Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 24 (19.10.1922)
- Date
- 1922-10-19
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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294 Hierbei handelt es sich einerseits um die Studierenden und Verbände, die dem „Hochschulring deutscher Art" angeschlossen sind, sowie die sonstigen rein deutschvölkisch orientierten Studierenden und andere Gruppen, die am den einzelnen Universitäten verschieden bezeichnet sind (Mehrheit), andererseits um die verschiedenartigsten Gruppierungen, die in mehr oder minder großer Einigkeit diesen Gruppen gegenüberstehen. Ein Teil ihrer Mitglieder ist neuerdings im „Deutschen Studentenbund" zusammengetreten. Von den Gruppen seien Freistudenten, Pazifisten, Sozialisten, Demokraten, freie wissenschaftliche Vereinigungen, Burschenbund (B. C.), Kartellkonvent (K. &.), die studentischen Gruppen des Eentral- Vereins als Reichsverb'and deutscher Studierender jüdischen Glaubens (R.D. I. S.), die Zionistischen Gruppen, die jüdisch-orthodoxen Gruppen genannt, wobei bemerkt sei, daß die Aufzählung natürlich nichts mit dein „Deutschen Studentenbund" zu tun hat. Vielfach klein und kaum irgendwo geschlossen auftretend, haben sie nur insofern gemeinsame Ziele, als sie das Wohl der Gesamtstudentenschaft durch tatkräftige Mitarbeit fördern Helsen wollen; denn schon die Namen sagen, daß sie kraft ihrer politischen Einstellung, kraft ihrer Weltanschauung, teils aber auch ohne politische Stellungnahme und Weltanschauung in diesem Sinn, aus jeweils ganz verschiedenen Beweggründen der „Mehrheit" gegenüberstehen. So könnte man die Bezeichnung „Minderheit" geradezu durch die Bezeichnung „Vielheit" ersetzen. Die in tet Auszählung zahlenmäßig zwar öfter vertretenen jüdischen Verbände können bei der größeren Mitgliederzahl der anderen Verbände selbstverständlich nur eine weitaus kleinere Zahl von Vertretern zur Studentenvertretung, zum Allgemeinen Studentenausschuß (Asta) entsenden. Soweit. nun die Bestrebungen bestehen, die gesamte deutsche Studentenschaft durch das Band einer „Deutschen Studentenschaft" zu einigen, sind sich Mehrheit und Minderheit einig, wenn auch Mehrheitsvertreter dies in Kurzsichtigkeit immer zu leugnen versuche^ Das Wie ist aber strittig, und so haben die nunmehr ungefähr fünf Studententage nicht vermocht, diese Einigung durch eine einige Satzung herbeizuführen. Ter wahre Grund liegt darin, daß der an und für sich wünschenswerte Zusammenschluß rechtsdeutscher und österreichisch-deutscher Studentenschaft nicht herbeigeführt werden kann, da die „Mehrheit" die in Oesterreich bestehenden „Astas" nur soweit zur deutschen Studentenschaft aufnehmen will, als sie „arisch" sind. Daß damit innerhalb der deutschen Studentenschaft der Boden geebnet werden soll, auch hier die „arischen" Astas auferstehell 311 lassen, habe ich noch nirgends ausdrücklich gelesen, halte dies aber für das verborgene Endziel. Die Bedeutung dieser Frage mag in einem späteren Artikel' berührt werden. Zunächst seien aber au alle jüdischen Studierenden, die auf der Grundlage des Eentral-Vereins, d. h. als gute Deutsche jüdischen Glaubens, mithelfen wollen. Laß uns das Recht überhaupt zu studieren und gleichberechtigt mit unseren Kommilitonen uns der Wissenschaft zu widmen, nicht genommen wird, folgende Forderungen eindringlichst gestellt: ■ 1. Tritt einer studentischen Ortsgruppe bei, und wo solche nicht besteht, dem Reichsverba nd! 2. Arbeite mit uns, unsere Rechte zu wahren, gib stets zum Asta deine Stimme ab, auch wenndir der einzelne Kandidat, Lei dessen Ausstellung dir ja Mitwirken sollst, einmal, nicht ganz passen sollte! 3. Arbeite mit an allen Wohlfohrtseinrichtungen der Studentenschaft deiner Hochschule! Geh mit gutem Beispiel voran, in wahrer Nächstenliebe dem armen Bruder zu Helsen und betätige dich für alle deine Kommilitonen! 4. Wo dir's noch nicht verwehrt (!), betätige dich auch sportlich zusammen mit deinen deutschen Mitstudierenden! Maas sana in corpore sano. 5. Denk' nicht daran, dir durch blinden Haß die Mitarbeit am Ausbau unseres deutschen Vaterlandes verleiden zu lassen! Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da! A. 0., M ü n ch e n. * Deutsch-jüöifche Jugend! Wir rufen euch auf zum Zusammenschluß! Am Sonntag, den 17. September 1922, erfolgte die Gründung der „Deutschjüdischen I u g e nd g em ei n s ch as t", in die jeder junge deutsche Jude hineingehört. Die Jugend braucht, um sich im Kampf für ihre Sache durchzusetzen: Wissen, L c i st it n g, Zusn in m e n - gehörigkeit s g e s ü h l. Das wollen wir der Jugend geben! Wir w e r den lerne n, nicht schulmäßig, aber in Zwanglosem Kreise, um zu erkennen, w i r DEUTSCHE* EDEUIKOR »WltlUiß Am Karlsbad 15 Am Karlsbad 15 25 Filialen in Grotz - Berlin Dresden Marichallllraße 2 Düsseldorf Schadowstraße 47 Breslau Schunedbrücke 12 Köln Hohe Straße 15 SSAlicheMkelM i Ranken-. loflp uJinöetpflefle jj KWennMel SpeMMleliung WltnarenWkaslnekiltzel " . Trauerkleidung je^ier Art in grösster Auswahl und bester Ausführung — Trauerhute und Schleier Auswahlsendung bereitwilligst sofort! Trauermagazin des Westens W 62 Kleiststrasse 23 RUBENS & Co. Fernruf: Kurfürst 6818 Sumilmm Badeöfen 8 oder 6 Stern offeriert billigst Louis Boäenhßimer Frankfurt a. M. 7 Scheffelstr. 26. Wiederverkäufer allerorts gesucht. Prospekt gratis. sofort auf stellbar. E. Grunge & Co. §ue1,aÄÄ Telephon: Kurfürst 1363. j[ £). 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