Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 28 (16.11.1922)
- Date
- 1922-11-16
- Page
- Seite 328 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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838 darauf onfommt, daß sie richtig ist, auf Tatsachen b e r u h t. Es genügt, daß ihr keine r i ch L i g e mit gleicher Kraft entgegengesetzt wird. Die geistigen Machtmittel wirken also, wenn sie nur richtig eingesetzt werden, mit derselben Blindheit und Sicherheit wie die unorganischen N a L u r l x ci f t e, die ja auch nach Belieben gebraucht oder rnißbra u ch t werden können/' Eine herrliche Moral, wie hier die L ü g e, Zum „geistigen Machtmittel" umfrisiert, auf den Schild erhoben und als legitimes und honoriges Kampfmittel an gepriesen wird! Das Wesentliche aber ist: Diese völkische Uebermenschen-Moral ist nicht etwa Theorie geblieben, nach ihr hat der gesamte völkischantisemitische Heerbann seit Jahr und Tag gehandelt. Ihr ist der einer solchen Kampfesweise nicht gewachsene, innerlich viel zu vornehme Kanzler Herr v. B e t h m a n n Hollweg zum Opfer gefallen. Als im vierten Kriegsjahre einige Aufsätze des Schreibers dieser Zeiten, die eine Reihe von lügnerischen Behauptungen der völkischen Presse über den Reichskanzler Zusammenstellten und glossierten, die Aufmerksamkeit eines nationalliberalen Landtagsabgeordneten fanden und von diesen: Herrn v. Bethmann Hollweg zur Kenntnis vorgelegt wurden, erklärte dieser bei Rückgabe, die Aufsätze hätten ihn ungemein interessiert, zumalderenJnhalt ihm Zumeist ganz neu gewesen sei. So verraten und verkauft, so eingeschlossen von einer völkisch-militaristischen Bureaukratie war der damalige Kanzler, daß er keinerlei Kenntnis von den Zum Teil haarsträubenden Anschuldigungen gegen ihn erhielt. Als dann später der Verfasser dieser Aussätze noch einmal in. einem direkten Schreiben an den Schloßherrn von Hohenfinow um Auskunft bat, ob ihm bekannt sei, daß in der'ganzen alldeutschen Presse gegen ihn mit der Behauptung intrigiert werde, er habe gesagt, er werde „den: alten Preußen schon noch das Rückgrat breche n", erhielt er ebenfalls die Antwort, das wäre i h m ganz neu, er hätte hiervon nichts gelesen. Und was tat der leitende Staatsmann des Reiches hieraus? Nichts! Er hüllte sich mit heroischer Geste in seine Toga und ließ — si ch weiter verleumden, bis das diabolische Intrigenspiel des völkisch-militaristischen Klüngels ihn nach wenigen Monaten glücklich Zur Strecke gebracht hatte. Nachdem der erste Streich so trefflich gelungen, holte man gleich zum Zweiten aus — und auch Herr v. K ü h l - m a n n, der Staatssekretär des Auswärtigen, wurde das Opfer einer ähnlichen völkischen Lügenkampagne, in denen immer die antisemitische Denunziation, daß die genannten Staatsmänner nur „Kreaturen des Judentums" seien, eine Hauptrolle spiele. Wie wohl ein Bismarck, der immer ein Bündel gedruckter Straf antragsform ulare auf seinem Arbeitstisch liegen hatte, mit solchen hartgesottenen Verleumdern und Ehrabschneidern u m g e s p r u n g e n wäre! Und die N u tz a n w e n d u n g aus dieser politischen Tragödie zweier deutscher Staatsmänner der Kriegszeit für die Juden? Keine unheber feststellen, und dann fest zupacken! Nicht allein im wohlverstanden eigenen Interesse, damit der tückische Feuerbrand nicht weiter schwele — auch im Interesse unseres ganzen Volkes, damit den gewerbsmäßigen Verleumdern endlich einmal das Handwerk gelegt werde. Ohne Rücksicht, ohne Erbarmen müssen die Schuldigen und ihre Hintermänner Zur Verantwortung gezogen werden, damit die politische Stickluft, die Deutschland nunmehr schon seit Jahren durch ihre Giftschwaden verpestet, weggesegt und freie Bahn geschaffen werde für einen würdigen Austrag politischer Meinungsverschiedenheiten. wahre Behauptung, keine Verleumdung, erneu . . _ sich Hege einzelnen oder die jüdische Gesamtheit wendet, aus s r ch sitzen lassen! Jeder Lüge auf die Spur vis Geburt unseres zweiten Sohnes Gerhard zeigen freudig an. Paul und Berta Stern geb. Grünebaum. Gronau (Hann.), 7. November 1922. Das Jüdische Schwesternheim, Stuttgart sucht zum 1. Ja- Dieselbe mutz uuar 1623 eine vMT* mindestens .35 Jahre alt, vollkommen gesund, gebildet,' gütig und in der Lage sein, dem Haushalt vorznsteben. Staatlich geprüfte KranrenvAeqerin bevorzugt. Bewerbungen mit selbstgeschriebenem, ausführlichem Lebenslauf, ärztlichen und Dienst- . Zeugnissen sowie neuem Lichtbild erbeten an den Borstand Dr. G. Zeldmann, Stuttgart, Jägerstraüe 12. Für unsere Rohprodukten- und Fellhandlung suchen wir per sofort oder später gegen Vergütung einen Lehrling. N.SWengukkj LSokm Inhaber I. Magnus (Böttingen. jucnejrevisoi J.lowenthal Berlin W 3Ö Kyffhäukerstr. 