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Central-Verein-Zeitung · 1922-09-14 · 19 (14.9.1922) · p. Seite 233

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
19 (14.9.1922)
Date
1922-09-14
Page
Seite 233 (sequence 1)
Language
German
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CSngelnumroer 2 M. plüller sür-euHMmudl undTuventum Postscheckkonto: 30472 Serlin, 14. September 1922 I. Jahrgang ❖ Nr. 19 fvryrm -es LntrÄ Vereins -erttselrer. Staatsbürger jüüiscden MauveusLN 2Ul^>err\eine Zeitung des Oudentums Verlag und Schriftleitung: berlin SW HS, Linöenftraße 13 <■ Zernfprecherr -lmt Dönhoff 35-4, 3595, 35H Die Zeitschrift ist nur durch die zuständige Po ft an ft alt zum Preise von vierteljährlich M. 15,— zu beziehe» Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse, Berlin SW 19, und deren Filialen. Anzeigenpreis: M. 50,— für die 7 gespaltene Zeile nach Rudolf Mosses Normalzeilenmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder des Central-VereinS mit 50% Nachlaß Die 90 mm breite Reklamezeile M. 150,— Die rührigen Die „Nheinisih-tVestfälifthe Zeitung" 'Fürst B ü l o w hat als Reichskanzler einmal ein Wort geprägt, das inzwischen im Büchmann Aufnahme gefunden haben dürfte, weil es viel zitiert wird. Ein Mann, der im öffentlichen Leben kämpfen muß, sei verpflichtet, sich «ine Rhinozeroshaut zuzulegen, an der die giftigen Pfeile der Gegner abprallen. Diese „Rhinozeroshaut" hat sich mancher unserer Freunde anschaffen müssen, der in vor der st er Reihe im Kampfe gegen den heimtückischen zund offenen Judenhaß steht, weil er sonst frühzeitig zusammengebrochen wäre. Wer sentimental veranlagt ist und Schmutz und Verleumdungen der Gegner so auf sich wirken läßt, wie sie es beabsichtigen, wendet sich sehr bald von Ekel erfüllt ab und überläßt härteren Naturen das Feld. Es ist ein rauhes Handwerk, sich mit blindwütigen Judenhassern in Wort und Schrift herumzufchlagen. Wir haben uns im Laufe der Jahre auch beim Lesen der judenfeindlich en Schriften und Zeitungen an allerlei Gehässigkeiten und Widerwärtigkeiten gewöhnt, ohne den Gleichmut zu verlieren. Manchmgl dachten wir. in dem einen oder anderen Artikel sei der Gipfel der Schamlosigkeit erreicht, aber immer wieder mußten wir erkennen, wie noch eine Steigerung dieses vermeintlichen Superlativs möglich war; so erst vor wenigen Tagen, als wir die Nr.' 680 der „Rh e i ni s ch- W e st f äl i s che n Zeitung" zur Hand nahmen, in der sich ein Leitartikel „Abbrechen oder Zerbrechen" findet. Was hier an unerhörten Angriffen in einem großen und angesehenen, der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie wirtschaftlich nicht fernstehendem Blatte zusammengedrängt wird, ist so gemeingefährlich, daß es allesind en Schatten stellt, was Tageszeitungen, die ernst genommen werden müssen, sich nach dem Rathenau-Morde bisher geleistet haben. - Das Blatt behauptet zunächst dreist und kühn, das republikanische Schutzgesetz sei längst geplant worden, „um unbequeme Kritiker und den Antisemitismus loszuwerden". Man benutze den Leichnam Rathenaus wie Bankos Geist, um damit Theatereffekt zu machen. Wirklich erschlagen wolle man vor allem die Antisemiten. (In Nr. 16 unserer Zeitschrift haben wir diese Behauptungen, die hier aufs neue in unerreicht unflätiger Form erscheinen, widerlegt.) Beschimpfungen wechseln mit Drohungen ab. In Bayern, in Hannover und in Ostpreußen gäre es, und durch Vergewaltigung der Nationalen, wie sie das Schutzgesetz mit sich bringe, würden auch die Separatisten in Rheinland und Westfalen gewaltig an Boden gewinnen. Das republikanische Schutzgesetz sei ein Schandgesetz, das zum TodeSaesctz der Republik werden würde, und cs gäbe nur eine Lösung: das Gesetz abznbrechen P d e r d a s R e i ch z u z e r b r e ch e n. „Mfgelöstrn". enthüllt. - Alldeutscher verbanüötag. Der Weissagungen und Schmähungen kurzer Sinn ist: Lieber das Reich in Trümmer als der deutschvölkische Schutz-un d Trutzbund! So lobe ich mir den Patrioten! Welche Frivolität, welch elender Landesverrat liegt aber in solcher Gesinnung, wenn der Artikelschreiber indemselben Atemzuge „enthüllt", daß das Schutzgesetz in Wirklichkeit gar nicht judenhaßzerstörend, sondern judenhaßfördernd wirkt. Höher gehLs nimmeri Erst klagt man, das Schutzgesetz wolle „die Vertilgung des radikalen Nationalismus pur ordre de moufti, d.h. der „jüdischen Regierung", und in der nächstenZeile frohlockt man, wer etwas von der Sache v e r st e h e und hinter die Dinge schaue, wisse, daß der Antisemitismus in den letzten Monaten gewaltig gestärkt worden s e i. 1 ■ i Sehr zu Nutz und Frommen derer, die selbst in Regierungskreisen glauben, Verbote seien nicht dazu da, daß sie umgangen werden können, führt nnS die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" ein Weilchen „hinter die Ding e". Schreibt wörtlich: „Die Nationalen flüchten in Geheimbünde, die zum Teil drollige Namen annehmen, wie Republikanischer Schutzbund, Die roten Brüder, Der Klub der Namenlosen. Zumeist sind sie wirklich namenlos, aber ihre innere Organisation ist um so kräftiger. Sehr rührig wird im stillen mit Flugblättern gearbeitet, deren Herkunst ganz unbekannt ist." Wir wissen längst, d a ß r e i ch l i che r E r s atz für die derbotenen Vereinigungen vorhanden ist, auch wenn wir die Namen nicht kennen, die der Artikelschreiber spöttisch, um irre zu führen, nennt. Der Bericht über die Essener Tagung des „Alldeutschen Verbandes", die zu Beginn des! Monats stattsand, läßt vermuten, daß sich hier alle „Aufgelösten" ein Stelldichein gegeben haben. Aus dem „Bund nationaler Soldaten", idem „Bund der Aufrechten", dem „Schutz- und Trutzbund" usw. ist eine G. m. b. H. „Alld e u tsch er Verband" geworden. Ist es nicht Judenhaß in Reinkultur, wenn Freiherr v. Vietinghoff- Scheel in seinem Bericht ü b er d ie poIi t is che Lage die Juden und ihre Weltherrschaftsgelüste charakterisiert: „In den Juden steht uns nun ein Volk von gänzlich anders gerichteter Eigenart gegenüber, die unter anderem darin zuin Ausdruck kommt, daß sie, teils unbewußt aus ihrer semitisch-nomadischen, des tieferen Staatssinnes er ni angeln den Veranlagung heraus, teils bewußt aus Selbsterhaltungstrieb der Bildung wahrer Dolksstaaten, in denen Volks- und Staatsbürgertum sich decken, widerstreben müssen. Sie haben sich daher überall der Ausbildung eines wahren Volkssinns entgegengestellt und dank ihrer Herrschaft über die öffentliche Meinung ist es ihnen auch gelungen, seit langem schon den Sinn auch nächstverwandter Völker für die gemeinsamen rassischen Belänge

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