Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1 (1922)
- Issue
- 10 (13.7.1922)
- Date
- 1922-07-13
- Page
- Seite 131 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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131 Ja, giltes a-uch in christlichem Kreisen Not zn lindern, Tränen 'zu trocknen, dann, ist uns die Beihiise-jüdischer Mitbrü-der herzlich willkommen. . Gilt es, Kunst und Wissenschaft' in diesen Tagen der Not vor der Zerstörung, zu sichern, daun schämen wir uns nicht der jüdischen 'Nennen, die mit Beiträgenauf den Sammellisten stehen. Gilt eS aber, einem geknechteten, unwürdig verachteten, mit tausend reichen Verdiensten geschmückten Voltsstamine einmal öffentlich zu bekunden, daß wir keineswegs znseinen Schmähern zählen wollen, dann verkriecht inan sich feige vor jenen, die unsere deutschen Juden mir Schi nutz und Kot v-owerfen wollen. Nein, ihr. Tatchristen, heraus Zmn öffentlichen Protest gegen die Judenhetze! . ■ ' In der Nu nunc r der „(L V.-Zeitung" vom 30. Juni 1922 findet Schreiber dieser Zeilen einen Artikel von Herrn. Licht (Striegan), der warm ein Haudirrh andarb eiterr der jüdischen und nichtjildi scheu Bevölkerung befürwortet. Dieser Artikel erinnerte, den Verfasser dieser Zeilen daran, wie er jüngst in einem Westfälischen Torfe einen I ude n als V o r s i tz e n den e i n e s Kriege r v e r e i n s fand, eines Kriegervereins, dem reiche Fabrikanten, sehr „dicke" Landwirte angehörken. Diese Taisache erfüllt mit großer Befriedigung. Ja, schrnied-on wir die jüdische Hand eng an die christliche, gilt es, unserem heißgeliebten Vaterlande in. feiner liefen Not (nei zu stehen, gilt es, der Welr zu zeigen, daß die vielgepriesene deutsche Gerechtigkeit nicht im Chaos' der Verwirrung untergegangen ist. Arbeite!! wir Hand in Hand, das namenlose Glend der Kriegszeit und der Nachkriegszeit zu lindern, Tränen zu trocknen, die von der Not hervorgcrufen^sind. Aber hüten wir uns, durch eine verabfcheuungswürdige Hetze die Volkseinpörnng auf unsere Mitbrüder, die Juden, zu treiben. Das durch diese Hetzen vergossene Blut fällt auf die Hetzer zurück. In diesen! Sinne wollen wir, ob wir Christen oder Juden sind, uns als Ten t s ch e die Hände reichen, und jeder soll uns herzlich willkommen sein, der in ehrlicher Mitarbeit die Bruderhand bietet. A l o y § B u s ch m a n u , Sch r ist stell er, Münster i. W. * „Deutsche Iuöen, politisiert euch!" S ehr geehrte S ch r i s t l e i t u n g! Seit der Begründung des Central-Vereins ist der Grundsatz befolg: worden, die Abwehr der judenseiudlichen Bestrebungen selbst in die Hand zu nehmen. Diesen! Grundsatz ist der Verein bis auf den heutigen Tag treugeblieben. Wieviel "Arbeit, besonders Kleinarbeit, hierbei geleistet worden ist, das vermögen Außenstehende kaum zu ermessen. Ja, die Anstrengungen scheinen in letzter Zeit sich noch vergrößert zu haben, denn der Umfang des Mitzut-eilenben ließ sich nicht mehr in Monatshefte zwangen-, "sondern erscheint in allwöchentlichen Bekannt m a ch u n g e n. Der Zweck, die deutsche Jndenheit über die Vorkommnisse ihrer Widersacher auszuklären, die Ungerechtigkeiten der Verfolgungen und Schmähungen nachzuweisc-n, die Unbilden, die einzelnen oder Gruppen von Inden zugefügt sind, der ^ühne Zuzuführen, dieser Zweck konnte nach bisherigen Methoden nicht besser erreicht werden. Die Zeiten haben sich geändert, so müssen sich auch die Methoden ändern. Waren es früher manche Machthaber, die das judenfeindliche Treiben n n t e r st ü tz t und gebilligt h a b e n , mußten demnach Beschwerden an diese wie Klagen gegen den Teufel vor Beelzebub verlaufen, so sind die früheren Machthaber jetzt in die Opposition, genau gesprochen, in die Minderheit gedrängt. Doch wehe denjenigen, die deren Macht und diejenige ihrer Mitläufer unterschätzen würden! Die ganze Berrvaltnngstechnik ruht noch zum größten Teil in den Händen derer, die es meisterlich verstehen, die besten Absichten -der Regierung nach ihren Wünschen zu beugen. Die junge deutsche Republik wird sicherlich keinen leichten Stand haben, sich zu behaupten. Der Spürsinn unserer Feinde hat mit guter Witterung herausgesunden, daß bei einer kraftvollen Durchsetzung der neuen Staatssorm ihre sonst so wirksamen Berwaltnngs- und gesellschaftlichen Maßnahmen gegen die Gleichberechtigung der Juden Schiffbruch leiden würden. Sie haben daher die Republik Judeur e g i e r u n g , die F a h ne Indens a h u e benannt, sowie alles, was ihnen im In- und Auslande mißfiel, mit dem Zusatz Inden versehen, nur alles dies instinktgemäß verächtlich zu machen. Nehmen wir den Fehdehandschuh ans, seien wir, deutsche Inden, Verteidiger alles dessen, was die Antisemiten hassen! Treten wir alle in die Verbände, welche die Republik zu erhalten streben, ein jeder in den Verband, der seiner politischen Richtung entspricht! Auch diejenigen, die, wie ich selbst, den! Politischen Treiben abhold sind, mögen ihren: Berufe, ihrer Tätigkeit Opfer bringen und nicht erst den'Wahltag abwarten, daß man ihnen einen Wahlzettel in die Hand drückt! Wir wollen für uns und unsere Kinder eine solche Gleichberechtigung erstreben, die den Menschen nur nach seiner. Gesinnung und Handlung wertet. Hamburg, den 29. Juni 1922. Dr. A. P h i l i p P s o n. DIE I IDEALE DER HAUTPFLEGE | lTMin= Creme U)iUn=Qasta : 'TDtt/n=Quder Cidntmitin ^rostmitin Dieselben zeichnen sich durch äusserst günstige Beeinflussung der Haut aus und sind im Gebrauch höchst angenehm Generalvertreter für Berlin u. Umgegend: Arkona-Apotheke, BerlinN37 Arkonap!atz 5. Tel: Humboldt 1711 u. 5623 Chem. Fabrik ^Krewel <T. Co. rf. Q. 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