Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 10 (8.3.1923)
- Date
- 1923-03-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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\ i ch Rolle w i e e i n T i e r b c u d m m e n ft a 'Oe Sein bemerkenswert ist, daft sowohl der Oberwie der Genera lstaatsanwalk es abgelehnt hatten, die öffentliche Anklage zu erheben. Erst! eine Beschwerde beim Justizminister erreichte dies. In Leipzig standen dieser Tage die Verlagsbuchhändler Arno Walter Kramer aus Zuckelhaufen und Emil Theodor ft ritzs ch aus Gautzsch vor dem Schöffengericht. Tie Anklage lautete auf Aufreizung Zum Klassenkampf. Gotteslästerung und Beschimpfung von Regierungsmitgliedern. begangen durch Flugblütter, die von den Angetlagten hergestellt und von Urnen als Vorstandsmitglieder der Deutschen Erneueruugsgemeinde vertrieben worden waren. Beide wurden zu einer Gesa n fl n i s ft rase von einem M v n et t verurteilt, die in eine Geldstrafe von je 8000 Mark umgewandelt wurde. Gleichfalls in Leipzig war von der. Staatsanwaltschaft das objektive -Verfahren gegen den 'bekannten Dinker scheu Roman „Die Sünde Wider den Geist" eingeleitet worden. Im Hauptverfohren erklärten sich die Einziehuugsinteressenten — Artur Dinter und die Verlagsbuchhändler M a t t ft e s und Trost — bereit, die von der Staatsanwaltschaft b e - a n st a n beten S t e l l e n aus dem- Buche und den Vlatten zu e n t - fernen. Das berüchtigte Berliner Skandalblättchen „Die Wahrheit" ftatte von dem Bochnmer Kaufmann Isidor Wol f stein behauptet, das; er zur Zeit des grössten Kartosselmangels in Deutschland Kartoffeln ins Ausland verschoben habe. Da sich die v ö l l i g e H a l t l o s i a k e i t dieser Beschuldigung ergab, würde der Verantwortliche Schriftleiter der „Wahrheit", Stanke, in erster Instanz zu 1000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Berusuugskammer erkannte wegen der besonderen Schwere der Beleidigung ans e i n e n M o n a t G e sängnis, welche Strafe in eine Geldbuße vorr 50 000 Mart nmgewandelt wurde. Erfreuliche Richtigstellung. In Nummer 9 des ersten. Jahrganges der „E. V.-Zeitnng" berichteten wir in dem Artikel „Wir klagen an" über Ersah rangen nstt unseren Gerichtsbehörden und erwähnten .auch, einen Vorfall, bei denn ein Kriegsbeschädigter in einer Kunze-Versammlung zu Gefvalttätigkoiten gegen die Juden aufgesordert Hut. Unsere an di-osen Vorfall geknüpfte Befürchtung, daß glich dieser Fall ungefühnt bleiben würde, hat sich erfreulicherweise nicht bewahrheitet. Wir selbst hatten freilich auf unsere Anzeige einen Bescheid nicht erhalten. Wie uns nunmehr von dein Herrn Generalstaatsanloalt beim Kammergericht mitgeteilt wird, ist der Täter durch rechtskräftiges llrteit vom Schöffengericht Berlin-Mitte vom 9. Juli. 1622 wegen Anreizung zum Klassenkamps zu 2000 Mark Geldstrafe, hilssweise zn 30 Tagen Gefängnis, verurteilt worden. Hätten wir von der Erhebung der Anklage Nachricht erhallen, würden wir diesen Fall -in unserem Artikel vom 30. Juninicht erwähnt h-gben. Wir wollen hosstm daß wir künftig nicht nötig haben, uns über mangelnden Schutz bei den Gerichten zu beklagen. Kleine Chronik. Herr Isidor Schweriner, Berlin, Fasanenstraße 49, Mitglied des C. V. feit Bestehen des Vereins, dessen philantropisches Wirken auf allgemeinem und besonders religiösem Gebiet weithin bekannt ist, begeht am 10. März seinen 75. Geburtstag. — Frau Sanitätsrat Dr. Hirschberg in Laxenburg, eine treue Anhängerin unserer Bestrebungen, ist als eine der ersten Schöffinneu in Lauenburg, gewählt worden. a»4te Appell an das Gewissen unserer Mitgiieöer. B e a ch t e n s lv e r t e W orte ei n e s ch x i ft X i ch e n ft x e u n de s.' Sehr geehrte Herren! Gostau, 20. N'ebrnar Ä. Sie hatten die Freundlichkeit, mir feit längerer Zeit die Zeitschrist Ihres Vereins frei zu überweisen. Wiederholt habe ich Ihnen meinen Dank dafür und meine Anerkennung über die Zweckdienliche Auswahl und Gliederung des wertvollen Aufklärungsstoffes, den die Zeitschrift bietet, aussprechen' können. Gerade