Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 7 (15.2.1923)
- Date
- 1923-02-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Bus Antas; -er Timetldorser Jubiläumsfeier werden eine groste AuzahL unserer Freunde am 25. d. M. in Berlin anwesend sein. Der Vorstand des Ccntral-Vereirrs hat deshalb beschlossen, am 2 **4 F e b r uar 19 2 3, pünktlich 4 Uhr nachmittags, im Hotel Der Kaiserhos, Berlin w 8, Wilhelurvlat;, eine besondere Befprechnnq mit folgender Tagesordnung an.urberanmen: 1. Die politische und wirtschaftliche Lage und die Makrnahmen des bentral-Vereins. Dr. Wiener. 2. Die organisatorische und die finanzielle Lage des EentraL- Vereins. Dr. Holländer. 3. Freie Aussprache. 4. Verschiedenes. Alle an diesem Tage in Berlin anwesenden, nicht in Berlin wohnenden freunde nuferer Lache werden herzlich eingeladen. Der Besuch der Sitzung ist davon abhängig, das; die Vctresfendcn sich rechtzeitig in der Geschäftsstelle des (scnrraL-Bereins, Berlin 68, Lindenftratze 13, L, anmelden. Der dentschvölkische Schuster. Wie sehr mit der vöilisch-iudensciudlicheu Gesinnung auch deren Phraseologie tief ins Volk dringt, dafür ist ein uns zngegangener Brief bezeichnend, den der Schuster Wilhelm Hes; in Planen einem Lederhändler schrieb, dessen Rechnung er beanstandete. Es heisch dort: ,,ow lintnidie blost, das; es der Franzmann noch erzwingt und die deutsche Geschäftswelt vom j ü d i s eh - m a t c v i u (i ft i f d> e n G e i s;' l*cfvcit . . Aber da dir Ätehrzahl der deutschvvlkischen Leitartikler wie die Schuster schreiben, darf sich wirklich auch einmal ein Schuster wie ein deurschvöttischer Leitartikler ansdrneben. Ans der Berliner jüdischen Gemeinde. In der er men Sitzung der neugcwälstken Repräsentantenversammluug wurde das Präsidium derselben gewühlt. An Sülle des ausgeschiedenen Jewerterats Platte wurde der von der liberalen Fraktion vorgeschlagen.-e Vorsitzende der liberalen Vereinigung im Deutschland, Tr. Heinrich o t c i: n, zum Vorsitzenden neugewählt, als stellvertretende Vorsitzende wurdet; die Herren Lovinski (konservativ) und Rechtsanwalt Tr. Klee (Jüdische Voltsvar-ei) ustedergewählt. Ter Versammlung ist ein Eintrag der Jüdischen Voltsparkei zugegangen, in dem der Gemeindevorstand ausgesordert wird, der Repräscntantenversammlung Bericht über die Ergebnisse der Letzten Sitzung der Ica in Paris zu erstatten, an der der Vertreter der Berliner südlichen Gemeinde, Gebeimrat Tr. Julius Stern, der Vorsitzende des Gemeinde- Vorstandes, teilgenommeu hat. Rudolf Schitdkraut Lebt. Tie vom „Pester Llovd" zuerst gebrachte, dann in die gesamte europäische Presse übergegangene Nachricht vom Tode Rudolf Schitdtrauls in Amerika hat sich nicht bewahrheitet. Wiener Frerur.de des grotzensüdischen Künstlers wandten sich mit einer Ansrage nach New-Porti daraufhin laugte bei der Schildkraut persönlich bestrenndeten Faurilie der Harsenvirtnosin Skesiv Goldner eine Depesche mit folgenden! Wortlaut ein: „Dementiere Todesnachricht. Schildkraut übt!" Der Hirfchfeld-Pogrom in Wien. Wie bekannt, wurde der vom Berliner Serualpathowgen und E'ualetlstter Tr. Magnus H i r s ch s e L d für Lvnntag im grotzen Wiener Kvnzerthaussaal angesagte Vortrag über „Tie Verirrungen der erotischen- Leidenschaften" gleich zu Beginn desselben durch Harenlreuzter gestört, und das nach Tausenden zählende Publikum, durch 'Absenern von Schüssen aus der Galerie sowiedurch Wersen von Stinkbomben in eine furchtbare Panik versetzt. Wie sich nun. heraussbellt, bandelte es sich dabei nur eine von den antif-e-mitifci>en Bünden ptan mastig unternommene Aktion gegen Dr. Magnus Hirschfeld, zu lv e L ch er d -i e P a x o I e a n s M ü n cl> c nk a ui, wo vor eirügen Monaten auf den Gelehrten anläßlich einer von ihm Veranstaltetelt Vorlesung sogar ein Attentat verübt wurde,-bei bem er gefährliche