Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1923-03-29 · 13 (29.3.1923) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
13 (29.3.1923)
Date
1923-03-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
78% known words query
IRI
…/2277379-2277415-2277428--00529-2279664
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ein Schvtfatt. RachdeKklicheK pm Prozeß Hsttenrstt. - Eine Berliner Korrespondenz verbreitete kürzlich die Nachricht, daß der wegen Geisteskrankheit entmündigte Graz Pückker ans Tschirne, der als antisemitischer Agitator früher sehr bekannte „Dresch-Gras", einen Antrag aus WekgängigMachung seiner Entmündigung gestellt habe und sich anschjcke, wieder in das öffentliche Leben zurückzukehren. Wenn die Nachricht zutrifft,, dann beweist sie, daß der geisteskranke Gras die Zeitereignisse aufinerksam. verfolgt hat. Die Beobachtung so mancher VorMnge der jüngsten Zeit,, nmnentlich solcher, die sich irn GerichAfaal Qbfpielten, werden ihm die Ueberzeugung beigebracht haben, daß er, ob entmündigt oder nicht, die Konkurrenz ferner Gesinnungsgenossen nicht mehr zu scheuen braucht. In der vorigen Woche wurde der Hauptschriftleiter der ^Mitteldeutschen Presse", eines der fanatischsten Organe des Judenhaffes. Herr Hottenrott, von dem SkaatsgerichtshOs zum Schutze der Republik wegen BekeidiWng des Beichsprsfidenten und Mehrerer Minister.'sowie wegen Verstoßes gegen das Gesetz MM Schutz der RepuMk zu zwei Jahren seckK MmWien GefänW'is und hunderttausend Mark Geldstrafe verurteilt. Die EinzeHecken dieser Gerichtsverhandlung die durch die Presse noch nicht bekannt geworden find', entbehren nicht des- Interesses» - Im Ton der SeLWverstandlicWsit. bringt Hottenrott ohne den Schatten eines Beweises alle jene UngeheiErlichkeiten wieder vor, cms denen er seine Artikel fabriziert. Minister Mckhenau hat den BolWewiPerr Radek im Berliner Gefängnis besucht, um mit ihm ,^ie kormmMipschen Grundsätze^ auszu arbeiten. Ter Reichspräsident Ebert hat 1917 den Mrmitwnsstreik orgauifiert. Im übrigen ist er für Herrn Hottenrott nicht Reichspräsident, denn „was der Reichstag beschließt, ist den Rechtsstehmden gleichgüLtig". TM Wmckat auf ScheidemLNu. war enre Komödre. Den RathenM-Mord' hat „die NeichsregieMmg inszeniert, um das erkaltende Jrckereffe für die Republik wieder anzuseuern." Wer ist mn NntLracMW des Reiches fdpM Antwort:. „Tie Inden." Der jüdische Materialismus durchsetzt den deutschen Idealismus und erMLgt ihn zum Schluß. Ws der Vorsitzende des Staatsgerichtshofs, Reichsgerichtsrat Niedner, Herrn Hottenrott -nach den Beweisen für seine Behauptungen fragt, kommt immer nur die eine Antwort: Graf Redentkow oder die und die Zeitung und- „ich hatte nicht' Zeit genug zur Vorbereitung". Herr Hottenrott betont mit besonderem Stotz, daß er aus einer ritterlichen Familie stmnMt und daß einer feiner Vorfahren den deutschen Kaiser Heinrich IY. nach Kanossa begleitet hat» Minder gern verweilt erbei der Tatsache, daß er trotz dieser prourmenteu Ahnen s e ch z e h n m a l v o r b e st r a f t ist, nicht nur ivegcn Beleidigung, sondern auch wegen Erpressung und Diebstahl. Die Familie bestimmte ihn zum Geistlichen.