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Central-Verein-Zeitung · 1922-07-13 · 10 (13.7.1922) · p. Seite 121

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1 (1922)
Issue
10 (13.7.1922)
Date
1922-07-13
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 1 M. Serlin, 13. Jul! 1422 I. Jahrgang ❖ Nr. IS _____. ♦I,«a Blätter fürAeutsckturn^' unö^uoentum Postscheckkonto: ZS172 Ällc^emeine Zeitung des Gudentums Verlag unü Schriftleitung: Herl!» SW -8, Lin-enstraße 13 * Jernfprecher: flmt vonhoff 3544, 359S, 3S4S Die Zeitschrift ist nur durch die zuständige "Po st an st alt zum Preise von vierteljährlich M. 7,50 zu beziehen fvrya» des lLntralVerrms üentfrlrer Staatsdüryer j üöisrden Aouvens'?« Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf Moste, Berlin SW 19, unb deren Filialen. Anzeigenpreis: M. 12,— für die «gespöttene Zeile nach Rudolf Mofses Normalzeilenmester Nr. 4, Familienanzeigen und SLellengestlche für Mitglieder des Central-Vereins mit 59% Nachlaß Die 90 mm breite Reklamezeile Nr. 60,— Ist -ie Gefahr vorüber l Die Propaganda -er Tat — tlnoerßegte Geldquellen — Unsere Pflichten Als am Sonnabend, dem 24. Juni, der Telegraph die C ch r e ck e n s n a ch r i ch t v o n G r u n e w a l d in die Städte und Dieser des Vaterlandes trug, war der leitende Aufsatz für die fällige Nummer unserer „C. V.-Zeitung" bereits 'fertiggestellt. Seine Ueberschrift lautete: „Vor einem G e n e r a l st u r m d e x I u d e ngegne r." „Ueberall", so heißt es in ihm, „schlägt wieder einmal die Flamme des Judenhasses mächtig empor. In allen Orten lebt die Flugblatrverteilung und die Bildcrnkleberei auf. Versammlung folgt auf Versammlung trotz Reisezeit und Sommerhitze. Worauf foT das alles hinaus? Was bedeutet dieser Generalsturm? Wir sind nicht so kindisch, sogleich von Weltumsturzplänen der „Oberleitung der Deutschvölkischen", der „W eisen von Hamburg" zu faseln, obschon diese im Gegensatz zu den „Weisen von Zion" vorhanden sind. Aber z Weisels - ohne liegen hier bis zu einem Grade Anord- . n u n g e n vor, die befolgt werden und die ein besti m m t e s Ziel vor Augen haben. Welches? Wir w i s s e n es n i ch t." So war der Ausdruck unserer besorgten Beobachtungen v or Rathenans (Srmotöitng. Diese, die ihr folgenden^Verhaftungen, die Enthüllungen aus beschlagnahmten Papieren haben sie grauenvoll b e st ä L i g t. Mitwisser und Mithelfer des Mordes, Wegbereiter der 'Mordstimmung entstammen deutschvölkischen und dentschnationalen Kreisen. In Hamburg wird ein Verschwörernest ansgehoben, das den Tod über zwölf „jüdische Persönlichkeiten" verhängt hat. In O l d e n b u r g loerden deutschvölkische Proskriptionslisten der Oldenburger Inden ans Tageslicht gezogen. Geheimschreiben des Gauwartes des deutschvölkischen Schutz- und'Trutzbundes E ri ch Bade in Schw er i n , der den Btord förderte, werden bekannt; sie verlangen die Vernichtung der Inden und erbitten schon beizeiten'die Zusendung unbedingt zuverlässiger Teilnehmer. „W i r stehen vor de m End - t a m v f," verkündet Bade. Fast in jeder Nummer der Presse regnet es Veröffentlichungen über die landwirtschaftlichen A rbeitsgen o s s e n s ch a f L e n. Die Vorgesetzten darin erklären ihren Untergebenen, „daß sie bald Gelegenheit haben würden, ihr Mütchen an den Inden zu kühlen". Das Ende der Ueberraschungen ist noch nicht abzusehen. Eine der wichtigsten Fragen, deren Antwort helles Licht in sorgfältig geschütztes Dunkel bringen wird, ist die nach den (?) eldgeber n der deutsch v ö i