Verletzungen davontrug. Die hiesigen Ieikuug-en weisen bei dieser Gelegenheit erneut ans die (Gefahren der Verbindung zwischen den Wiener Antisemiten und den Münchener Geheimbünden hin. Tie bewaffneten Hakenkreuzler gingen mit grösster Brutalität vor. Nicht blost Männer, auch Frauen w u r de n d u r ch M e s s e r st i ch e u n d G n m m i k n ü v v c l v e r l c i; t , Frauen wurden zu' Boden .geworfen und mit Füsten getreten. Den Fliehenden wurden^ Stinkbomben nachgeschleudert. Zugleich mit i>cm Explodieren der -^-tinkbvindem schnurrten antisemmsche Drohruse wie „Nieder mit den indischen Schweinen!" durch den 'eaat. Erst nachdem eine starte Mache arifgelwtenlvurde, ergriffen die Hakenkreuzler die Flucht. Es gelang aber, 2ö von ihnen zuverhaften. An Ort und Stelle wurden etlva zehn Verletzte vorn I nspektivnsarzk verbunden, während .zahlreiche leichter Verletzte es vorzogrn,. den gefährlichen Ort ohne ärztliche Hilfe zu verlassen. Pogromvorbereitungen der „Erwachenden Magyaren." Wie der „Bester Lloyd" berichtet, find ans mehreren Städten der Provinz übereinstimmende Meldungen eingetroffen, datz die Führer der lokalen Organisationen der „Errvachenden Ungarn" ihre Untergebenen dahin instruiert haben, das; an einem bestinunten Tage die Angehörigen des Vereins mit den Juden ans dem flachen Lande fertig würden und so dann vereint gegen Budapest marschieren würden, um unter den dortigen Juden Art V a r t h v l o in ä u s n a ch t zu veranstalten. Andere Bud eine alten. ^Andere Budapester Blätter berichten über ^ymptvm-e, die darauf schliestcn lassen, das; sich mich die hauptstädtischen Faseisten aus eine umfassende blutige Aktion vvrbereilen. Irr einer eben in Budapest abgehaltenen Versammlung der „Erwachenden Magyaren" stellt ein Redner für die nächste Zeit judenseindliche Ausschreitungen grotzen Stils in Aussicht und deutete aus ein Zusammengehen mit der Provinz hin. In jüdischen, aber mich in allgeineinen liberalen Kreisen der Hauptstadt herrscht große Besorgnis. Das Budapester Blatt „Magyar Hirlap" befragte eine der Regierung nahestehende Persönlichkeit, wie die Regierung dieser bedrohlichen Lage Rechnung tragen wolle. Die Persönlichkeit erklärte, die Oesseullichteu dürfe überzeugt sein, das; die Regierung den Verein der „Erwachenden Magyaren", wenn er seinen Wirkungskreis überschreiten sollte, auaeublictlidi anslvsen werde. Tiefer Erklärung wird aber mit Recht kein Glaube geschenkt, da die Regierung gegen diese von Horthy unterstützten und innner wieder amnestierten Rowdies machtlos ist. LUr-zUikr-.Nlan gegen einen jüdischen Rabbiner. Ter Rabbiner Gvtdmann in 'New-Port erhielt von der uakiouaästisch-terrorisüscheu Geheimorganisalion Kic-Ktrir-Ktan einen Trohbrüs, daß gegen ihn sowie goa.en seine Synagoge Rache geübt werden wird. Tie Drohung ist offenbar daraus znrückznsühren, vast aus der letzten Bersanunlung der New-Porker Rabbiner die Regierung..zu ihrem.Kampf gegen die geheimen Terroristenorganistnionen ermuntert wurde. Tie Achtglieder dev Synagogen gemeinde „Ansche Schalvrn" haben 'eine tsttnvehrabteilung -organisiert, welche die Synagoge und die Person des Rabbiners ständig überwacht. Ein jüdischer Garibaldianer gestorben. In Ronr ist Rieeardo Lnzattv, der 18G0 an der Expedition Garibaldis nach Marsala teilgenomuren, inr Alter von 80 Jahren gestorben. Viermal war er Mitglied des Parlaments, in das er mit demokratischem Programm gewählt wurde. Im Weltkriege nreldete er sich trotz seines hohen Alters zum Militärdienst und lourde als Leutnant eingereiht. Der schwere, gehaltvolle Phantasiegeruch Schlechte Parjums verderben Stimmung und Laune- Sie wirken störend. Die vornehme Welt verwendet sie nidit. Gute Parfüms erfreuen den Präger seine Umgebung. Die vornehme Dame kann sie nicht entbehren. 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