- Er aber wollte Arzt werden. Das gestattete mau ihm nicht. So wurde er Arbeiter, daun Kaufmann. „Was ich heute bin, habe ich mir selber zu verdanken. Darauf 5m ich stolz." Herr Hsttenrott ist a& Jrch-rvidualität gewiß keine imteresssnte Perföulrchtekt. Aber er ist wichtig als Ayurptcmt. Diese lij^aig von GefMftGktkseWrtisrmls, naiver KritiLlostgßeit, Größenwahn (er vergleicht sich mit Lrrther mrd Men großen Flchrernaturen der Vergangenheit und Gegenwart) und einem Fanatismus, der die Grenzen des Pathologischen häufig überschreitet, find Kr zahlreiche Erscheinungen unserer Tage symptomatisch und vortreWch geeignet, auch einen Grafen Wickler wieder auf den Plan zu rufen. Als Theodor Momms e n sich vor dreißig Jahren mit dem AntistMMsrnM beschäftigte, da meinte er, sich xnd anderen zum Trost, daß über Ahlwardt hinaus die Pest doch nicht steigen könne. Wie unberechtigt ein solcher Optimismus war, haben wir -in dem letzten JahrMrft schaudernd selbst erfahren. Es wäre vollkommen fatsch, diese EntwiMMg, die nicht sorgfältig genug beoHachtet werden fern, lediglich vom jüdischen Standprmkte ans als eine Gefahr MWrsehen: sie ist eine Gefahr.Kr das Deutschtum und die deutsche Rultur. Der beLmmte konservative Schrfftfieller Adam Boeder, der Herau-sgL'ber der' „Süddeutschen KmmrvMvM Korresponde'uzfi hat sich in sein em Orgsw erst vor kurzem mit die reu ZufVmnenhLWen befchästigll Er spricht von xener PoWschen Hysterie, die sich „miß dem Stimulans des WMMitisMus belastet, als eiM deutsche Geistessenche in unserem BM mrsbreitetfi und er richtet eine ernste Mahnung an die „Gerechten, die Sachlichen, die Vornehmen, die ihrer Verantwortlichkeit sich Bewußter^- den Antisemitismus als d>as schleichende Gift zu erkennen, mit dem d^e moralische WiderstandMhigkeit des Volkes ^brochen werden sollD Damit ist der Kern der Sache bezeichnet. Erst wenn die Er-kerMkmZ' allgemeine wird, daß die Meiflige Gesundheit des deutschen Volkes bedroht ist, wird an eine erfolgreiche Bekämpfung der Epidemie zu denken sein. M, gLraVemmr-strer. Zeit, <ruf die LuffÄ-HW MreMk« Zwisthen den SchiKft'lm. der DeMschmr xmk der Irrdem hmgewiesen. Das Erlebnis urchLer Tkrge bereichert sie dArch einen neuen Zug. Der. Wwehrbampfi den Deutschland jetzt gegen den Ein? brnch sranKfifch--Lekgffcher' Regimenter' rm Wefleni mit den Messendes Geistes und derbeharrlichen^ Geduld zu führen HM, wird nicht für Deutschland allein, sondern zuAeich für die Gedank en des W echts, der Freiheit und der SMDestmrMng ausgefochken.. Sn ist auch rnnerhal'b DenffchkaMs der WWehrkaMps, der den LwMen Indem ausgeM-unMN wird, kein Kampf Krihre -eigenen JickeresM, fonderm zugleich ein solcher Kr deutsche Kultur und derckfcheT Recht. „Das schönste Los/, sagt emmak Ranke, „fällt dem, te es LeWeden ist, in der eigenen Sache die allgmnem-e zu verteidigen." Innins. Hitlers Gruß m Cuno. Der ,JO ö I f t f che B e ü B a ch t-e x" hat es sich nicht nehmerr lassen, Herrn Reichskänzker Enno bei seinem Besuch in Mnstcherr durcheinen