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Central-Verein-Zeitung · 1923-02-15 · 7 (15.2.1923) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
7 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Öü eul lUl'i» n Iuörnpflicht oöer Christenpflicht. Von Curt B ü r g e r. Dal; die Bekämpfung einer Vergiftung der Voltsseele, eines Abirrcns von der Menschlichkeit, wie sie der Judenhaß dar stellt, nicht Aufgabe einer bestimmten politischen, gesellschaftlichen oder konsessionellen Schicht der in erster Linie davon betroffenen Kreise sein dürste, sondern eine Ehrenpflicht d e r G-e s a m t h e i t sein müßte, darüber herrschte in den Anfängen der Bewegung so ziemlich eine Meinung unter den Gebildeten in Deutschland. Nicht ans Voreingenommenheit für oder gar aus Liebedienerei gegen die Juden, sondern weil mein — mit 9t i e 1] s ch e — bei dieser stupiden Rückwürtserei in die Zeiten des finstersten Mittelalters „den. Tiefstand der europäischen Kultur, ..ihren Sumst!" fand. Damals waren es wirtlich die „Notabeln" Id es geistigen Deutschlands, die unter der Führung. von Georg v. Bunten, Fr. v. Bodenstedt, Gustav Frehtag, Paul Hchse. R-ud. v. Ihering, Th. Atomulsen, Windscheid und einer großen Anzahl hervorragender Parlamentarier und Staatsmänner t£)v=em Abscheu vor dieser infamen Aufstachelung der niedrigsten Pvbe'linftinkte einen lauten und würdigen Ausdruck gaben. Hier war zur Wirklichkeit geworden, was mau in den Kreisen des Judentums längst ersehnt hatte und was auch schon ein Jahrzehnt vorher von Männern wie Berthold Auerbach, als Fvrckenbeck und Awnunstn das infame Treiben der Judengegner brandmarkten, wie eine Befreiung von schwerem Albdruck empfunden wurde: „Da lebt man wieder freudig auf, da sicht man, die Sa ch e der I u d e n i st n i ch t i h re eine n e La d) e, sondern zugleich die der F r e i h e i t u nd M e n s ch l i ch t eit. und was wir lange und immer hofften, daß nicht wir Juden uns zrr wehren haben, sondern daß Christen die Initiative nehmen, ist geschehen und in der besten Weite." Leider läßt sich nicht in Abrede stellen, daß dann später in den Kreisen des gebildeten christlichen Bürgertums eine , gewisse L a u heit oder auch ein gewisses s a t a l i st i s ches Ltch-ergeben [ in das Oereinbrecl>en der antisemitischen Sintflut einaekden war, die . das deutsche Judentmn je länger je mehr zur Organisierung der Selbstwehr nebender befreundeten Abwehrorganisation zwang. Indes ist ' doch glich nicht zu verkennen, daß das jetzige abermalige Auschwcllen der antisemitischen - Hochflut, die Diktatur des völkischen Mob, der bie Absurditäten und Gemeinheiten der Ahlwardt-Perivde bei weitem noch übertrumpft, eine Politik der Pogrome treibt und zur „Propaganda der Tat aussordert, wieder starke schichten des intellektuellen christlichen Deutschlands ansgerüttelt und an ihre Pflicht erinnert bat, diesem kulturf.'indlichen Treiben sich mit allen Kräften entgegenzustemmen, nur aus dem politischen und wirtschaftlichen Chaos, das über unser Vaterland hereinzubrechen droht, wenigstens die Ehre und das moralische Ansehen Deutschlands, das Erbe unserer großen- Geistes Heroen, zu retten. Tie vour Bolkskrafttmnd unter Leitung seines Vorsitzenden Dr. Bruno Wille vor 2str Jahren herausgegebene Sammlung von Kundgebungen nicht-, jüdischer hervorragender Zeitgenossen: „Deutscher Geist und Judenhaß" hat