f i s ch e n £ rganifa Honen. Bor längerer Zeit war einmal von einem d e u t s ch v ö l k i s ch e n G e h e i m s ch r eibe n die Rede, gerichtet an eine große Anzahl S ch w e ri n-d u stri ell er. Diese wurden darin mit einem bestimmten Prozentsatz ihres geschätzten Jahreseinkommens „veranlagt". Und dieser Zahlungsaufforderung soll in starkem Maße entsprochen worden sein. Die Mitteilungen, die aus einer guten Quelle flössen, wurden spater bestritten. Aber sicher ist an diesen Dingen etwas Wahres gewesen. Daß unter den Gutsbesitzern planmäßig für die Mordkreuzpropaganda Geld gesammelt wurde, ist nichts Neues. Wenig beachtet wurde die Nachricht, daß O L t 0 F ü r st D a l m in einem Briefe an den G rasen B e h r vom 24. Mai 1919 für „eine große Presseorganisation" Mittel sammelt, natürlich national-dentschvolkischer Färbung. „Es ist Aussicht vorhanden, daß die schwer heimgesuchte Schwerindustrie doch noch erhebliche Mittel hierzu hergeben wird, und ich versuche auch die bisherigen regierenden Häuser zu veranlassen, das gleiche zu tun. Aber auch der sonstige Adel muß hierzu ganz andere Mittel bereitstellen wie bisher." Die „P rotokolle der Weisen von Z i o n", dieses schändliche Lügenbuch, werden dann über den grünen Klee gelobt. „Vielleicht können Sie", bittet Fürst Salm, „an den gezeichneten Beitrügen einige tausend Mark zur Drucklegung, die zirka 100 000 Mark kosten wird, zur Verfügung stellen. Ich selbst werde die 1000 Mark, die ich sonst für die Fraktion gezeichnet hätte, für dieses mir im Augenblick wichtiger erscheinende Unternehmen zur Verfügung stellen." Weitere Aufklärung über die Geldgeber der Deutschvölkischen brachten die beim £ berp o st sekretä r F a ß h a u e r , Vorsitzenden des deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes in Gera, in diesen Tagen beschlagnahmten Briefe. ' Ein an den f r ü Heren F ü v st e nvo n R euß, He i n r i ch XXVII., gerichteter Brief hat folgenden Wortlaut: „Ew. Durchlaucht herzlichsten Dank für die unter „u n b e k.a n n t" in unseren Büchern verbuchten, uns z lt r Verfüg n n g gestellten 3 0 0 0 M a x f." Erinnert man sich, daß nach den gedruckten Offenbarungen des früheren dentschnationalen Generalsekretärs K r o s ch e l maßgebende Männer der Deutschnationalen Volkspartei Herrn Richard Kunze, als er noch nicht den deutschsoziaten Klepper ritt, Räume und Gelder für seine eklen Flugblätter zur Verfügung stellten, so hat das Bild einen würdigen Ab- Muß. Aus umfangreichen Quellen ist die deutsch-völkische Bewegung Igespeist worden. Sie?sind nicht verstopft u n d w e rd e n weiter fließe n. Zu allem fähige Gesellen, das Volk aufwühlende Organisationen, mächtige Helfer in Politik und Presse dienten ihr. Sie w e r den ihr w e i t e r diene n. Ist die Gefahr also vorbeigezogen? Besteht irgendeine Gewißheit, daß diese Gefahr durch Orgamsationsverbote, durch die Gesetzgebung getilgt wird? Sie besteht n i ch t. Und darum ein paar Worte, die unfern Freunden offen gesagt werden müssen. Wir erleben in diesen ernsten Tagen eine t x a n rige G e n u g t n u n g. Wie oft hieß eso „Ihr uralt zu schwarz! Es ist nur halb so schlimm." Jetzt konunen die Briefe voll Einkehr unb Einsicht. Weit schlimmer als je gezeichnet sieht die Wirklichkeit ans. Die dentschvölkische Wühlarbeit hat sich als eine Gefahr für das deutsche Judentum, w e r t nt c h x n o ch s ü x d a s d c n t s ch e V aterland unheimlich klar erwiesen. Notiger denn je wird unsere Arbert

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