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Central-Verein-Zeitung · 1922-07-27 · 12 (27.7.1922) · p. Seite 149

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
12 (27.7.1922)
Date
1922-07-27
Page
Seite 149 (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 1,50 flu _ Blätter für-eolsrktMNWj unälttPentum. Serlin, 27. ^uli 1922 I. Jahrgang ❖ Nr. 12 'vryan -es fintfrol-Vmins Seutjclrer eiaatsHürger jüdijcben Maudens'?» °postsche<«»nto: 30472 Äll^emeine ^eitun^ des Gudenrums Verlag und Schriftleitung: Berlin SW HS, Linöenftraße IS 4- Fernsprecher: slmt Dönhoff 3594, 3595, 3596 Dte Zeitschrift ist nur durch die zuständige PostanstaLt zum Preise von vierteljährlich M» 15,— zu deziehen Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf Masse, Berlin 8 W19, und deren Filialen. Anzeigenpreis: M. 12,— für die 6 gespaltene Zeile nach Rudolf Mosfes Normalzeilenmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche für Mitglieder des Central-Vereins mit 50®/,-, Nachlaß Die 90 mm breite Neklamezeile M. 60,— Der Trennungsstrich. Die Deuischnationale volkspartek bleibt positiv öeutschvölkisch. Die D e u t s ch n a t i o n a C e VolksParte i fiat 'dem Re ichstagsabgeo rdrieten Henning den Stuhl vor die Tür gestellt, weil seine Persönliche Art politischer Betätigung ihr unerwünscht war. Die Abgeordneten v. Gra>efe und W u Ile, nicht minder bekannte dentschvötkische Führer. Habens des Ausgeschlossenen Partei ergriffen und sind aus der Deutschnationalen Reichstagsfraftian ausgeschiedeu. Ans der anderen Seite zeigt der Abgeordnete v. Dnh ring er seinen Austritt an. Diese Tatsachen sind das letzte Glied in einer Kette langer Entwicklungen. Die Henning, die Graefe, die Wnlle und mit ihnen die Roth und Kunze sahen nnd sehen in der Lösung der Jndenfrage das e i n z i g e M i t t e l zur B e s e i t i g u n g a l l e r.v aterländi s ch e n N o t. Hinter dem Sowjetstern, hinter -dem -internationalen Geldbeutel, hinter dein Tiuteufasse der gesamten nichtvöltischen Presse — and) „Tägliche Rundschall" und „Lokalanzeiger" wurden schon dazu' gezahlt —, hinter den Schriften des alten und neuen Bundes, hinter der Tiarades Papstes und dem Jesuitenorden, hinter den Schauuud Filmbühneu nnd, was weiß ich sonst noch, grinst dos Juden Gesicht. Und nur seine erbarmungslose N i e d e r k ü m pfnn g, für die geistige und auch körperliche Waffen empfohlen werden, kann das deutsche Reich in seinem alten Glanze erstrahlen machen. Es müsste sonderbar zugeheu, wenn solche Gedankengänge von a i l e n führenden Männern der Deutschnationalen Volkspurtei, in der noch manche Qualitäten sitzen, restlos geteilt würden. Wer etwa in Professor Ulrich K-ahrstedts „E i s e r n e n Blätter n", deren Standpunkt ganz gewiß nicht unser ist, einen Aussatz Dora Menadiers über das deutsche Volkstum liest und dann zur „D e u t s ch e n L e i t u n g " mit den Ergüssen eines M a u r c n b r e ch e r und S dpi lling oder gar zum „De n tf ch e n T a ge bl a t t" preist, an dem Sou tag und Dtelter ihre Weisheit zürn besten geben, dem wird der Abgrund, der sich zwischen diesen beiden Polen anftut, schwindeln machen. Aber die deutschnationale Parteileitung war ersichtlich schlvindelfrei und hat ihren deutschvölkischen Freunden gern gestattet, antisemitische Wellen anzublasen, die deutschnationale Abgeordnete in reicher Zähl, nach ihres Führers Hergt unvergänglichem Wort/in den Reichstag tragen