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Central-Verein-Zeitung · 1922-08-31 · 17 (31.8.1922) · p. Seite 218

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
17 (31.8.1922)
Date
1922-08-31
Page
Seite 218 (sequence 10)
Language
German
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213 antisemitischen Verhetzung in der Jugend entgegenzuwirken, an uns, durch unser Beispiel den andersgläubigen Volksgenossen Zu Zeigen, daß der deutfche Jude ein ebenso treuer Freund, ein ebenso tüchtiger Staatsbürger ist, wie es die übrigen Deutschen sind. N u n aber h i n w e g mit allen kleinlichen Streitereien! Tretet i n die d e u t s ch j ü d i s ch e n Jugendvereine ein, s o \v c i t ihr bisher noch nicht Mitglieder seid! Ihr, d e u t s ch j ü d i s ch e Jugendorganisationen aber, e r k e n n t e n d l i ch e i n m a l, daß nur g e m e i n s a m e intensive Arbeit o h ne Führerst r e i t i g k e i t e n u n d P h r a s e n d r e s ch e r e i u n s u n s e r e m Ziel näher bringen kann! Wilhelm Lewinski, Leiter des Jugendbundes Weißensee des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. fflm uns not tut „Organisation ist das große Wort, dem die Zukunft gehört/' Diesen Ausspruch prägte Christian Morgenstern im Jahre 1907. Die Gegenwart läßt die Nichtigkeit dieser Worte erkennen. Soll eine Idee Zur Wirklichkeit werden, soll sie Massen den Weg in eine bessere Zukunst weisen, so geht es nicht ohne das Mittel der Organisation. Auch die deutsche Jugendbewegung hat das erkannt und verwertet. In der deutsch-jüdischen Jugendbewegung dagegen fehlt leider diese Erkenntnis. Vorhanden ist sie nur dort, wo nicht „deutsch" gearbeitet wird. Ein geringer Prozentsatz der Jugend, die deutsch und jüdisch fühlt und handelt, ist in Spezialvereinen organisiert. Gute Wanderbünde, Turnvereine und jüdischliberal Vereine bestehen. Diese können aber immer nur einen Bruchteil der deutsch-jüdischen Jugend umfassen. Ist damit aber alles getan? Wo bleibt die übrige Jugend, für die die bestehenden Organisationen keinen Platz bieten? Hat sich die deutfch-jüdische Jugend diese höchst aktuelle Frage schon einmal vor-gelegt? Wenn, ja, was gedenkt sre zu tun, um wertvolle Kräfte nicht brach daniederliegen Zu lassen? Wir deutschen Juden loben in einer ernsten Zeit. Feindselige Elemente wollen uns unser Deutschtum absprechen. Kern Mittel erscheint ihnen zu gering, keine Tat verabscheuungswürdig, genug, um ihr Ziel zu erreichen. Die antisemitische Jugend Hai in den Kampf mrt vollen Kräften einbegriffen. Können, dürfen wir deutschjüdische Jugend das ruhig mit ansehen? Wenn wrr Jungen nicht mld vollen Kräften in den Abwehrkamps einigegriffen haben, fo ist das bedauernswert genug. Darüber äber^ daß es nicht so weitergehen kann, darf kein Zwerfel bestehen. Auch hier Hecht es: Sammlung oller Kräfte zur - Stärkung ihres Selbstbewußtseins und ihres Wissens um Deutschtum und Judentum. Kein jüdischer junger Mensch, dem es um sein Deutschtum ernst ist, darf in diesem Kampfe fehlen, darf die Schmach der Indifferenz auf sich laden. Die Aufforderung zur Tat ergeht in ernster Stunde. Die Lage erkennen und dann schnell entschieden handeln, muß uns züt Pflicht werden! Arthur Danziger. l*- Jrrgend-Schrrudliteratttr. Im Verlage der Mitteldeutschen Verlagsanstalt (Heidenau bei Dresden) erscheint in den gewissen bunten Heften, die sich schon äußerlich als übelster Kitsch kennzeichnen, eine Märchenreihe „Es war einmal. . deren Herausgeber merkwürdigerweise ein Schuldirektor namens Richard Stecher ist. Abgesehen von der literarischen Wertlosigkeit dieser Hefte, abgesehen^auch davon, daß sie Märchen bekannter Autoren veröffentlichen, ohne deren Namen zu nennen, gehören sie zu jeneD gefährlichen Sorte von Druckerzeugnissen, die unter der Flaggd harmloser Unterhaltung die jugendlichen Leser mit antisemrtischen Anschauungen und Empfindungen i n f i % zieren. In allen diesen Märchen ist der Jude ein FinsterliiH und Vösewicht. Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, daß zur Ze« der Kriegszensur fünf Generalkommandos diese Serie als Schund b e z e i ch n e t e n , % Vreisausschreiben» Dir Arbertsaemeinschaft iüdiscb-liberalev Iua-endiß vereine veranstaltet ein PreiAaus schreibenfür eine Werbeschrift „DaL liberale Judentum". Schlußtermin für Einsendun aen. die an Herrn Naher. Breslau. Karlftraße 18, zu richten sind, ist der 31. Dez-errDer d. Die Preise betrauen 2000, 1000 und 500 Mark. DelcgierckenLag der jüdisch-liberalen Jugend. Die rühr tue Arbeitss aemeinschast iüdisch-liberaler Iua-endvereine Deutschlands, hält am 24?* 25. und 2ö. Dezember d. I.. ihren 4. Deleaiertenta-a in Breslau abl Aus dev TaWsordnuna stehen Referate bm Frl. ß i 11 tn a n n itnfc Herrn Basier über „Theoretische Grund bauen t>«y| I i b 11 alle n I u id e n t um s" und von Dipl.-Ina. Wov d s üdW „Die Verwirklichung des religiösen Liberalismus'« Anschließend daran findet eine Fe stversammlunn -anläßlich deS zebm iähriaen Bestehens des „JA". Breslau, statt. ■ ii R. E., Velten. Sie finden m den, Wagen der Vorortbahn unasiW gesetzt Mine Zettet mit ZudenfmnMtWr AeuHerünMNänorNeör. EtnM senden Sie uns ein. Ihr Inhalt ist so albern, daß man für das P«L das Anstandsorte mit Hakenkreuzen und Wenbahnwaaen mK derarMM Schmutzzetteln verziert, wirklich nur eist verächMches Achselzucken DbvW haben kann. Erwischen Sie aeleanAich einen dieser Bena«. so übewebm Sie ihn «sofort der Bahnpolisei. . > m Immer noch nicht genügend bekannt ist, daß Teigwaren von aUen Speieen an Nährwert dem Fletsch am nächsten stehen. Teigwaran sind dabet am vieles bilüger wie Fleisch und haben den Vorzug der schnellen Zubereitung, — Durch leichte Verdaulichkeit tragen sie zue Gesundheit jeder Familie bet Hugo Landau Versteigerer Taxator Berlin C 25, Kaiserstraße 32a Fernsprecher: Königstadt 2575. 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