w i r, I ft r c ch r i ft l i ch e n Ak i k b r ü d e r u n d V o l k s ge n o s s e n, die wir aus menschlichen und vaterländischen- Glmnden uns die Bekämpfung des Judenhasses, wo und in welcher Form er immer austritt, zur Ausgabe gemacht haben, sind aus solche Unterrichtung aus Ihren eigenen' Kreisen angewiesen. Ich habe immer die vornehme Sa ch Xi ch feit geschätzt, die Ihre Zeitschrift, so angenehm von den gegnerischen judenseindlichen Blättern unterscheidet. Ebenso gefährlich w i c der I it b c n ft a ft s ch -e i n t m i r e i u ft c i n d i n I h r e n e i ge u e n R e i h e n z u sein: die V e r st ä n d n i s l o s i g - fei t I ly x e r M i f gl i e der, die durch die i-w der Nummer 8 der Zeitschrift wiederholte Bitte um Einsendung eines Kostenbeitrages von 000 Mark gewnuzeichnet ward. Daft das nötig sein werde, hatte ich nicht erwartet. Die wirtschastliche Not der Zeitungen ist bekannt: wir lesen es jeden AÜorfl-kn in unserer Tageszeitung, daß die unerhörten Papier- und sonstigen Kosten eine ständige Erhöhung der Bezugspreise fordern. And d v ch verweigert ihn. der grösste Teil Ihrer Mitglieder! Wie ist das möglich? Gestatten Sie mir ein offenes', aber gut gemeintes Wort dazu! Sind sich Ihre Mitgl-ieder nicht der Folgen bewußt, die eine derartige Engherzigkeit und Gleichgültigkeit, um es nicht schärfer zu bezeichnen, haben kan n , haben m u ft? Wir, Ihre christlichen Mitbürger und Mitstreiter im Kampfe gegen den volksverhetzenden, vaterlandsfeiudlichen Antisemitismus, die diesen' Kamps wahrlich nicht aus besonderer Iud-enfreundschaft', sondern allein aus einem tiefem alle Meuseheir umfassenden, ohne Unterschied der Religion, echt christlichen Empfinden und aus wahrer Vaterlandsliebe führen, wirlassen nns dädn-rch.gewiß nicht beirren. Sollten aber Ihre Mitglieder nicht wissen., daft es neben uns eine große Anzahl christlicher Deutscher gibt, die den Antisemitismus in seiner Oe-de und De r l o ge n h e i t a b l ehn e n , die aber auch keinen inneren Beruf verspüren, dagegen anszutreten, sondern sich der hier und da wohl auch ihnen austretenden Mahnung, daft das Dulden eines Nebels schon seine Unterstützung bedeutet, mit der Begründung entziehen, daß die Juden selbst stark genug seien und Mittel und Wege genug hätten, diesen Kampf entschieden und erfolgreich zu führen? Aus den Reihen dieser . Gleichgültigen Mitkämpfer zu gewinnen-, ist eine unserer, d. h. Ihrer christlichen Mitstreiter, hauptsächlichsten und oft durch Erfolge belohrrten Ausgaben. Ich habe Ihre Zeitschrift nach dem Durchlesen stets an solche Personen weitergegeben; dazu fehlt mir jedoch der Mut, wenn ich befürchten muß, . ] bei der Rückgabe darüber belehrt zu lverdon, daß ich von -ihnen nicht , ein Opfer für die Indem erwarten dürste das diese selbst nicht einnr a X a u f b r ä ch t e n. Oer schwere, gehaltvolle Phantasiegeruch Mystikum Parfüm ist ein Mittel persönlichen Genusses. Der Herr oder die Dame von Geschmack werden ein Parfüm wählen, dessen Duft fein und anregend ist, ohne dass es sich in der Umgebung aufdringlich bemerkbar macht Von Unkundigen wird oft, ohne sich dessen bewusst zu werden schlechtes oder aufdringliches Parfüm verwandt, das im Konzert, Theater oder in Gesellschaft zur höchsten Belästigung anderer wird. Mystiftum Paifum dient dem peisönikhen Genuss. Es umgibt den Träger wie eine zarte, pikante Welle von Wohlgeruch. WA Myftik um um M^stikum Puder wirkt auf der Haut pastellartig matt und unauffällig; er enthält keine schädlichen Bestandteile. / Mystikum Taschenpuder ist ein fester ftider zum Mitnehmen in Gesellschaft, Theater usw. / Mystikum Talkum-Puder hat wohltuenden Einfluss auf die Haut nach dem Bade; nach dem Rasieren. / Mystikum Seife gibt einen weichen, sahnigen Schaum und ist äusserst milde. / Mystikum Haarwasser wirkt sehr anregend auf die Kopfhaut. / Mystikum Toilettewasser, erfrischender, fein duftender Zusatz zum Bade- und Waschwasser. Parfümerie Scherfe / Berlin- New York Vertretungen: Wien / Agram / Prag / Kr istiania ✓ Kopenhagen.