Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 27 (9.11.1922)
- Date
- 1922-11-09
- Page
- Seite 318 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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318 unb Herausgeber des „Mikrokosmos" (Zeitschrift für Mikroskopie, Stuttgart, Pfitzerstraße 5) kaum förderlich sein dürfte, glauben wir selbst. D. B.» Wien. Ob deutsche Behörden gegen das Hakenkreuz schon eingeschritten sind? Gewiß; sie tun es immer «jeder, doch nicht energisch genug, um den provozierenden Unfug zu unterdrücken. So hat die Oberpostdirektion Potsdam, der Oberlandesgerichtspräsident in Breslau, der Oberstaatsanwalt in Oppeln den Beamten das Tragen des Mordzeichens im Dienste, der Kultusminister den Lehrern in der Schule verboten, — aber selbst wenn diese Verbote streng beachtet würden, wären sie ziemlich wirkungslos, solange es auf Vereinsfahnen, Zertungsköpfen, Firmenschildern geduldet wird. Frau H. Schl. Sie teilen uns — nicht als erste — mit, daß im Schöneberger Ratskeller allabendlich eine Stammtischgesellschaft junger, mit schwarzweißroten Abzeichen geschmückter Leute Lieder anstimmen, in denen gegen die Juden und die Republik gehetzt und „Kaiser und Reich" gefeiert wird, ohne daß der Wirt einschreitet. Ob eine Anzeige solch öffentlicher Demonstration gegen die bestehende Staatsform Erfolg hat, wagen wir nicht bestimmt zu behaupten. Es geht allabendlich in zu vielen Radanlokalen ähnlich zu. Geschmackvolle Leute meiden sie. F. B., Halle. Cs gibt bei Ihnen, wie Sie uns schreiben, einen Schneidermeister Horeis, der jüdischen Kunden gegenüber den Philosemiten spielt, dabei aber an der völkisch-antisemitischen Bewegung teilnimmt und die, bei ihm arbeitenden Schneiderinnen durch Vorlesen judenfeindlicher Schriften verhetzt. Glauben Sie, daß das ein Einzelfall ist? Jüdisches Geld nehmen sie alle. Geh. Oberregierungsrat M. in Karlsruhe. Die betreffende Stelle, wie auch unser Kommentar ist natürlich nur so zu verstehen, daß wir geschäftliche wie jede andere Unmoral bei Juden genau so verurteilen wie bei Nichtjnden. Musiker. Jawohl, Fritz Kreisler ist Jude. Ob er, bevor er kürzlich das Gesamterträgnis seines Konzertes im Betrage von 2 Millionen dem Hilfsfonds d>er Philharmoniker überwies, davon Kenntnis hatte, daß dieselben Philharmoniker starke judenfeindliche Gesinnung zeigten, als von der Berufung Bruno Walters die Rede war, wissen wir nicht. F. Silberstein, Berlin. Sanitätsrat Dr. Robert Flatow (Dahlem, Kronpriuzenallee 18—22), der Besitzer des Königin-Augusta-Sanatoriums, hat Ihnen gegenüber die Aeutzerung getan: „Meine Zimmer sind für C h r i st e n und nicht für I u d e n d a" — (die dem ethischen Empfinden eines Arztes besonders gut ansteht) — und Sie wünschen, daß wir dies unseren Freunden und Glaubensgenossen Mitteilen. Was hiermit geschieht. I. S.» München. Wir sind leider nicht in der Lage, Ihnen Näheres anzugeben. Vielleicht kann dies der Verfasser des Artikels, Herr Albert Goldschmidt, Berlin 0 2, Stralauer Straße 11. B» S., Magdeburg. Sie berichten uns über die Sammlungstätigkeit des Majors v. K r r e ß für den Heimatbund Ostpreußen, und wir warnten im Anschluß daran — in Nr. 24 — vor diesem als scharfen Antisemiten bekannten Herrn. Zum Ueberfluß teilt uns jetzt dev Heimatbund mit, daß Major v. Krieß niemals berechtigt war, für diesen B u n d G e l d - s a m m l u n g e n v o r z u u ehme u. Tut er es also dennoch, so übergeben Sie ihn der Polizei. Dr. K. S., Berlin. Wir freuen uns Ihrer begeisterten Zustimmung zum kürzlichen Vortrag Professor Goldsteins über „Rasse u n d P o l i t i k". Sein Buch, nach dem Sie fragen, führt den gleichen Titel und ist durch den Philoverlag zu beziehen. Vereinsnachrichten. Vorträge. Militfch. 