sollten. Sie 'rührte auch keinen Finger, als die Wellen künstlich zu Sturmeswogen -augefacht wurden, die nun Unheil und Verderben über das ganze Vaterland gebracht haben. Wohin der Judenhaß führt, — blickt ans frische Gräber, -seht ans die unaufhaltsame wirtschaftliche Verelendung, et= 'kennst Milt tiefer Besorgnis, welche gefährlichen politischen Entwicklungen im Gefüge des Reiches sich augebahnt haben' Wer es uns nicht glauben wich wer die delstsdMativnale Berantwortlichkeit abstreiret, dem wird die Zuschrift des &£* kannten d e u t s d) n atio n a l e u Reichstustskandi>oaten Paul Fuhrmann an die „Zeit" die Einsicht bringen: „Die Deutschnationäte Partei -wird ihre Pflicht gegen Volk und Staat erst dann voll erfüllt haben, wenn sie sich entschließt, j e d e G e in e i u s ch a f t mit dem entarteten antisemitischem Geiste, der die Brutstätte und Quelle des zum Meuchelmorde führenden vergiftenden Hasses und Fanatismus ist. abzülehnen." Und diese Einsicht werden die Ausführungen Dr. S chu ltze -P fael ze r s in -der wahrlich nicht sirdenfremrdl-ichen „T ä g l i ch e n Rn u d s ch a u" bestärken, in denen es heisst: „Man kann von starker persönlicher Abneigung gegen die geistige oder wirtschaftliche Betätigung des Judentums erfüllt -fein, man lvird dennoch ein politisches Programm ablehnen, das die deutschen Staatsbürger jüdischer Rasse einfach sozusagen für v o g e l f r e i erklärt. Wenn natürlich auch in den offiziellen Leitsätzen der radikalen Völkischen nicht znnl Pogrom aufgefordert wird, so erzeugt doch die leidenschaftliche und ans die Bedürfnisse des inneren Friedens kaum noch irgendlvelche Rücksichten nehmende Hetze solcher völkischer Agitatoren -leicht bei v e r a n t w o r t u n g s - losen Mitläufern eine. Pogro in ft i -m m n u g." Hat ein H erg t, ein H e l f f e r i ch. ein W e st a r p Wachsklumpen in den Ohren, um solche Sprache unumstößlicher Tatsachen, die zum Himmel schreien, zu überhören? Wer wird es glauben? Warum also wagt die Parteileitung den entscheidenden T r e n n u n g s st r i ch n t ch t? Ist es wahr, daß taktische Erwägungen die politische Moral an die Wand drücken? Die Wnlle und Reventlow schlagen ntd)t erst jetzt die große Pauke: M i l l i o n e n o o n W ä h l e r n , U n -- s u rn m e n von G e l d e r n ft ü n d e n h t n t e r t 'h n e n. Ein Brmch mit den völkischen Führern bedeute nach der Riesenüberschrift des „D e u i f d) c n A Vend ö l a t t s" den „Zerfall der Deutschnationalen". Daß die deutschvölkische Agitation in den Köpfen von Schülern. Studenten und früheren Offizieren leider gefährlichstes Unheil augeridytet hat, erweisen nicht nur die blütbespritzten Letzten Seiten deutscher Geschichte. Daß mancher Lehrer und umnche Lehrerin, mancher Beamte insbesondere der mittleren Gattungen, mancher Kleinhändler zur deutschvölkischen Fahne schwört, ist keine neue Wahrheit. Und die Zahl all dieser geht gewiß in die Zehn- und Hund'erttausende. Aber es -müßte ja mit dem Teufel zugehen, wenn gediegerre politische Aufklärung die nicht jeder Einsicht Baren unter ihnen aus den deirtschvölkisdjen Netzen losmachte. Und schließlich sollen Parteiführer e b e n F ü h rer, n i cf) t G e s ü h r t e sein. Der Deutschnationale P a it £ F u h x m a n u ruft seiner Partei zu: Die- Gefahr des vorläufigen Verlustes einer mehr oder m-inder großen Anzahl von Parteimitgliedern, diezumeist

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