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Central-Verein-Zeitung · 1922-10-19 · 24 (19.10.1922) · p. Seite 293

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
24 (19.10.1922)
Date
1922-10-19
Page
Seite 293 (sequence 5)
Language
German
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2VÄ Verurteilung des „Völkischen Beobachters". Der Nedakteur dieses bekannten Ncüncheuer Hetzblattes, Hans S o m m e r e r, verstieg sich vor einiger Zeit zuder Behauptung, der C. V. habe sich int Kriege durch Zusammenarbeit mit der deutschfeindlichen, „Alliance israelile universelle" *hc§ Landesverrats schuldig gemacht. Unser Vorsitzender, - Justizrat Dr. Brodnitz, stellte Beleidigungsklage, und vor Gericht mutzte sich der Angeklagte zu einem uneingeschränkten' W i de r r u f verstehen, der im „Völkischen Beobachter" zgl erscheinen hatte. Hierbei aber machte Herr Sommerer den Versuch, die Sache so darzustellen, als habe er dennoch Recht behalten, da der C. V. nur jetzt keine Verbindung mit der „Alliance israelite" unterhalte. Daraufhin wurde er neuerdings vor Gericht gezogen, und obwohl er auch jetzt, diesmal mit Hilfe seines Entlastungszeugen Alfred Rosenberg, die nahen Beziehungen des C. V. zur „Pariser Verschwörerzentrale" zu erweisen trachtete, wurde er und der Mitangeklagte Nedakteur Dietrich Eckart zu je tausend Mark Gel d st rase verurteilt. Das milde Strafausmaß begründete der Vorsitzende damit, daß die Angeklagten aus Parteileidenschaft gehandelt hätten und daß die Verunglimpfung politischer Gegner allgemeine Unsitte geworden sei. Lehrkurse in Berlin. Bereit sein und gerüstet sein gegenüber der Inden-Hetze, die kaum ein Gebiet menschlichen Wirkens außerhalb ihres Kreises läßt, ist Vorbedingung einer erfolgreichen und durchgreifenden Abwehr. Die N ebner! u r s c , die der Central- Verein schon wiederholt in Berlin und an anderen Orten erfolgreich veranstaltete, haben zahlreiche Freunde in die Lage versetzt, jedem Angriff gegenüber ihren Mann zu stellen. Der Lehrkursus, der im Laufe des November'unter der Leitung des stellvertretenden Syndikus des Central-Bereins, Herrn Dr. Wiener, in Berlin veranstaltet wird, soll unsere Freunde -über den neuesten Stoff und die neuesten Methoden von Angriff und Abwehr unterrichten. An sieben Abenden, am 6., 8., 13., 16., 20., 23. und 27 .November werden Kurse über „Redetechnik", „Wissenschaftlichen Antisemitismus", „Die politischen Parteien und wir Juden", „Unser Verhältnis zu den Staatsbehörden", über „Die Juden im Heer", über die „Organisation des Judentums und seiner Gegner", über „Wirtschaftlichen Antisemitismus unterbesonderer Berücksichtigung der Ostjudenfrage", über die Angriffe in der Volksversanunlung und auf der Straße und schließlich über die Angriffe in den gebildeten Kreisen abgehaltm werden. Zur Deckung der Unkosten wird ein Betrag von 60 Mark erhoben, in dem auch ein Exemplar des Buches „Waffen im Abwehrkmnps", von Dr. Italiener, mn einbegriffen ist. Alles Nähere ist durch das Bureau des Central- Vereins, Lindenstraße 13, zu erfahren. Verbot antisemitischer Vereimgungen. Um mehrfache Anfragen zu beantworten, fei hier ausdrücklich erklärt, daß der Haupkvorstaud des Central-Bereius anläßlich des Inkrafttretens des Gesetzes zum Schutze der Republik beschloß, in der Richtung, Verbote gegnerischer Vereinigungen herbeizuführen, keinesfalls tätig zu sein. Alle ergangenen Auslösungsverbote sind also o h n e j e d e s Zutun des C e n t r a l - V. e r e i n s erfolgt. Die ftuöentisthen Ortsgruppen öes Leutral-vereins. An unseren deutschen Hochschulen begann kürzlich ein neues Semester. Während der verflossenen Ferien haben, von nichtakademifcheu Kreisen ganz abgesehen, selbst unsere jüdischen Studenten die Ereignisse in der deutschen Studentenschaft nicht mit dem Interesse verfolgt, dessen sie wert sind. Man mag sich nun persönlich zu studentischen Fragen stellen, wie man will, eines ist sicher: tun res agitur! Tenn immer mehr tritt in den Kreisen der Hochschule ein Antisemitismus hervor, der befürchten läßt, daß sich neben den Pflegestätteu der Wssenschast sich mindestens ebenso starke Pflegestätten des Antisemitismus bilden. In Kürze seien deshalb die Verhältnisse in der deutschen Studentenschaft geschildert und daraus die Forderungen gezogen, denen unsere jüdischen Studierenden beider Geschlechter entsprechen sollten. Schon vor dem Krieg hat sich in der Studentenschaft eine Bewegung bemerkbar gemacht, die für die Studentenschaft ein Selbstverwaltungsrecht zu schaffen versuchte. Diese Bestrebungen haben nach dem Krieg durch die veränderte'Wirtschaftslage insofern eine gewisse Veränderung erfahren, als nunmehr auch die Wirtschastsfürforge in den Kreis .der Selbstverwaltung (z. B. Wohnungs-, Bücher-, Vergünstigungsamt ufw.) einbezogen wurde. Diese Bewegung ist für diese Betrachtung von Interesse, weil bei der Sachlichkeit und wahren Neutralität in Humanitären Fragen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Studenten kein Unterschied gemacht wird. (Dies sei besonders für München sestgestellt.) Auf anderem Gebiet ist aber unser Interesse um so größer und notwendiger. Die Presse fast ganz Deutschlands berichtete dieses Jahr im Mai, Juni und Juli gelegentlich von Nachrichten über Vorgänge in der Studentenschaft, über „Mehrheit" und „Minderheit". Zur HautpflegeiKöpperpflege'Schönheitspflege COLD CREAM SCHERK Zup Babypflege• für h'Iafßge > furSporfsleute^ y Xo!, (J. -tw. 4^. wm. 1810 lLvtf$vvwj/fl/w lAfywv/ N:Brunnen m NW:WiIsndckerl5t Türmio. Ch ’botänrm. Wilmersdorfer *%ö.Nkö/ln: Rem 2Q, Hermann 56. T'hof: BerlinerM

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