1. Fernsprecher: Nolle nSor/2628. Wir suchen Per sofort oder später eine tüchtige Kontoristin und eine Kassiererin. Offerten mit Zeugnissen, Gehaltsansprüchen und Bild erbeten an Henry LiepmannL-So. Geestemünde. r. Mtsbtiflällil! Or. s ar., Referendar, bei 'Anwalt und in Industrie tätig gewesen, übernimmt selbständige Stellung evtl, halbtags. Referenzen vorhanden. Offerten unter Ro. V. 1694 an Rudolf Moste, Berlin. Tauen tzienstraße 2. Kinderloses jüngeres Ehevaar sucht zum l. Januar in Berlin (auch Umgebung) zwei leere Zimmer mit Küchenbenuirung oder evtl, zwei möblierte Zimmer. Off. erb. an Artur Schweriner, Centrai-Yerein, SW 68. LMenslr.13. eigentlichen Ur- Dr. F. München. Sie wollen Münchener Zeitungen empfohlen haben, die sich vom Antisemitismus völlig fern halten? Es gibt deren leider nicht viele. Wir können Ihnen eigentlich nur die „M ünchener P o st" und die wöchentlich erscheinende „D e m o k r a t i s ch e A l l g e m e i n e Z e i t u n g" empfehlen. Frau Sophie Gratzheim, Berlin. Ihr Kohlenlieferant Gießel, Berlin, Euxhavener Straße 7, erklärte Ihnen vor Zeugen, das „der Jude kern volles Gewicht gebe", daß „alle Juden betrugen" und die „Juden ihre Kinder von klein auf zum Betrügen erziehen". Sie haben diesen Vorfall, wie Sie uns Mitteilen, dem Kohlenamt gemeldet und haben den Wunsch, alle jüdischen Kohlenhändler den obigen, sie alle betreffenden Vorwurf wissen zu lästert, wozu wir Ihnen gern verhelfen. » S. M., Gardelegen. Der gute Fritz Reuter kann sich leider nicht mehr dagegen wehren, daß völkische Dummköpfe ihn bestehlen und verfälschen, wie der Film „llt mine Stromtid" zeigt, in dem der bei Reuter als edler und gütiger Mensch gezeichnete Geldverleiher Moses zu einem -gemeinen Kerl wird ... DaH dies einer bestimmten Tendenz der „Stegewald-Filme" entspricht, geht aus 1 einem der Untertitel dieses Films hervor, der „Halsabschneider" heißt... Die Filmprüfstette scheint die letzte Verfügung des Iustizministers noch nicht gelesen zu haben. H. Rosenwund, Berlin. Unsere Notiz in Nr. 23 über die Aeußerung der Firma Textor u. Creme r (Berlin, Jerusalemer Straße): „Mit Juden arbeiten wir nicht gern!" hat Sie veranlaßt, dieser Firma die Geschäftsverbindung zu kündigen. Mm legen Sie uns ein Schreiben der Firma vor, in welchem diese einen Wortwechlel mit einem Herin Julius Ieidel schildert und wörtlich sagt: . . wurde das Personal in Erregung gebracht und können wir nicht beurteilen, was für Redensarten dort gefallen sind." Merkwürdig ist nur, daß uns gar nicht der erwähnte Herr Ieidel, sondern Herr Leopold Raphael (Berlin, Salzburger Straße 7) jene ihm gegenüber gemachte judenseindliche Aeußerung mitteilte. Es scheint aber, daß bei den Herren Textor u. Cremer — ob vom Personal oder den Chefs ist gleichgültig — sehr häufig Redensarten gebraucht werden, die nachträglich „nicht beurteilt werden können". Theaterdirektor. Wir können Ihnen nur abraten, das „Russische Kammerballett" in Ihrem Theater austreten zu lassen. Zumindest der „Jüdische Volkstanz" dieser Truppe wirkt Überall als unkünstlerische Verhöhnung jüdischer Art, wie uns mehrere Zuschriften zeigen. K. F., Siegen. Es ist ein alter Trick des antisemitischen Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes, unter dem Deckmantel scheinbar harmloser Rezltationsabende judenseindliche Volksvergistung zu betreiben. Man muß diesen Leutchen immer wieder scharf aus die Finger sehen und Künstlern, die sich ahnungslos als Vorspann benutzen lassen, wie neulich Herr Hans Mühlhofer, rechtzeitig die Augen öffnen. SWNtRM KARLSRMFGWNmm Großer Konzern -er chemischen Zndusirie sucht zum bald. Eintritt einige KhrliWLS abgeschlossener höherer Schulbildung. Ausführliche Zuschriften erbeten unter .1. H. 13499 an RudolMoffe»Ver;inS«l9. öMMlM £?& solide, sucht möbliert. Zimmer per i.Dez.d.J. evtl, früher. Offert, unt. Löst k. 3201 bef. Rudolf Moste, Verlm, Königstr.56. Saukostenzuschuß. WM such! Z-bls4-WMr-MnuW möglichst Südosten oder Zentrum, evtl. Hälfte einer großen Wohnung. Offerten erv. unt. Ko.W. 673 an Rudolf Mosse, Berlin, Köpenicker Straße 68. Ziehung 1. Klasse cm 9. and 10. Januar. 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