Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 33 (21.12.1922)
- Date
- 1922-12-21
- Page
- Seite 370 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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370 er zwei Absagen „a u s v ö lk i s ch e n Gründen". Wie viele andere Absagen er ohne Angabe, aber aus gleichen Gründen, erhielt, ist nicht festzustellen. Ich glaube, der jüdischen Allgemeinheit erwächst hier die Pflicht, sich mit der Frage zu beschäftigen: Wie schützen wir unsere akademische Jugend gegen diesen heimlichen numerus clau.su s? Es würde sich beim Freiwerden von Assistenten- oder HospitantensLellen empfehlen, dm Inseratenteil der „C. V.-Zeitung" zu benützen und ebendort «jüdische Aerzte auf Niederlassungsmöglich-. ketten hinzuweisen. R. A., Bremen. m Ihr StanKprmkL. Wir erhalten das folgende anonyme und amüsante Schreiben: „Man liest so oft in der „C. V.-Zeitung" von Antisemitismus. Vielleicht interessiert Sie die folgende kleine Geschichte: Ich bin eine junge, f -i d e l e Dame und kam aus Langeweile auf den Gedanken, in einem Tageblatt folgendes Inserat aufzugeben: „Fesche junge Da nie sucht Gedankenaustausch' mit intelligentem, charaktervollem jüdischen Herrn zweiW späterer Heirat." Ich erhielt zwanzig Offertbriefe, darunter siebzehn von nicht jüdischen Herren. Da könnte man fast glauben. Sie könnten Ihre Adbeit einstellen." Ja, wenn die deutsche Judenheit nur aus jungen, fidelen und gar so unternchmungsLustmen Damen> bestände, gk-auben wir fast selbst, daß unsere Aufgabe viel leichter wäre. Jedenfalls bekäme dann eine etwa nötige „Äbwehr"-Arbert einen ganz anderen Sinn . . . „Deutsches Haus" (Bef. Bolz), Oderberg i. M. Sie haben cm 6. Ä. M. Herrn M. S., weil so Jude ist, nachts ihr Haus verwiesen. Wenn Sie jüdische Gäste nicht zu beherbergen wünschen, teilen Sie es uns bitte mit, wir werben diesem Wunsche gern und unentgeltlich jede uns mögliche Verbreitung geben. Dr. F. H„ München. Sie senden uns den „Bayerischen Bauernvereinskalender" für 1829 und weifen auf die zahllosen antisemitischen, monarchistischen und volksvevdummenden Stellen hin, die xsm „anprangen" sollen. Wozu denn- Was ist von einem Bayerischen! BäueM kalender des Jahres 1823 anderes zu erwarten! Gr chaEteristeK sich besten durch einen offenbar der Anbahnung eines besseren VevhNtnisfes zu Frankreich dienenden Satz auf Seite 47: „Die französische Frau bleibt auch in der neuesten Robe', eine dreckige Sau." L. K„ Nürnberg. Sie fragen nach empfehlenswerten Geschenkwerten aus dem Gebiete jüdischen Wissens. Wir machen Sie besonders auf das ganz vorzügliche Werk von Dr. Michael Fried! ander: „Die Jüdische Religion" aufmerksam, das ausfühvUch, systematisch und mit erner bisher selten erreichten Klarheit das Gesamtgebiet i>ec jüdischen Religion behandelt. Das Buch kann nicht warm genug -empfohlen werden. — Besonders erfreulich ist auch, daß vor wenigen Wochen der erste Band der „Neuesten Geschichte des jüdischen Volkes" von Philippsohn, durch Rabbiner Dr. R i e g e r (Stuttgart) neu bearbeitet, in neuer Ausgabe erschienen ist. Jedem, der sich um jüdische Fragen kümmert, wird dieser Band zur besonderen Freude gereichen. Sowohl das Werk von Friedländ-er als auch die PhiUppsohlEiegersche Neueste Geschichte sind im Berlage von I. Kaufsmann (Frankfurt a. M.) erschienen. — Endlich ist das bekannte ältere Werk des berühmten Rechtsgeschichtlers Otto Stob.be: „D i e I u d e n i u D e u t s ch. land während des Mittelalters in politischer, sozialer u nid rechtlicher B e z i e'h u n g" in einer Sonderausgabe des Philo Verlages erschienen. Das Buch ist grundlegend und ein Buch wichtigster Erkenntnis. Vereinsnachrichten. Kolberg. 19. 10. Dr. Kalisch (Berlin): „Hinter den Kulissen des AMsemitismus." Dü. Heimann (Stettin, Syndikus des Landesverb. Pommern): „Pommern und sein Judenhaß." Stolp. 21. 10. Dr. Kalisch (Berlin): „Antisemitismus als Weltanschauung." Dr. Heimann (Stettin, Syndikus des Landesverbandes Pommern): „um Ehre und Leben in Pommern und anderswo." Kirchhain (Bez. Kassel). 21. 10. Lehrer Katzenstein (Steele): „Im Kamps um Ehre und Leben." Alsfeld (Oberhessen). 22. 10. Referendar Freund (Darmstadt): „Reue Auf. gaben." Neusalz. 22. 10. Rabbiner Dr. Sänger (Breslau): „Ein Feldrabbiner lm Kriege." Chemnitz. 23. 10. Rabbiner Dr. Goldmann (Leipzig): „Antisemitismüs." Dessau. 23. 10. Artur Schweriner (Berlin): „Eindrücke eines Pressevertreter« vom Rathenau-Prozeß." Köthen. 24. 10. Artur Schweriner (Berlin): „Was lehrt uns der Rathenau. Prozeß?" Mathenow. 23. 10. Rah. Dr. Salomorffky (Frankfurt a. O., Syndikus d« Landesverbandes Brandenburg): „Für Ehre und Leben". Billiger ilöeiim ist die Versicherung bei uns. Miiinrsie Mpelt and) fit S«-. Mnil riMiWMe. Beta Tianspiüieisieniii Aktiengesellschaft Berlin CZ5. Älexanäeistrasse 35 Fernsprecher: Alexander 5130. Vertreter gesucht. „Klio GoldfOUhalter überall erhältlich Ci Klio-Werk G. m. b. H. Hennef a.d.Sieg^ B. SPIESS ft CS | Iserlohn i. W. liefert zu günstigen Bedingungen und Preisen alle Arten Nadeln, wie Näh-, Slops-, _ Haar-, Locken-, Sicherste its-, Pack-, Strickusw. 1 Nadeln. I (Inhaber sind Mitglieder des L.-V.) 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M. 8ÜÖ,— Elbogen, Ein Jahrhundert Wissenschaft des Judentums, broschiert.M. 150,— CSuttmann, Religion und Wissenschaft im mittelalterlichen tfnd im modernen Denken, broschiert..M. 180,— Baneih, Soziale Motive in der räbbinischen Rechtspflege, broschiert. . ... . M. 160,— Torczyner, Die Bundeslade und die Anfänge der Religion Israels, broschiert.M. 200,— Man verlange unsere neue Treislistet Milo Verlad und Bm&liaiiiM fi.m.h.H., Berlin SW68, LinfleBSlr. 13,