Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 11 (15.3.1923)
- Date
- 1923-03-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer ISoM. Serün, 15. März ZH23 II, Jahrgang ♦ Nr. 11 Blätter füriteulfichtam unöluventum ortzan des lLntrat-Vereius deutscher StaatsvüryerjüMcden vlauvrns Zeimn^ des Judentums Verlag u. Schriftleitung: Central-Verein öeutfcher Staatsbürger jüöifchen Glaubens e.v. Lerlin SWHS, Linöenstr. 13 Fernsprecher: Amt Dönhoff 3594, 3595- Postscheckkonto: Berlin 30472 Die Zeitschrift ist nur durch die zuständige Postanstalt zum Preise von vierteljährlich M. 1200,— zu bezie-e» Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-ExpedUion Rudolf Mosse, Berlin 8W 19, und deren Filialen. Anzeigenpreis: M. 1200,— für die 7 gespaltene Zeile nach Rudolf Mosses Normalzeilenmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder des Central-Bereins mit 50^ Nachlaß. Die 90 nun breite Reklamezeile M. 5000,— Helfer der Zranzofen. Deutschvölklsche Zerstörer -er -rutschen Mwehrfront. „Seit acht Wochen üben die französischen Militärs auf Geheiß der in Paris herrschenden Politikerclique eine beispiellose Gewaltherrschaft in dem friedlichen, waffenlosen Ruhrtzebiet aus. ' In dieser Zeit sind unzählige Menschen ihrer Vaterlandsliebe und ihrer Neberzeugungstreue loegen mißhandelt, eingekerkert und geschunden worden und eine Mordtathat'sich an die ckn de regereih t." Solche erschütternden Worte klingen aus allen deutschen Zeitungen. Brennende Scham erfaßt uns, daß wir uns so grenzenlose Herausforderungen auf deutscher Erde bieten lassen müssen. Unsere heißen Herzen schlagen denen entgegen, die die Beute fremder Willkür geworden sind. Jedwedes Opfer freudig und wortlos zu bringen, geloben wir den Brüdern und Schwestern an Ruhr und Rhein. Alles sei hintangestellt, von jedem inner- * politischen und wirtschaftlichen Gegensatz so lange kein Wort, bis der sichere Erfolg unseres unbeugsamen Widerstandes verbürgt ist. Nur wer so fühlt, wer so denkt, wer danach handelt, darf dieses wunderbare Wort Vaterland wahrhaft sein eigen nennen. Und wer dabei nicht mitwill, und gar absichtlich, dem möge für sein Verhalten das Wort in die Ohren gellen, das noch immer das schimpflichste im Staate war: Vaterland s v e r r ä t e r. Es ist widerlich, hier sagen zu müssen, daß der j ü d i s ch e Deutsche an der Ruhr genau so wie seine christlichen Volksgenossen unter den französischen Bajonetten leidet/ daß jüdische Deutsche mit den französischen Kriegsgerichten und ihren grausamen Strafen die gleiche Bekanntschaft machen wie die christlichen, daß der Opfermut der jüdischen Deutschen nicht um Haaresbreite hinter dem der anderen Volksgenossen Aurücksteht. Und warum muß diese widerwärtige Feststellung erfolgen? Weil im besetzten und unbesetzten Gebiet deutschvölkische Hetzer am Werke sind, unsere jüdischen „Frontkämpfer an der Ruhr" genau so mitSch m u tz zu bew er fe n wie die deutsch-jüdischen Frontsoldaten des Weltkrieges. Darüber hinaus aber wird — man höre und staune! — dem „internationalen Judentum" die Schn l d a n der Bes e k u n g d e s Ruhrgebietes zugeschoben. Mit voller Absicht sei sie von den Juden veranlaßt. Und daher sei für jeden Deutschen die Befreiung „von den Fesseln der jüdischen Internationale" ebenso wichtig oder gar noch wichtiger wie