Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 12 (27.7.1922)
- Date
- 1922-07-27
- Page
- Seite 156 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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meines Volkes zerstört. Es -ist schmerzlich, auf den Besitz eines solchen erhabnen Kollegiums zu verzichten. Einer meiner Freunde, ein durchaus respektloser Mensch, ausgerüstet mit der „glaubens tosen. zersetzenden jüdischen Kritik", hat sich daran gemacht, ohne jede Ehrfurcht vor dem Grafen Reden tl o w und den: Fürsten von S a l rn, dem Spender der hunderttausend Mark zur Herstellung der deutschen Ausgabe der Protokolle, eben diese Protokolle in ihre Besta ndtei le a ufzu lvsen. . Eure e ch t j ü d i s ch e F r e ch h eit — nicht wahr? Er verspricht, die Ergebnisse seiner „Forschung" demnächst zu veröffentlichen. Ich sehe mit Schaudern dem Moment entgegen. Il an Ls. n«tt* ftktrwttft Kontiona. Sehr geehrte Schriftteitung! Obwohl der 2M. Geburtstag -des Deukers der freien Vernunft Immanuel (Mit uns -ist Gott!) Kant erst am 22. April 1924 -in allen Kulturländern und bei allen -geistig eut-wickelten Völkern gefeiert werden wird, hat als erste Universität die neu aufstrebende Hochschule zu K o w n o in -ihreer Zeitschrift „Logos" (Die Vernunft) bereits jetzt e'meu Preis voll 10 000 Mork ausgeschrieben für die beste 1922 einzureichende Arbeit über das bisher noch nicht behandelte Thema „Kant und die Litauer". In der „C. V.-Zeitung" hat Professor Goldstern (Darmstadt) in seinen: für die Abwehr judeusemdlicher Angriffe sehr wichtigen Aufsatz über den Z i tat enw ah ns i n n der Antisem xien bereits ganz kurz darauf hingewiesen, wie sehr mit Unrecht auch mi§ dem Zusammenhang gerissene Bemerkungen des großen Freundes von Moses Mendelssohn und besonders von Markus Herz, Immanuel Kant, in antisemitischen Flugblättern noch immer pöbelhaft entstellt und für unlautere Zwecke ausgeschlachtet werden. Von den Briefen Kants, des Mannes strenger reiner Wissenschaft, sind eine Anzahl an M o s e s Mendelssohn (meist rein philosophischen Inhalts, einige enthalten auch Empfehlungen jüdischer Studenten) verhältnismäßig die meisten an M a r k u s Her z in Berlin gerichtet und sie bilden ein schönes Denkmal des Freundschastsbundes, der den angesehenen Berliner Arzt und derr großen Philosophen von Königsberg, der „Stadt der reinen Vernunft", verknüpft. Wie auch Büchmann in feinem Buche „G e f l ügelte W o r t e" erwähnt, stammt diese letztere tressende schöne Bezeichnung der Kant-Stadt von dem jüdischen Literaten Dr. Freystadt, einem langjährigen Mitl arbeiter der damals von Ludwig Philippsohn redigierten „Alll gemeinen Zeitung des Judentums". Als die preußische Akademie der | Wissenschaften 1762 eine Preisschrift ansschrieb.' „lieber die Grund-- sätze der natürlichen Theologie und Moral", erhielt Moses M e n de l s s oh n den ersten, K a n t den zweiten Preis. Trotzdem wurde Mendelssohn niemals Mitglied der Akademie, was and} Kant verdroß. Und loenn hier an dieser Stelle Professor Goldstern mit Recht erwähnt, das; einzelne von der; Antisemiten als Kant-Worte über die Juden ansgegebenen Zitate aus das Konto der Zeit Voltaires fallen, so zun; Beispiel das Gelegenheitswort „die unter uns lebenden Palästinenser", so bedenke man, daß sich in dem im Siebenjährigen .Krieg von den Russen .okkupierten Königsberg damals Polen, Litauer, Moskowiter und selbst Asiaten berührten. Immerhin wäre es nicht nur für den Osten Europas, sondern für alle Länder und Volker wichtig, gerade sür I m m a n u e l K a u t s 2 0 0. Geburtstag eine literarische Arbeit schon jetzt vorzube rer ten über das Thema „K aut und die nr e s s i a n i s ch e Idee des I u d e n t u nt s". Tenn als Immanuel Kant 1795 seine Schrift „Z ti m ewigen Fried e n" verfaßte, verlangte er schon damals ausdrücklich genau so, w i e es uuse re P r op h eten ge leh% t h abe n , daß der R e ch t s z n-st a n d unter den Völkern begründet werde durch einen V n n d f r e i e r Volke r. Gerade heute sei hier kurz an einige P r ä l i m i n a r a r t i k e l von K a n t s Völkerbund erinnert: 1. Es soll rein Friedensschlnß sür einen solchen gellen, der mit dem geheimen Vorbehalte des Stoffs zu einem künftigen Krieg gemacht worden; oder 4. es sollen keine Staatsschulden in bezug auf äußere Staatshändel gemacht werden usw. usw. Und der erste D e f i u i t i v a r t i k c l 51 ants lautet: „D i e bürgerliche V e r f a s s u n g i n jede m Staat soll r e p u b l i k a u i sch s e i n". Werden danach die Urteutonen, die Deutschvölkischen, es noch weiter wagen, 'eineu I m m a n ue l -Kant in ihren gefälschten Zitaten sür sich in Anspruch zu nehmen, Kant, diesen Propheten eines wahrer: Völkerbundes!? ' . ■ " M e y e r F riedeb e r g (Berlin-Pankow). * §ort mit örr Isolierung! Geehrte Schristteitn In der Eröffnungsnmnmer unserer „E. V.-Zeitung" findet sich u. a. auch ein Aufsatz mit der Ueberschrift: „Jüdische Jugend muß in jüdische Jugendvereine." Dieser Forderung kann inan in der Form, wie sie hier ausgestellt ist, nicht verpflichten. Und wenn ich heute -dagegen aufzutreten versuche, wie jüngst auch das Vorstandsmitglied Licht der Ortsgruppe Striegan, so geschieht dies einmal in der Erwartung, daß auch gegnerische Ansichten zmn Worte kommen. .vkv7LQ1kLENSMN0 OkMMLIWlMlEK Mb» Für Euren Kievling m die kleine Kinderbibel das schönste Buch, mit bem er lacht und weint, eine einzigartige, vielleicht die beste pädagogische Neuerscheinung Liber- Haupt, weil auf neuzeitlicher Lirrdervsvchologischer Grundlage ansgebaut. — Zu beziehen durch den Verfasser Lehrer Hermann Wallach nr Aachen, Roonstraße 21. — Preis M. 25.-- portosret. münzensammlnngen kaust Ball, Berlin, Milhelmstraße 46M Münzenharrdlung 5 Thorarollen zu verkaufen. Anfragen unter M. ST. 4065 an Nüöolf Moffe, München. «allerlei Gelegenheitsgegensiände: Antiauitäten. Schmucksachen, Möbel, Wirtschaft^ sacheu, Kleider. Belze, Reisek-rsser übermmrirt Kauf und Verkauf kommissionsweise bei lC*°/0 Preisanfschlag oder fest. Ausstellung. Lagerung. Eckhaustaden, spesenfrei. 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