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Central-Verein-Zeitung · 1923-03-29 · 13 (29.3.1923) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
13 (29.3.1923)
Date
1923-03-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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102 •? Die sächsischen Keiertsgserlasse, die den Reichstag in seiner. Sitzung vom 22. März beschäftigten, veranlaßten den Reichsminister O e s e r zu der Erklärung, er habe die Länder darauf hingewiesen, daß bei der gegenwärtigen innen- und außenpolitischen Lage Strafverfolgungen wegen Schulversäumnis vermiede n werden müssen. Der Minister stellte eine gesetzliche Lösung der Frage für die allernächste Zeit in Aussicht, so daß damit zu rechnen ist, daß Verfügungen von' Kultusministern einzelner Länder nicht wieder die Gefühle gläubiger Kreise verletzen können. Gründlich abgcsührt. Zn der Dresdener Stadiverorduetenversalmu- Xintß hatte der deutschvölkische Dr. G r u h l das Gesetz zum Schutz der R-ednbl'ik als ein Gesetz zum Schutz des Judentums bezeichnet. Wie wir den „Dresdener Neuesten Nachrichten" entnehmen, hat der demokratische Stadtverordnete Wilhelm Herz sehr schlagend diese eckt völkische Behauptung widerlegt. Herr Herz führte aus: „Ich glaube, das; Leute wie Stresemann, Heintze, Stinnes von der Deutschen Voltspartei, Leute wie >Lpahn, Herold, Prälat Mansbach vom Zentrum, um nicht von der gewaltig großen Anzahl der christlichen Abgeordneten in den anderen Parteien zu. reden, die für das Schutzgesetz eingetreten sind, es weit von sich weisen würden, Gesetzen zrizustimmcn. die nur ausschließlich dem Judentum zugute kommen. Herr Dr. Gruhl verlangt Gerechtigkeit und Duldsamkeit auch für seine Partei und sieht das Schutzgesetz als das größte Hindernis dagegen an. Er hatte nur beizeiten dafür Sorge tragen sollen, daß diejenigen feiner Gesinnungsgenossen, die mit Maschinenpistolen 'und Revolvern Gerechtigkeit und Duldsamkeit verbreiten — ich erinnere an den Rarhenau-Mord — nur mit geistigen Waffen für ihre Weltanschauung eingetreten wären, dann wäre sicherlich das Schutzgesetz nie notwendig gewesen, dann wäre es auch nicht erforderlich gewesen, die sogenannte „Judenregierung", an deren Spitze Cuno steht und in deren Kabinett, nicht ein einziger Jude sitzt, durch eine Gesetzgebung vor Verunglimpfungen niedrigster Art zu bewahren." Die vereinigten Verbände beimattreuer Oberschlefier veraustalteleu am Sonntag, den 18. März, in Breslau eine Kundgebung mit Gottesdiensten. Für die jüdischen Oberschlesier wurde in der H a u p t s i) n a g o g e ein Festgottesd'ienst angeordnet. Das hat Herrn Hitler ganz aus de m H ä n s - ch e n gebracht. Er schreibt in seinem „Völkischen B e o b a ch t e r": „Es ist doch wahrhaftig, um an die Wände hinaufzuklettern. Oberschlesien wurde von den Berliner Hebräern, verraten, und diese fordern Israeliten zum Gottesdienst auf..." Vielleicht sieht Herr Hitler ein, daß es doch nicht so einfach ist, aus Oberschlesien ein zweites Bayern zu machen. Daher die Wand- Ketteveü Katalog des Jüdischen Lichtbilderarchivs. Soeben ist das Verzeichnis des Jüdischen Lichtbilderarchivs erschienen. Es enthält die Lichtmlder, dle zum Teil Eigentum des Jüdischen Oichtbilderorchivs der sind, zum Teil von