifche und anLifemitische Bewegung schwere, verantworümgsreiche Ausgaben als Deutsche und Jüdin. Der Tageskampf weltanschaulicher, sozialer und politischer Meinungen mit seinem lauten und oft sehr häßlichen Getriebe ist jedoch schwerlich das Feld für das — geben wir es offen zu — „zartere" Geschlecht. Die Frau, die ihre höchste Pflicht als Weib u n d Mutter erfüllen will, darf nicht in die Arena des politischen Kampfes hmabsteigen. Uns fehlen doch — man mag das bedauern und eine Entwicklung befirr- Worten, die hier gründlich Wandlung schafft — durch die auf gänzlich andere Ziele ei n gestellte Erzieh un g und die Jahrhunderte währende Abschürung der Frau von allen ProblemeU der allgemeinen Sozial- und Mrtschaftsfragen wie auch der PoliE alle Voraussetzungen, um in großer Oeffentlichkeit erfolgreich mit* arbeiten zu können. Gewandtheit und Sicherheit im Auftreten, rednerische Begabung und politisch^ Schulung mangeln doch in weitem Ausmaße den meisten Frauen. Am nur in Versammlungen mrtzu- Ir4* ji liTiTtfl t 3* \ 99 NGl- GENUA Der Luxus-Tarbinendampfer GIULIO CESARE 22000 Tonnen, 4 Schrauben Geschwindigkeit 20 Seemeilen pro Stunde, der ^Mstvigazione Generale ffaliana“ führt ah Genua am: 9 9 9 nach New York (über Neapel) 20. Juni 31. Juli 7.Sept. Genua—Sfew York .. in 10 Tagen Neapel—New York .... . in 0 Tagen Ferner Dampfer Principena Mafalda ab Genna J4 M»| jMJ nach Barcelona, Rio de Janeiro, Ji. 131 J Montevideo tmd Buenos Aires. Auskünfte erteilt die "Vertretung der „Navigation« Generale Italiasa“ in Häuft eben; M affeistrasse 14, Telephon 27464, in Berlin: Unter den Linden 47. m billigt Mllg M Lerliii. Zeder kiest gern eme Kettrrng mrK der Reichsharrprstadr, weil e>ie pxt* LMschrn, kuttnreüerr it wirHchaMchenFrage«, Sie das deuksctze Volk bewegen, irr der Reichs-- pilnkk haben. Lesen Sie Sie „Berliner Morgen- Zeitung" Mit ihren treffenden Leitartikeln, großem Unterholtangsteil und vo Mündigem Kurszettel. Bestellen Sie ei-nDionatsaborruement zur Probe bei dem Verlag der Mit MW-Iillmi Berlin SW 19, oder bei Ihrer Pvstanftakt. 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