Festartikek zu grüßen. Er schreM dem n&exffim BeaMten des. Deutschen Reiches Mgendes ins^ Stammbuchr „Wir sehend daß die völkische Bewegung im ganzen Norden von dem StaatsgerichLshof zum. Schlche der Bevorrechtung des ZudenLmns offiMÜ. .werboten^ ist; daß Männer, die Oberfchtefien mit ihre-M Mute retteten, im Gefängnis sih6!n, daß aber die Eohns Md Levis MMhMdert msser Bo-lk au die Feinde verraten rt in Hnud-erten tmx MrMWern gegen jede nationale Rettung Hetzen-. Wir erklären hier zum hmÄerGen Male: Ein ReichskanKer, der es sich nicht auf sich. rmumch mit diesem Gelichter reinen Tisch zu. machen, kann ein WnzeR Wlk nicht zur sicherzm Abwehr führen." Rach der Rückkehr des KeickManzlers von semmr Münchener Wnd Stuttgarter Reise drängten die Führer der Frerh-eickL-pEr- Lei — wie die letzten Enthüllungen zeigen, nur noch eine FiLicrle Hitlers — Herrn C n n v, sie zu e m P f n n g e n. Durch MHWhetz llmvohlsein. des -Herrn Reichskanzlers mußte die NnterredMI asaf* geschoben werden Hoffentlich, machen die FreiheiNMrer Herrn Cnrro klar, wie ihre von den Frcmzvstn stürmifH 'LEgrZWe MechWde der Verhetzung und des Staatsstreiches, vir ihMen m dWsLM Scheckscckstagen die Ritterschaft der franSöfrscherr EHrenleg i o n embringenmüßte, das deutsche VM „zu einer stcherem Mwehr" führenkann. KMtsLisR eKKÜßher Iuöenhafser m deNtschlüRö. Im „Völkischen .Beobachter" und in der Deutschen Zeitung" erschienen in diesen Tagen im JrfferckLeriEM — also MMN Mte PfrmdtzeKkPrMg — AufrnK der englischen AntisMite-Mzruppe „The Britons" rM der Ueberschrift: „ Deutsch-Volk ficke!" Während der „BMischo BeoGWcht§r^ deW englifchen. Text schainhaft feinM Lesern vorenthielt, versUerMW das „Gott strafe Engkand-Maft", die „Deutsche ZntungZ. Mbeueinander den englischen und den deutschen Tech: Was haben The Britons den Hitlerul l'ille. Sottenzu fcrgenf „Seid Ihr des imre, daß. die heNtige HcsMHMKW der fremden Wechselkurse ausschließlich m JudsMhand Ikgi? Die Inden wollen DmtiMmd. dem BolschewD.MNs ÄeraMtWorterr, wie sie es mit Hußland getan hnbent Tie Juden in England sollen nach Palästina gebracht werden. Dar-um schickt Enre Juden auch dorthiuk Die Juden find eine afiatfiche Raffe und g-ehEm Mcht nach Europa.! Deshalb nrüssen sich alle nordischen Völker MMk diejft WMgestchr zrpMMMLU-ttcn — oder die JudLn werden Viel wichtiger, als das Vestchen dieses Im TnAlMd mm Berborgenen blühenden, von LeÜNe-M PvliWer ernst pmn Menseindtichen Grnppchens> ist uns die Tatsal^. Vast die jndenferndliche Internationale besteht und lebt Wr Machrrmg ihrer heiligsten Güter, des Hasses und der Melch Wide rspruch in sich selbst ist mm errMWee Mchmf in entern deMfchMLiMW WMe, drM den Krämergelst deseWGWhen Handelsvo-kkes WNd die TreMSMeR AMons in einem BteWMM mit SchDähMMN gegen das deutsche ZMdentMM aussprrchtk M scheint so, als ob die Iudenhaffer Mer ILrcker m ihrem WindmWgen Fa-natismus so eiuMstellt sind wie Nüsse re DeNtsch-vo r° tischen am der Ruhr:, erst VerwiMichUKg ihrer gMej, Vernichtung des JudentuMs, xmb dann das MterkMd,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.