der Freien Jüdischen Volkshochschule zu Berlin und Herrn Dr. Karl Schwarz den; Archiv zur Verwaltung übergeben sind., Das Unternehmen kann dadurch unterstützt und gefördert werden, daß man. ihm geeignete Sammlungen von Lichtbildern zur Verwaltung überläßt oder genaue Verzeichnisse solcher Sammlungen zur Eiuvechung in den Katalog einsendet. Für sachgemäße Aufbewahrung und Verwaltung ist Sorge getragen. Die Bilder worden je dem I n teressente n unter folgenden Bedingungen zur Verfügung g e sie l l t: Alle Kosten, sowohl der Korrespondenz wie den Versendung der Bilder, hat der Entleiher zu tragen. Die Versendung erfolgt unter Wertangabe, die Rücksendung muß in derselben Weise erfolgen, die Leihgebühr beträgt für jedes Bild 1 Mark. Me Rücksendung ' der Bilder muß unmittelbar nach dem Gebrauch' erfolgen. Zuschriften und Geldsendungen' sind cm den vorläufigen Verwalten des Archivs/ Robert Hirschfeld, Lehrer, W 15, Joachim schaler Straße 14, zu richten. 75. Geburtstag Ulrich Franks. Die untrennbare Einheit, zu den. Deutschtum und Judentum innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft im Reiche innig verschmolzen sind, hat in ihren vielen Erzählungen eine Schriftstellerin dargetan, deren die Leserschaft in diesen Tagen dankbar gedenken wird. 1l. Frank oder Ulrich Frank, wie sie sich auf dem Titelblatt ihrer Romane und Novellen nannte, Frau Ulla Wolsf- Franksurter, begeht am 2. April ihren 75. Geburtstag. Ihre Schilderungen der emporblühenden deutschen Reichshauptstadt in den siebziger und achtziger Jahren haben einen großen Leserkreis gefunden und gefesselt. Uns interessiert aber vorwiegend die treffliche Darstellung des deutsch-jüdischen Familienlebens in Schlesien, wie es uns so lebensvoll aus ihren vielerlei jüdischen Geschichten entgegentritt. Ohne Tendenz, ohne jede Absicht zeigt sie uns darin, wie innig sich da Judentum und Deutschtum dnrchdringen — tendenzlos, und darum umso überzeugender. Die Kompant, Franzos, Herzberg-Fränkel und selbst A. Bernstein haben ein räumlich und besonders zeitlich entlegeneres Judentum geschildert, U. Frank zeichnete das schlesische, das deutsche Juden,turn.von h oute oder doch einer uns näheren Zeit. In die guten Wünsche, die ihr vielfad) zum 75. Geburtstage dargebracht werden, darf sich auch der,eine mischen, daß die noch so geislessrische Frauaus dem Schatze ihrer jüdischen Erfahrungen und Erinnerungen wieder einiges spenden möge. I. L. Brblisch-talniudische Kurse am Nabbinerscminar zu Berlin. 1. Die Kurse werden täglich in den Räumen des Rabbinerseminars (N.24, Artilleriestraße 81) von Dozenten der Anstalt erteilt. 2. In ihrem Mittelpunkt steht das Studimn des Talmud, dem täglich drei Stunden gemeinsamen Unternichtes und mindestens vier Stunden der Vorbereitung zu widmen sind. 3. Der Unterricht ist unentgeltlich und beginnt am 1. Jjar. 4. Zur Teilnahme sind junge Leute berechtigt, die eine höhere Schule bis mindestens zur Reife für Obersekunda besucht hoben. 5. Bewerber müssen sich verpflichten, an den Kursen mindestens während dec Dauer eines Jahres teilznnehmen. 6. Bewerbungen sind an Herrn Dozenten Dr. Moses Auerbach, Berlin 6. 25, Dircksenstr. 