die. von der Franzosenherrschast. Entsprängen diese Narreteien der. tollgewordenen Einbildungskraft eines einzelnen Judenfressers — wer würde fie nicht herzlich gern totschweigen oder lächerlich machen? Da aber solche Gedankengänge von den deutschvölkischen und na tionals0zialistischen Zeitungen täglich Tausenden von Lesern mit..blinWvütiger Gehässigkeit vorgetragen werden, steht fest, daß ihre Verbreitung e i n e m w 0 h l ü b e r l e g t e n P l a n e entstammt. Doch vor weiteren Worten die Beweise. Graf E. R e v e n t l 0 w schreibt im „R eichs w a r t", dem führenden Blatte der „Deutschvölkischen Fveiheitsparter": „Die Deutschvölkischen stehen ohne weiteres da mit allen zusammen, die die Fremdherrschaft mrt jeden Preis bekämpfen und beseitigen wollen. Sie sind sich aber bewußt, daß alle diese äußeren Feinde in der Hand des Weltjudentums sind. Wenn die große jüdische Zentrale New-Uork-London es so beschlossen hatte, dann würden die Franzosen morgen das Ruhrgebiet und was ihnen sonst auferlegt würde, räumen /. ." (Nr.^10 vom 10. Mürz 1923.) Und im gleichen Aufsätze erkühnt sich R e v e n 110 rö folgende schändliche Verleumdung auszusprechen: . . Alle jene Juden, welche Deutschland heute beherrschen, sind nicht einsichtslos genug gewesen, um den wahren Stand der Dinge zu verkennen, sondern sie haben so gew0llt und kalt berechnend unsägliches Unheil über Deutschland und das deutsche Volk gebracht. . . Die „D eutsche Z e i t u n g", die in jeder Nummer An- Wurf aus Anwurs gegen Juden und Judentum häuft, gibt dem nichts nach: „Jawohl, wir wollen nicht Sklaven sein, niemandes Sklaven, aber wer sich untersängt, die Freiheit von den Franzosen zurück- Zuholen, der muß zuvor die Fesseln der jüdischen Internationale abgestreift haben." (Nr. 117 vom 10. März 1923.) Richard Kunzes „De-utsch es Wochenbkatt" stößt in das gleiche Horn: „Das zur Rettung Deutschlands Notwendige zu unterdrücken, dagegen alles zur Erhaltung der Judenmacht zu tun, war ja immer die Aufgabe der Internationalisten. Sie arbeiten deshalb auch sieberhaft daran, um jede ausklärend wirkende Propaganda im Keime zu ersticken. Das Mittel hierzu bietet die von den Juden und ihrem Anhang für die Ruhrbesehung mit Feuereifer vertretene „Einheitsfront". (Nr. 10 vom 11. Mürz 1923.) Den „guten bayerischen Ton" trifft der nationälsoziglistische „D eii:tsche Volksw ille" in Nürnberg: „. . . Geh an den Rhein und an die Ruhr, Judengesicht, wenn Du die Schande an der deutschen Kultur sehen willst, die Juda verübt!!" ... Oder: „Da packt einen doch der Ekel, wenn man an so einer SynagogenMale (gemeint sind jüdische Geschäfte) lesen muß: „Spendet für u n s -e r e L a n d s l e u t e im Ruhrgebiet!" Sollen wir Deutsche nun für die Landsleute dieser Hebräer, »die im Ruhrgebiet ihre koscheren Geschäftchen machen, noch Geld opfern, oder untersteht sich die Mischpoke, u n s e re Br ü der im Ruhrgebiet, die jetzt am eigenen Leibe erfahren müssen, was die rote und goldene Internationale ihnen an Schul ach, Schande und Elend eingebrockt haben, als „ihre Landsleute" an- Zusprechen?" (Folge 11 vom 27. Februar 1923.) Die „Propaganda der Tat" Predigt Hitlers „V ö l k i s ch er Beobachter": „Kein deutscher Machtstaat, solange in deutschen Landen noch Vaterlandsverräter imd Schurken und Leute, die kein Vaterland