dieser Bewegung einen frischen -Impuls gegeben. Man betrachtet es -*■ wieder nicht nur als eine Ehrenpflicht, sondern als dringendstes Gebot der vL-tunde, denn pathologischen Judenkvller, der weite Kreise iusbesvndere der akademischen Jugend ersaßt hat, mit allen Alltkeln der Aufklärung entgegenZuwirken, da nach der gereisten Erfahrung unseres großen Weltweisen von Weimar „allgemeine Begriffe und großer Dünkel" wieder einmal „auf dein Wege sind, e n t s e tz l i ch e s 11 n g l ii ck a n zr i ch t e n". Insbesondere in den Kreisen der Geistlichkeit beider christlichen Konfessionen macht sich ein gesteigertes Interesse an der Bekämpsllng dieser im tiefsten Grunde unchristlicheu Bewegung, bemerkbar, und es wäre nur zu wünschen, daß auch die offiziellen Kirchenbehörden sich zu einem ähnlichen Erlaß aufrasfen, wie seinerzeit das hessische Ober k o n s i st v r i u m, das in einem Erlaß vom ll. Oktober 1890 gegen „die verhängnisvolle M i ß l e i t n n g der d ti n k l e n I n st in 11 c . des deut s ch e n C h r i st e n v o l k e s" seine warnende Stimme erhob mit der auch heute noch zutreffenden Begründung, es gehe nicht an, „da, wo es gilt, die eigenen Fehler einzusehen, die Unzufriedenheit der Massen, ans angebliche Urheber ihrer Drangsale.hinzulenken, die es nur zum Teil und sicherlich nicht ohne erhebliche Mitschuld der christlichen Bevölkerung selbst sind". Auch für die christliche Kirche steht, wenn der antisemitische Brand weiter schwelt, nicht Geringes auf dem Spiel. Der k o n s e q u c n t c Antisemitismus führt, wie das Beispiel Eugen D ü h r i n g 8 , der die „fugenlose und verderbliche Jesus lehre als die Schmach des Jahrtausends" bezeichnet hat, ferner eines Lagarde, Th. Fritsch. Paul Förster, Dr. Friedr. Lange, des geistigen Nährvaters der Alldeutschen, gezeigt haben, und wie auch neuerdings wieder die religiöse Entwicklung Dr. Dimers beweist, mit Naturnotwendigkeit zur Verneinung des Christentums. Frankfurter Cigaretten- und Tabakfabrik „FRACI“ G. m. b. H. Frankfurt a. M. aa ^qqqqcldqljciJL.noJQüGcin nn.rjsacaaaoDQQoaBctacincionn i finjciP' I S MB 1 aa aa ifUE HUMES! gg vom 22. Februar gg II 'st p 1 öeuiyMM 1 1 MlklSP § □QQQnDDnaaDaaaaDBraaoDaa --naaaaaaaaaaaaacaLnDjauD LtofSTriestino, Triest Regelmässiger Passagier-und Warendienst ab 1 liest nach der Adria, der Levante, dem Schwarzen Meer, Indien und d*m Fernen Osten itailenische Staafsbahnen Cosulicti-Linie, Triest Regelmässige Abfahrten von Triest nach New York and Südamerika Italienisches Reiseverkehr samt Rom Navifiazione Geoerale Ua)iana,Gennä La Moce, Societä Italiana di Serazi Marittlml, Born Regelmässiger Passagier- und Warendienst ab Genua und Neapel nach Nord-, Süd- und Zeniraiamerika, der Levante und dem Schwarzen Meer Amtliches italienisches Reisebureau Eisenbahn- und Schiffskarten bei den Generalagenturen: Berlin: Unter den Linden 47 — Hamburg: Esplanade 22 — München: Majfeistrasse 14 — Wien!: Kärntnening 6; ferner bei Reisebureau J. Hart mann, Köln, Hohe Strasse 104j6 and Frankfurt a. M., Bahnhojsplatz 8 RESI N» WlxjHrßtp VAX#****** 4 jssmum W: Friedrich f!9. Täuentzien 74. SW: Friedrich44. Leipziger ri/jz. Gr. Frankfurter /2 t. N0'Läl}dsber(jer92.N: ChäUSSee 14. 4PBrunenI9ö. NW:WiisimcFerlS.TurmiO. Ch’b&Käntm, WiImersdorfersh6N'KöHn:Bera29.Hermänn5ö.T’hof:Beriiner 120.

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