45, zu richten. Persönliche Vorstellungen ebendort (Montag bis Donnerstag 8—9 Uhr morgens) oder in der Bibliothek des Rabbinerseminars (Dienstag und Donnerstag 12—1 Uhr). Große Deutsche Kunstausstellung. Vom 15. Mai bis 15. Oktober findet in Karlsruhe die Große Deutsche Kunstausstellung statt. Hierbei ist auch -eine A b t e i l u n g f ü r a l t c u n d n e u e j ü d i s ch - s h n a ö v g o l e K itn st vorgesehen. In dem einer: der hierfür zur Verfügung gestellten Räume soller: fhnagvgale, in dem anderen häusliche- Kultgegenstände ausgestellt werden. Zur Dvrbereituua dieser Abteilung, deren-'künstlerische Leitung Professor Gustav'Wolf (Karlsruhe) übernommen hat, wurde beim Obe r x a t d e r b a d i s ch e n I s r a e - liten ein Ausschuß gebildet. Ter Ausschuß hat die Aufgabe, im Bevelimcu mit der AuLstellnugs!eitung rrnd dem Badischen Landesgewerbe-' amt für die Einrichtung der jüdischen Abteilung zu sorgen. Um ein vornehmes ur:d würdiges Bild der jüdischen Kunst geben zu können, woranallen deutschen Inder: gelegen sein muß, ist es notwendig, daß die Abteilung mit hervorragenden Stücken jüdischer Kunst beschickt wird. Es ist zu hoffen, daß die Gemeinden und GerneinderniLglieder. die im Besitze hochwertiger jüdischer Kunstgegenstände sirrd, gern bereit sein werden, diese d e r j ü d i f ch e u 'b teil un g zur Verfügung zu st c IX e n. Nähere Auskunft erteilt der Oberrat der badischen Israeliten. „Caiiis Heiiraci." In einer Sitzung des Wiener Gemeinderates hat kürzlich der jüdische Vertreter Dr. PLaschkes erwähnt, daß sich auf dem r Wiener Judenplatz noch immer die Tafel „^ani8 Hebraei" befindet, f weiche die Erinnerung daran fefthält, daß im Jahre 1421 die „Hebräer- Bluf/ineri jar FLUGEL-P/ANiNOSW ^ALLEINVERTRIEB I für Groß-Berlin u,Umg.» laniaj Grosser* Preis f (Sigshsiel Aäszeishnung)^ rsSirfüratendaram 228^ ßucano/a- Kunstpiel-Pianos und Flügel S'tpl. 13717 Vad Harzburgj Hotel Victoria. Erltklaff. Verpflegung, eigene Konditorei. Zimmer I rnit Bad u. fließendernWasser. Zentralheizung.Lift. I 'GeseüschaftSräume. Besitzer: Gebe. Dielh. I SaöenweUer ssüdl. Bad. Schwarzwald, 400 m Höhe, Reiseweg v. Nord. üb. Stuttgarc-Jmmendingen- Freiburg) hotelNömerbaS mammmmmmasmam TöKterheim Manha Seligmann. Wissenschaft!iche und geieUschastliche Weiterbildung, lmrvfensaffe 16. Kleine Anzahl von Schülerinnen. w Der Unterschied zwischen der althergebrachten Ofenheizung und der neuzeitlichen Narag-Heizung liegt in. der außergewöhnlichen Leistung des 2farag- Ziviimerlieizkesseis* der durch die mit ihm verbundenen Heizkörper 3 bis 8 Räume einer Wohnung in vollkommener Weise beheizt. Die M-Heizung spendet Tag und Nacht eine gesunde, immer gleiehmässige Wärme, ohne wesentlich mehr ßiennstoff zu verbrauchen, als ein gewöhnlicher Oien zur Beheizung eines Zimmers erfordert. Kein Keller und kein Wasserieitungsanschlussnotwendig, daher leichter Einbau in alte und neue Gebäude pniaifpMMffMsmm nürL BERLIN W66 Ständige Ausstellung; Wilhelmstrasse 9l» B«schrellittn$ Nr. Sk kostenfrei. oooooooocoooooocK>3cx3ooooQOcx:Qoooooexj 8 Narag-Heizungen 8 8 sind besonders vorteil- 8 8 haft für Landhäuser, Villen, 8 8 Etagenwohnungen, für Bureaus § 8 und Läden mit Nebenräumen, 8 8 fiir Kinos, Garagen, Dach- 8 8 geschossausbauten 8 § usw. § CKDOOCODOOOOOOOOCOOOOOOOOOOOOOOOCXXXJQ

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