10. 9. Rab. Dr. Saenger (Breslau): „Opfersinn im Judentum." * Dierdorf (Westerwald). 17. 9. E. Iacobi-Köln (Syndikus des linksrheinischen Landesverbandes): „Rot und Kampf der deutschen Juden." Bezirkstaguna des Westerwaldes. Hildesheim. 18. 9. Rechtsanwalt A. Lichtenberg (Hannover): „Die gegen» wärtrge politische Lage und ihre Forderungen." Werne. 20. 9. P. Waldstein-Essen (Syndikus des Landesverbandes Rheinland u. Westfalen): „Die politische Lage und der C. V." Minden (Wests.). 27. 9. Prediger Hellmann (Minden): „Die Juden und das Wirtschaftsleben." Bleicherode. 27. 9. Leo Kamnitzer-Erfurt (Syndikus des Landesverbandes Thüringen): „Unsere Not." Witten a. d. Ruhr. 28. 9. P. Waldstein-Essen (Syndikus des Landesverbandes Rheinland u. Westfalen): „Vor neuer Gefahr — zu neuer Tat." * Deutsch-jüdische Jugendgemeinschaft Grotz-Berlin. 12. November: Wanderung durch „Alt-Berlin". Treffpunkt: Dönhoffplatz, am Stein-Denkmal, J/-*9. 14. November: (Bezirk" Berlin-Mitte) Ausspracheabend, Gemeindeschule, Annenstraße 1b, über „Die ethischen Grundsätze des Judentums". 19. November: (Bezirk Berlin-Mitte) Sonntagswanderung. Treffpunkt auf dem großen Ravenberg. Für alle Gruppen. 26. November: (Bezirk Westen) Führung durch das Verkehrs- und Baumuseum. '20. November: (Bezirk Nordosten) Ausspracheabend, Gemeiudeschule, Annenstraße Id, über „Das deutsche Volkslied und der deutsche Geist". Jüdisches Arbeitsamt. Wir bitten alle jüdischen Arbeitgeber, sich bei Bedarf an Arbeitskräften jeglicher Art, sei es kaufmännisch, gewerblich oder Lehrpersonal, für Berlin und auswärts, an uns zu wenden. Im Arbeitsnachweis Monbijouplatz 10 werden vermittelt: 1. Jegliches kaufmännische Personal (männlich und weiblich) für Berlin und nach auswärts. 2. Berufsberatung (für Jugendliche und Erwachsene) und Lehrftellenvermittluug (männlich und weiblich). 3. Sozialarbeiterinnen (einbegriffen sind Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen usw.). Im Jüdischen A r b e i t s a in t A u g n st st r a ß e 17 werden vermittelt: I. Weib l i ch e Abteil n n g : a) alle gewerblich gelernten und ungelernten Kräfte; b) Hausdamen, Stützen, Kinderfräulein (ohne Ausbildung), auch Tagesbeschäftigung; e) Hauspersonal jeglicher Art (Köchinnen, Dienstmädchen, Aufwartefrauen, dauernd und stundenweise). II. M ä n n l i et) c Abteilung: Vermittlungsstelle für männliche Arbeitsuchende (kaufmännische und gewerbliche). - Für die Schristleitung verantwortlich: i. V. Dr. Alfred Wiener. - Berlin SW 68. Unverlangte Manuskripte werden nur Zurückgesandt, wenn frankierter UmschlaD beiliegt. . Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck von Rudolf Mofse. - n Dds vornehme, unaufdringliche Parfüm Myßikum parfum iß ein Mittel des perfönlidien Cenuffes. Der Herr oder die Dame von Gefchmack werden ein parfum wählen, def|en.Duft fein und anregend iß, ohne daß es sich in der Umgebung aufdringlich bemerkbar macht. 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